13. Kapitel Wolfsgeschichten

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13.Kapitel  Wolfsgeschichten

Der Regen hatte aufgehört als wir ins Gebiet der Quilleleute fuhren und ein paar Minuten später zog die sogar für eine kurze Zeit die Sonne auf. Ich beschloss das als gutes Zeichen zu sehen, auch wenn ich den vorherigen Regen eigentlich als mein gutes Zeichen auserkoren hatte.

Als sie beim Haus von Emely und Sam ankamen, waren das Rudel schon versammelt und scharrten sich um den Grill, der im Garten stand. Beim Aussteigen war ich so übermütig, dass ich mit dem Fuss am Rahmen hängenblieb und fast kopfvorüber zum Auto rausgefallen wäre, hätte ich mich nicht im letzten Moment mit meiner gesunden Hand festgehalten, dafür rutschte mir meine Tasche vom Schoss und verteilte seinen Inhalt auf dem Kiesweg. Ich seufzte leise und war froh darüber, dass die Wölfe immer noch so abgelenkt von dem anscheinend defekten Grill waren. Das änderte sich schnell als mich Quil entdeckte und das Rudel auf mich aufmerksam machte. Ich wurde freudig empfangen und von allen Seiten begrüsst und umarmt. Etwas überfordert von der Situation, aber über beide Ohre breit grinste, stahl ich mich kurze Zeit später ins Haus um Emely zu begrüssen und dem Trubel etwas zu entkommen. Ich war es mir nicht mehr gewöhnt so im Mittelpunkt zu stehen und ich mochte es immer noch nicht.

Die Quillefrau begrüsste mich freundlich und mit einem grossen Strahlen. Als Emely um den Küchentisch herum kam um mich in die Arme zu schliessen bemerkte ich den unübersehbaren Bauch. ,,Oh Emely ich freu mich so dich zu sehen. Und du bist schwanger! Ich gratuliere! Du siehst fantastisch aus." Das stimmte, Emely strahlte regelrecht. Wir unterhielten sich gerade angeregt über das Kinderzimmer, dass Sam gerade am Anbauen war, als sich ein paar warme Arme von hinten um mich schlossen und mir die Luft abdrückten. ,,ich habe dich soooo vermisst, die Jungs sind alle so langweilig." Sagte Leah freudig und etwas quengelnd in mein Ohr. ,,Brauchst du noch Hilfe?" fragte sie an Emely gerichtet, als diese verneinte, nahm sie sich zwei Biere aus dem Kühlschrank und zog mich mit ein paar gemurmelten Worten, die wie Frauengespräche klangen aus der Küche. Schnell waren wir aus dem Haus und liefen an der Hauswand entlang etwas von den anderen weg, die sich mittlerweile um die ersten Würstchen stritten die ihren Weg zu früh aus der Küche gefunden hatten. Wir bogen um die Ecke des Hauses und sofort war es etwas ruhiger.

Man hörte die anderen immer noch gut, aber durch die Wand waren wir etwas geschützt und sie konnten uns vor allem nicht sehen. Leah ging zielstrebig auf das Kaminholz zu, dass dort gestapelt war und öffnete zuerst die eine Flasche und als ich ihr diese abgenommen habe die zweite Flasche an einem Holzscheit. Ich war schwer beeindruckt, ich hätte wahrscheinlich entweder die Flasche kaputt gemacht, oder eine Holzlawine ausgelöst. Wir stiessen zusammen an und tranken beide einen Schluck von unseren Flaschen, danach entstand eine kurze Pause. In die Stille hinein musterte ich sie über den Flaschenhals meines Bieres heimlich, sie sieht etwas magerer und abgespannter aus als ich sie in Erinnerung hatte. ,,Bella, Bella.. was machst du nur für Sachen?" fragte sie da leise und ich blickte schuldbewusst auf, bis mir einfiel, dass ich gar nicht wusste was sie mir vorwarf.

Dass die Cullens nach New York gezogen waren hatte ich nicht beeinflussen können, das mit der Hand war laut der Version die ich Jake erzählt hatte nicht meine Schuld und das ich keine 3 Meter gehen konnte ohne zu stolpern war jedem der mich kannte von vornerein bewusst. Ich grübelte noch, als ich ihren etwas verletzten Blick auffing und es mir wie Schuppen von den Augen fiel. ,,Oh Leah es tut mir leid. Ich musste nur damals von Allen Abstand haben. Ich wollte dich nicht kränken weil ich es dir nicht gesagt habe, es war nicht geplant. Ich bin eine Woche nach der Beerdigung aufgewacht und wusste dass ich gehen musste." Sagte ich und hoffte, dass sie es verstehen würde. ,,ich verstehe dich ja, es wäre allerdings schöner gewesen, wenn ich etwas mehr von dir gehört hätte als diese paar Briefe. Ich hätte dich damals begleiten können oder dich zumindest besuchen kommen. Ich verstehe dich wirklich, aber du warst doch meine Unterstützung in dem ganzen Wahnsinn." Sagte sie und deutete mit dem Kopf Richtung Rudel, dass immer noch lautstark um die wenigen Würstchen stritt und immer mehr einem Knäuel als einer Gruppe Männer glichen.

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