Eigentlich hasste ich ja klingeln. Sei es bei mir zuhause wenn jemand klingelte und ich immer mein Spiel unterbrechen musste um an die Tür zu gehen, oder bei meinem Handywecker der mich weckte wenn ich schlafen gehe. Den Klingelton muss ich meistens alle paar Wochen ändern, da ich nach einer kurzen Zeit von dem Ton so genervt bin das ich schon am frühen Morgen noch schlechter gelaunt bin als sonst.
Aber die Klingel in der Schule war die Ausnahme, dieses Geräusch liebte ich, es bedeutete für mich immer freiheit, egal ob sie nach einer Stunde klingelt oder am Ende eines Schultages. Und nun ja nach Sechs Schulstunden erklingte endlich die Schulglocke und bedeutete mir das ich endlich gehen durfte. Nein, ich war nicht die Person die wartete bis alle Leute draußen sind, damit ich nicht rumgeschubst wurde. ICH war die Person die alle am Anfang wegschubste um möglichst schnell rauszukommen.
So kam es das ich innerhalb von Sekunden nachdem ich aus dem Raum raus war gegen eine Person lief und einfach aus meinem Instinkt versuchte sie wegzuschubsen. Nun ja, als die Person sich aber kein Stück bewegte und einfach nur erstarrt schien, guckte ich nach oben.
Die Zeit schien kurz stehen zu bleiben als ich in seine Augen guckte, aber auch nur für eine Sekunde da ich danach wieder weiter geschoben wurde von den Schülermassen. Die Sturmgrauen Augen verlor ich wieder, die mich schon den gefühlt halben Tag verfolgt hatten.
Ich hatte mich gerade wieder dem Weg nach draußen zugewendet und schubste alle Leute die versuchten mich zu schubsen weg, als eine Gestalt neben mir erschien und ich kurz wieder zu ihm guckte. Anscheinend hatte ich die Sturmgrauen Augen doch nicht verloren, oder eher hatten sie mich nicht verloren. Asher lächelte mich an und ignorierte die vielen Leute um uns rum "Hey du bist doch Jocelyn." Es war das erste mal das ich seine Stimme hörte, aber schon jetzt wollte ich nicht mehr das er aufhörte mit mir zu reden. Ich nickte und lächelte ihn leicht an "Und du bist Asher?" Sein lächeln verrutschte kurz, bevor er leise lachte.
Er antwortete mir als wir beide es nach draußen geschafft hatten und es nicht mehr ganz so voll war "Ehrlich gesagt ist mein Name Ashton." Nun verrutschte auch mein Lächeln und ich kratze unangenehm berührt meinen Nacken "Ja, die ersten Drei Buchstaben waren richtig..." "die restlichen zwei nicht so ganz." Er lächelte wieder "Aufjedenfall, herzlich willkommen an unserer Schule. Ich bin mir sicher wir werden uns noch öfter sehen." Und schon war er weg. Leise murmelte ich noch ein "Da bin ich mir sicher."
"War das Ashton?" Ich zuckte im inneren zusammen, äußerlich zeigte ich keine Regung und drehte mich um nur um Maxim gegenüber zu stehen. "Jap, das war Asher." Mein Bruder zog verwirrt die Augenbrauen zusammen, als ich meinen Fehler merkte. Ich hatte mich an den falschen Namen gewöhnt, scheiße. "Ashton, ich meine Ashton." Ich nickte schnell, und fing an, an einer meiner Ketten zu spielen. "Was wollte er?" "Er hat nur kurz hallo gesagt." Der verwirrte Ausdruck auf dem Gesicht von meinem Bruder war wieder da "Ashton? Er sagt sonst nie nur Hallo." Langsam nickte ich, während wir uns beide auf dem Weg machten, an die Stelle zu gehen wo unsere Mutter uns abholen wollte. "Tittenbonus?" Kurz nachdem ich das Wort ausgesprochen hatte, grummelte mein Bruder. Nun ja, er war der Meinung das ich überall und bei jedem Spiel nur weiter kam, weil ich ein Mädchen bin.
Wir kamen an dem Auto von unserer Mutter an, die uns durch den Rückspiegel anstrahlte als wir einstiegen. "Und Jocelyn, schon neue Freunde gefunden?" Der Wagen setzte sich in Bewegung. Ich nickte "Jap, sein Name ist Jordan?" Meine Mutter schenkte mir einen Blick durch den Rückspiegel "Ein Junge? Bei deinen Verletzungen sind wahrscheinlich alle Mädchen weggerannt." Empört holte ich Luft als Maxim ihr antwortete "Ehrlich gesagt ist Jordan, auch neu auf der Schule, und nach seinem ebenso verwundeten Gesicht ist zu schließen das er auch von ihrer alten Schule ist." Leise murmelte ich ein "Verräter."
Meine Mum schenkte mir einen weiteren Blick durch den Rückspiegel, der so aussah als wäre sie enttäuscht, obwohl sie versuchte dieses Gefühl vor mir zu verstecken. Es war kein Geheimnis in unserer Familie das unsere Mutter meine Schule nicht mochte. Und damit sind auch alle Freunde eingeschlossen die ich dort gemacht hatte. Ich hatte alle meine Männlichen Freunde nie zu uns eingeladen, da sie so erklären könnte warum ich so viele Games spiele, und auch allgemein eher von meiner Verhaltensweise männlicher geraten bin. Mia, hatte ich nach Hause mitgenommen, in der Hoffnung, das meine Mum glücklicher mit mir ist, da ich ja eine weibliche Freundin hat. Sie war glücklich, solang bis Mia und ich auf einer Party waren und uns abgeschossen hatten, und komplett betrunken zu mir nach Hause gegangen sind. Danach war Mia ein schlechter Einfluss für mich. Aber juckt mich ehrlich gesagt nicht.
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Nightfall
WerewolfAshton war wahrscheinlich alles was sich ein Mädchen in einem Jungen wünschte. Genauso hatte auch ich ihn kennengelernt, da gab nur es etwas was ich nie erwartete hatte. Ashton ist ein Werwolf, und ich? Ich, Jocelyn Flores, das Mädchen welches immer...
