#13 Herzensangelegenheiten

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Während Naruto und Hinata auf der Tanzfläche eng umschlungen standen, sah ich zu Tenten. Verträumt hatte sie sich auf ihrem Handballen abgestützt und schaute den beiden mit einem Lächeln auf den Lippen beim Tanzen zu.

Nachdem das Lied sein Ende fand, klatschten alle Gäste in die Hände und Naruto und Hinata verließen die Tanzfläche. Ein paar der Gäste schwangen nun selbst das Tanzbein, doch ich hatte, ehrlich gesagt, wenig Lust auf Tanzen.

Ich schob meinen Stuhl zurück und erhob mich von meinem Platz. Mit zügigen Schritt lief ich zu meinem Ziel, auf welches ich mich die letzten Stunden schon die ganze Zeit fokussiert hatte.

Ich ließ mich auf den freien Platz neben Tenten nieder. Zu meiner Verwunderung schien sie mich gar nicht bemerkt zu haben. Immer noch starrte sie auf die Tanzfläche und schaute den Menschen beim Tanzen zu.

Ich rutschte ein bisschen zu ihr und sagte mit einem Schmunzeln auf den Lippen und nur so laut, dass sie es als einzige hören konnte: „Na, schöne Frau? Auch ganz allein hier?"

Ich nahm war, wie Tenten erschrocken Luft einatmete und sich zu mir umdrehte. Mit geweiteten Augen schaute sie direkt in meine und unsere Gesichter waren sich gerade so nahe, dass sich fast unserer Nasenspitzen berührten.

Ich schluckte und versank für ein paar Sekunden in den braunen Augen von Tenten. Verdammt, ich musste mich zusammenreißen! So schön ich diesen Moment gerade fand, wir brauchten Abstand.

Räuspernd entfernte ich mich wieder von ihr.
„Hey.", sagte ich leicht lachend und hob kurz meine Hand.
„Gott, erschreck mich nicht so.", seufzte Tenten nur und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück.
„Sorry, aber es war verlockend."
„Na, dann."

Darauf herrschte kurz Schweigen, bis ich einfach weiterreden musste.
„Wir müssen uns sprechen, Tenten."
„Vielleicht."
„Tenten!"
„Okay. Ein bisschen."
Augenrollend fuhr ich mir kurz über die Stirn.
„Ich hab's verstanden, Tenten.", sagte ich dann und sie drehte sich zu mir.
„Sicher?"
„Ja, verdammt. Du bist erwachsen geworden. So wie alle anderen um mich herum. Na, ja. Außer vielleicht Naruto."
„Nur weil Naruto keine Arbeit hat, heißt das nicht, dass er nicht erwachsen ist."
„Ich weiß nicht. Er ist fast dreißig."
„Vielleicht war Naruto schon immer ein bisschen erwachsener als wir und deswegen haben wir nie bemerkt, dass er sich verändert hat."
„Sehr lustig.“

Ich schaute zu Tenten, die ihre Hände musterte.
„Ich habe es wirklich verstanden."
„Vielleicht hast du das."
„Hör auf mit dem Vielleicht, das nervt."
„Vielleicht."
„Mensch, Tenten!“
„Okay, ich höre ja schon auf.“

Sie drehte sich mit zusammengepressten Lippen zu mir und schaute mir in die Augen. Etwas schmerzhaft waren ihre Augenbrauen in die Höhe gezogen und ihre Augen sahen plötzlich so traurig aus.
„Ich habe nur Angst, Neji. Das ist alles.“, sagte sie dann.
„Vor was denn?“, entgegnete ich schon leicht verzweifelt, weil ich endlich Klartext sprechen wollte! Ich wollte endlich Gewissheit! Ich hab ihn doch gesehen, ihren Blick bei der Trauung! Sie vermisst mich doch. Das weiß ich doch.

„Was ist, wenn du das Thema immer wieder herausgräbst? Was ist, wenn du immer noch nicht akzeptiert hast, dass Momojii und ich ein Paar waren? Wirst du mir jemals auch nur die Möglichkeit lassen, nicht sofort auf eine Beziehungen hinzuarbeiten? Ich möchte dich gerne kennenlernen, bevor wir uns daten. Ich habs dir beim letzten Mal auch schon gesagt: Es ist zehn Jahre her.“

Ich nickte.
„Dann erzähl mir du auch alles. Ich möchte keine Geheimnisse mehr. So können wir uns auch richtig kennenlernen. Ich weiß ja nicht, wie es bei dir aussieht, aber ich vertraue dir.“, sagte ich dann.
„Ich dir auch, aber ... Wie gesagt, ich hab ein bisschen Schiss.“, verlegen legte sie ihre Hand in den Nacken und lächelte mich an.
„Brauchst du nicht. Ich lasse dir jeden Freiraum, den du möchtest. Versprochen.“
„Okay, danke, Neji. Entschuldige.“
„Ich glaub, ich sollte mich eher entschuldigen.“
„Wollen wir uns nicht einfach beide entschuldigen?“, schlug Tenten vor.
„Gute Idee.“
Und darauf lächelten wir uns an.

Seufzend lehnte sich Tenten in ihrem Stuhl zurück.
„Wir müssen aufhören uns die Fehlern des anderen vorzuwerfen. So kann keine Freundschaft funktionieren, Neji.“
„Dafür bin ich auch. Wie gesagt, alles auf Neustart.“, stimmte ich ihr zu.

„Soll ich dir was zu trinken holen, Tenni?“, fragte ich sie und stand schon halb auf.
„Klar, gerne.“, erwiderte sie darauf lächelnd, doch hielt inne.
„Neji, weißt du ...“
„Ja?“
„Ich finds gut, dass du mich bei meinem Spitznamen nennst.“
Sie lächelte so niedlich und mit roten Wangen, sodass ich nicht anders konnte, als auch über beide Ohren zu grinsen.
„Dann mach ich das weiterhin.“

„Liebe Gäste!“

Ich sah auf und schaute zu Jiraiya, der breit grinsend ein Glas Sekt in die Höhe hielt.
„Also, ich würde gern eine Rede halten, wenn es euch nicht stört. Ihr bekommt auch noch Sekt an eure Plätze, also nehmt bitte Platz.“

Seufzend ließ ich mich auf meinen Platz nieder.
„Dann war es ja wohl unnötig.“, seufzte ich.
„Ja, das war es.“, kicherte Tenten neben mir.

Ich schaute wieder zu Jiraiya. Mit seinen zotteligen, weißen Haaren und in seinem schwarzen Smoking lachte er mit Tsunade, die neben ihm saß und nach dem alle ein Glas in der Hand hielten, wollte er wieder zum Reden ansetzen.

„Also, um ehrlich zu sein, Naruto hatte wirklich Schiss mir Hinata vorzustellen. Die meisten wissen es ja, wie die Sache zwischen mir und den Frauen so sind.“, sprach er und ein paar Lacher gingen durch die Menge.
„Na ja, jedenfalls wollte ich Naruto mal eines Tages als Überraschung von der Schule abholen. Ich hatte da übrigens keine Ahnung, dass Hinata überhaupt existierte. Als ich dann vor dem Tor stand und Naruto und Hinata Hand in Hand mir entgegen kamen, dachte ich kurz, Naruto hatte wieder vor umzukehren, doch er stockte kurz und kam mit ihr auf mich zu. Als er mir sie vorstellte und er das Wort Freundin in den Mund nahm, konnte man deutlich sehen wie stolz er darauf war, sie seine Freundin nennen zu können. Obwohl er so nervös und skeptisch war. Und ich denke jetzt, ist er noch viel stolzer darauf, Hinata seine Frau nennen zu können. Alles Gute zur Hochzeit, mein Kleiner. Hätte nicht gedacht, dass wir dich nochmal verheiratet kriegen. Auf eure wundervolle Ehe!“, rief er und hob freudestrahlend sein Glas in die Höhe.

Naruto musste weinen und lachen gleichzeitig und Hinata ging es da nicht anders.
„Auf Naruto und Hinata!“, rief jeder und hob sein Glas.

Doch gerade als Jiraiya zum Trinken ansetzen wollte, ließ er das Glas los. Es fiel auf den Boden, zerbrach in tausend Teile und mit ihm auch Jiraiya, der sich verkrampft seine linke Brust hielt.

„Oh, Gott.“, dachte ich, „Nicht jetzt. Bitte nicht jetzt.“

Sorry. Aber ich, ja. Sorry.

harmony tea - naruto.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt