Vor Problemen weglaufen bringt nichts

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Zwei Stunden bin ich weg gewesen. Ich wollte am liebsten nicht zurück. Mein Handy hatte ich im Hotelzimmer vergessen und war mir deshalb noch unsicherer. Im Nachhinein muss ich sagen, dass Hetty Recht hatte, denn ich kann wirklich nicht nur vor meinen Problemen weglaufen. Sie hatte Recht, manche Sachen können dadurch schlimmer werden. Ich kam wieder zum Hotel und ging dann hoch auf mein Zimmer. Als ich dort rein kam sah ich das die Tür zwischen Dereks und meinem Zimmer wieder geschlossen war. Ich ging duschen und hoffte, dass das Wasser meine Sorgen mit wegspülte. Doch so war es leider nicht. Als ich aus dem Badezimmer kam saß Derek auf dem Bett und schaute mich nur betröppelt an.
„Warum gehst du nicht an dein Handy?"
„Hab es vergessen."
„Ich habe dich überall gesucht..."
„...hast mich ja jetzt gefunden."
„Warum bist du so drauf? Habe ich dir was getan?"
„Das fragst du noch?!", ich schüttelte grantig und verständnislos einfach nur den Kopf.
„Ja das frag ich dich!", brüllte Derek.
„Hast du im Haus überall Blut gefunden? Hast du gedacht, dass der Mensch den liebst Tod ist? Hast du mit seinen Arbeitskollegen darüber reden müssen? Mir ist scheiß egal, ob du es von dir ausgemacht hat, oder nicht... aber sag so etwas nie wieder zu mir!"
Ich bin stink sauer und vor lauter Wut und Verzweiflung flossen mir Tränen über die Wangen. Ich wende mich zum Fenster und versuchte meine Gefühle zu unterdrücken. Derek stand vom Bett auf, nahm mich in den Arm und lies mich nicht mehr los. Ich versuchte mich der Umarmung zu entziehen, doch ich merkte auch wie schwach mein Körper in dem Moment war. Ich sackte zusammen und hatte das Gefühl, dass alles auf mich einfiel. Derek sank mit mir zu Boden. Es fühlte sich so an, als hätte ich in diesem Moment den ganzen Halt verloren.
Ich versuchte immer und immer wieder aufzustehen doch es war, als würde mich etwas am Boden festhalten und ich käme davon nicht los. Derek stand auf und hob mich hoch. Er trug mich aufs Bett und ich legte mich auf die Seite. Das einzige was ich noch wahrnahm, das war das Derek eine Decke über mich legte.

Ich stehe in einer Höhle. Alles ist dunkel. Ich bin ganz allein. Ich höre Wasser tropfen. Die Wände sind feucht. Ich kann nichts sehen. Es kommt mir vor, als würden die Wände näherkommen. Ich renn los, auch wenn ich nicht sehe wohin. Die Wände verschließen mir jeden Weg. Während ich versuche aus der Höhle zu kommen, bleibe ich mit einem Fuß stecken. Ich falle auf die Knie und versuche mich zu befreien. Die Luft in der Höhle wird knapper und der Raum in welchem ich mich befinde wird immer enger. Die Wände kommen nicht nur von links und rechts näher, sondern auch von vorne, von hinten und von oben.

Ich setzte mich aufs Bett und war kletsch nass geschwitzt. Ich muss geschlafen haben. Ich schaute mich im Zimmer um und bemerke, dass Derek wieder weg ist. Ich stehe auf und gehe zum Schrank. Seine Sachen liegen genauso wie die meinen in diesem Schrank. Ich war etwas verwundert. Ich fragte mich, warum sich seine Sachen in diesem Zimmer befinden und wo er gerade ist. Ich nahm mir meine Badesachen aus dem Schrank und zog mich um. Nach dem Umziehen ging ich runter zum Strand und legte mich dort auf eine Liege. Mein Handy fing neben mir an zu klingeln.
„Wo bist du? Alles klar bei dir?"
„Ich bin am Strand..."
„Warte ich komme zu dir."
Und schon hatte Derek wieder aufgelegt. Keine fünf Minuten später saß er neben mir auf der Liege.
„Ich dachte schon, dass du abgehauen seist."
„Ne bin ich nicht."
Ich schaute einfach nur aufs Meer und beobachtete wie sich die Wellen bewegten.
„Ich habe nachgedacht. Du hast Recht gehabt. Ich hätte das vorhin nicht sagen dürfen...
Sag schon was. Bitte rede mit mir..."
„Diese Garcia ist eine schlaue Frau..."
Derek schaute mich an und nahm seine Sonnenbrille ab. Seine braunen Augen glänzten in der Sonne. Derek stand auf, nahm mich hoch und trug mich ins Wasser. Dann tauchte er ab und ich wollte gerade das Wasser verlassen, als er auftauchte und mich auf seine Schultern nahm.
„Lass mich runter."
„Nein."
„Lass mich sofort runter."
„Unter einer Bedingung."
„Die wäre?"
„Du verzeihst mir. Alles."
„Lass mich runter!"
„Du hast nicht ja gesagt."
„Lass mich runter und dann kann ich dir meine Entscheidung in die Augen sagen."
„Einverstanden."
Derek tauchte wieder ab und lies mich von den Schultern.
„Also?"
Ich zog mich an ihn und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Danach ging ich wieder aus dem Wasser. Ich legte mich wieder auf meine Liege und genoss die Sonne. Der Wind war angenehm und kühlte die Haut leicht ab. Die Luft roch nach dem Meer und ich genoss die Atmosphäre. Ich hörte Reggae Musik und Menschen in meiner Umgebung lachen.

DerekWo Geschichten leben. Entdecke jetzt