#83 Die letzte Ruhe

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"Hallo Leute,
Willkommen zum letzten Kapitel dieser Geschichte! Ich hoffe wirklich sie hat euch gefallen und ich bitte euch, mir wieder einen Kommentar mit eurer Meinung und etwas Feedback dazulassen!
Morgen kommt dann wie versprochen der Epilog und das Nachwort und ich freue mich schon auf eure Meinung dazu!
Aber vorerst:
Viel Spass beim Lesen des letzten Kapitels,
Eure xScreex!"

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Augenblicklich zerplatzte diese Idylle des Friedens und konfrontierte sämtliche Lebewesen mit der aggressiven Realität. Es war, als wäre diese elektrische Stimmung zwischen den Drachen und Wölfen, die bis eben stehen geblieben waren, entzündet worden. Die tickende Zeitbombe war ausgelöst worden durch den Hass, den diese Wölfe hier sähten. Entsetzt starrte Moon auf das Durcheinander. Plötzlich ein Kreischen und ein Krächzen im Wald. Moons Blick schnellte wieder zu den dunklen Bäumen, die mit ihren spitzen Nadeln und der Dunkelheit des Dickichts plötzlich bedrohlich aussahen. Ein großer Schwarm von Raben stürmte aus dem offenen, dunklen Maul des Waldes und verteilte sich im Durcheinander der kämpfenden Wölfe und Drachen. Augenblicklich erfüllte wütendes Gekrächze und Knurren die Lichtung und Moon bekam Panik.

„Verräter!", schrie jemand neben ihr und Moon fuhr herum, als jemand auf sie zusprang. Augenblicklich konzentrierte sie sich geleitet durch ihren Instinkt auf den Wolf vor sich und spürte in der nächsten Sekunde dessen Lebensenergie. Halt an! Befahl sie ihm. Halt an und kehre um, wo auch immer du herkommst! Der Wolf landete hinter ihr, ehe er sie wieder aggressiv knurrend musterte. Sie konnte einen leichten Schimmer von Verwirrung in seinen Augen sehen und gestärkt durch seine Unsicherheit, machte sie weiter das zu wiederholen, was ihr an all den Abenden beigebracht wurde. Sie konzentrierte sich stärker auf die Präsenz des aggressiven Wolfes, spürte seinen Hass und das Gefühl des Verrates in ihm und versuchte es zu schwächen. Halt an! Rief sie ein letztes Mal in Gedanken und augenblicklich spürte sie, wie sich endlich ein Band knüpfte und der Wolf sich hinsetzte, um sie fragend anzuschauen, aufzuspringen und die Lichtung zu verlassen. Das Gefühl des Triumphes übermannte sie und mit neuer Energie wendete sie sich erneut den Kämpfenden zu. Mit klopfendem Herzen erkannte sie, dass die Drachen und Wölfe zusammen gegen diese Neuankömmlinge kämpften und wieder machte ihr Herz einen Sprung. Vielleicht hatte diese Explosion des Hasses doch nicht alles kaputt gemacht, was sie gerade geschafft hatte. Vielleicht war es sogar dafür verantwortlich gewesen, dieses neue Band des Friedens zu stärken?

Moon konzentrierte wieder, gestärkt durch diese Erkenntnis und fixierte die aggressiven Energien, in dem Versuch sie endlich zum Schweigen zu bringen. Sie spürte Estedosius wieder neben ihr und dann, wie auch er seine Sicht erweiterte, um an ihrer Seite und gestärkt durch ihre Energie, die Aggression im Wesen der Neuankömmlinge zu schwächen, um stattdessen Reue und Glückseligkeit aufzuerwecken.

Doch bei all der Konzentration, die es brauchte, nahm Moon außer den Energien vor sich nicht mehr länger war, was sich um sie herum abspielte. Sie sah nicht die sandfarbene Hydra hinter ihr, die sich der Konzentration der Mondwölfin mehr als bewusst war. Langsam und bedrohlich, kam der dreiköpfige Drache auf sie zu, mit dem einzigen Gedanken sie umzubringen. Den letzten Anhänger der Nation des Mondes auszulöschen, um dann endlich diese verdammte Sekte los zu sein. Das Wölfchen für ihren Verrat und ihre Dreistigkeit endlich bestrafen zu können. Leise summte er eine Melodie. Eine Melodie, die damals von den Menschen geschrieben worden war, die sich fürchteten vor den Wölfen mit dieser ungewöhnlichen Zeichnung. Die Drachen haben damals einen Deal mit den Menschen gehabt. Sie hatten diese Melodie geübt, mit dem Wissen, dass sie sie unsichtbar machte vor der empfindlichen Sicht der Wölfe. Diese Melodie, machte den Sänger von ihr unsichtbar in dieser parallelen Dimension der Energien und es dem Mondwolf somit unmöglich seine Präsenz aufzunehmen, um ihn zu manipulieren oder anderweitig zu beeinflussen. Mit Stolz erinnerte sich Tama daran, damals mit all seinen Anhängern in das Lager der Nation des Mondes eingedrungen zu sein, dank der Melodie unsichtbar für alle Mondwölfe. Sie hatten sie fast ausrotten können, diese erbärmlichen Wölfe. Doch ein einziger Wolf war geflohen, verängstigt, verwirrt und in tiefer Trauer um seine Anhänger. Und Tarma wusste, dass es jetzt an ihm war, die Wiedergeburt dieses verdammten Wolfes auszurotten und mit ihr, der Nation des Mondes ein für alle Mal ein Ende zu bereiten. Hohe Töne, die jedes Wolfsohr taub machten und sie somit angreifbar machte, legten sich über die Lichtung. Sämtliche Wölfe hörten auf zu kämpfen und fingen an, sich verwirrt umzusehen. Nur Moon, die Drachen und die Raben, die bei diesen Tönen nicht verwirrt wurden, sondern anderweitig beeinflusst, zeigten nicht die einzige Regung. Als Tarma dann endlich hinter der verwirrten Mondwölfin stehen blieb, die nicht verstand, warum all diese aggressiven Energien plötzlich aufhörten, brüllte er laut und für alle hörbar: „Du wirst deinen Verrat bereuen, Mondwölfin!", ehe er mit seiner Pranke zum tödlichen Schlag ausholte. Moon riss ihre Augen auf, nicht verstehend, wie sie ihn nicht hatte kommen sehen, wissend, dass sie keine Zeit mehr hatte, um auszuweichen. Sie schloss schließlich die Augen, sich geistig von der Welt verabschiedend, als Tarma dann schließlich zuschlug.

Wolf und DracheWo Geschichten leben. Entdecke jetzt