Als Moon am nächsten Morgen ihre Augen aufschlug, fasste sie sich erst einmal verwirrt an die Stirn. Was für ein seltsamer Traum! Doch um nicht noch mehr Zeit daran zu verschwenden sich Gedanken über diesen Traum zu machen, gähnte sie einmal laut, ehe sie ihren Wecker ausschaltete, welcher aus irgendeinem Grund die Sweet Dreams Version von Marylin Manson spielte, und sich dann aus ihrem Bett quälte. Ihre Motivation auf diesen Tag hielt sich tatsächlich wieder in Grenzen und auch, wenn andere jetzt vielleicht einen Morgen ohne Eltern genossen hätten, so fühlte sich Moon alleine bei dem Gedanken an ihre Eltern miserabel.
Dennoch versuchte sie ihrer normalen Morgenroutine nachzukommen und als sie sich dann schlussendlich mit geputzten Zähnen und fertig angezogen vor ihren weißen Spiegel stellte, schreckte sie kurz auf, ehe sie verwirrt eine Haarsträhne in die Hand nahm und sich ungläubig ein wenig näher an den Spiegel stellte. „Was zum...?", flüsterte sie leise und musterte ein weiteres Mal diese dunkelgraue Strähne in ihrem sonst so schwarzem Haar. Probehalber zog sie einmal daran und als sie einen ziehenden Schmerz spürte, war sie sich wieder sicher, dass das wirklich ihre Haare waren. Verwirrung wallte in ihr auf und sie verstand nicht woher diese Strähne jetzt so plötzlich kommen konnte. Doch sie wusste auch, dass sie wohl vorerst keine Antwort auf diese Frage bekommen würde und als sie dann zu ihrer Bürste greifen wollte, zuckte sie ein weiteres Mal zusammen, als ihre Hände etwas kaltes, metallisches streiften. Augenblicklich schnellte ihr Blick zu ihrem Schrank und ihre Augen weiteten sich kurz. Was war denn heute Morgen los?! Vor ihr lag eine silberne Kette, dessen kleine Glieder dünner waren, als alle Ketten, die sie vorher schon einmal gesehen hatte. Verwirrt nahm sie das glänzende Schmuckstück in die Hand, vorsichtig aus Angst sie würde reißen. Ein kleiner grau-schwarzer Wolfskopf mit einem weißen Halbmond auf der Stirn vervollständigte das fragile Schmuckstück und ungläubig hauchte Moon ein leises: „Wow!".
Wo auch immer diese Kette herkam, sie war sich sicher, dass sie irgendwas mit dieser Haarsträhne zu tun haben musste, denn als sie die Grautöne verglich, stellte sich heraus, dass es ein und dieselben Farben waren. Unsicher was sie mit der Kette machen sollte, tat sie das erste, was ihr in den Sinn kam: Sie legte sie an. Verzaubert von der Schönheit der Kette, betrachtete sich Moon im Spiegel und in dem Moment, in dem der Anhänger ihre Haut berührte, schien er kurz besonders stark zu glänzen. Verwirrt beugte sie sich wieder ein wenig nach vorne, um einen besseren Blick auf die Kette zu bekommen. „Seltsam...", sagte sie dann zu sich selbst, ehe sie sich dann wieder ihre Bürste nahm und sich in Gedanken immer noch um diese Kette wundernd, dann die Haare kämmte. Als sie sich dann am Ende im Spiegel betrachtete, konnte sie nicht anders, als immer und immer wieder diese Kette in die Hand zu nehmen. Wo sie wohl herkam? Sollte sie sie anbehalten oder es doch lieber lassen? Im Kopf malte sie sich bereits aus, wie Akome und ihre Freundinnen sich über die Kette lustig machten, nur um sie ihr dann lachend wegzunehmen.
Zögernd wollte Moon die Kette wieder abnehmen, doch dann entschied sie sich um. Es kam ihr irgendwie falsch vor. Sie würde sie einfach unter ihrem Pullover verstecken.
Sie wollte sich gerade zufrieden auf den Weg nach unten in die Küche machen, da schaute sie noch einmal prüfend auf ihren Wecker. Es war erst 05:02 Uhr und zur gleichen Zeit hasste sie sich dafür ihren Wecker am Vortag eine Stunde eher gestellt zu haben, aus Angst wieder zu verschlafen. Vielleicht sollte sie stattdessen man darüber nachdenken, eine mittelfrühe Uhrzeit zu finden? Halb fünf erschien ihr dann doch etwas früh, denn nun stand sie hier zwischen Flur und dem eigenen Zimmer, unsicher was sie nun mit der ihr übrigbleibenden Zeit machen sollte. Das Knurren in ihrem Magen, nahm ihr dann schlussendlich diese Entscheidung ab und somit kam sie ihrem alten Plan nach und fand sich keine fünf Minuten später in der Küche sitzend wieder. Sie hatte sich einen Toast in den Toaster gemacht und wartete nun geduldig darauf, es endlich zu ihrem Brettchen und ihrem Messer zu gesellen, um es dann essen zu können... Immer noch ein wenig müde ließ sie ihren Kopf in ihre Hände sinken und schloss kurz ihre Augen, den Traum einfach nicht aus ihrem Kopf bekommend. Warum zum Teufel war ihr dieser Traum nur so realistisch vorgekommen? Natürlich hatte sie schon viel Scheiß geträumt, aber dieser Traum schien ihr dennoch irgendwie... anders. Genauso sinnlos und kontextfrei zwar, aber anders. Realistischer eben...
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Wolf und Drache
ФэнтезиZwei Menschen, einer unbeliebt der andere der Coolste der Schule, ein Mädchen und ein Junge, sie hat eine Bestimmung, er hat ein Geheimnis, völlige Gegenteile, doch eines haben sie gemeinsam, sie sind Gestaltswandler! Moon ist auf ihrer Schule das u...
