Grauer Zauberer, schwarze Botschaften
"Wieso willst du ihn immer noch angreifen?", fragte ich Thranduil gerade entgeistert.
Er war seit seiner Ankunft nicht mehr von meiner Seite gewichen, doch das störte mich herzlich wenig.
Was mir allerdings gar nicht passte, war, dass er den Berg überfallen wollte. Und das alles für ein paar Edelsteine, die vor einigen Jahrzehnten wohl den Besitzer gewechselt hatten.
"Das sagte ich doch bereits." Ich stemmte wütend meine Hände in die Hüfte.
"Das ist kein Grund einen unnötigen Krieg anzuzetteln. Du willst dein Volk schützen, doch stürzt du es damit ins Verderben. Niemals werden die Zwerge Ruhe geben solltest du sie in dem Moment angreifen, wo sie ihre Heimat zurück erhalten haben. Du hast dich damals abgewandt und ich weiß heute, dass es die richtige Entscheidung war. Doch hast du ihnen auch nicht geholfen, als sie in ihrer größten Not zu dir kamen. Sie hatten das gleiche durchzumachen wie diese Menschen hier."
Ich deutete aus einem Fenster auf einige vorbeilaufende Frauen.
"Also bestiel sie nicht. Schließe Frieden."
Er drehte sich weg von mir.
"Ich fasse es nicht, dass es dieser Zwerg schafft uns zu entzweien.", seufzte er und sah mich wieder an.
"Ich habe meine Entscheidung getroffen. Diese Steine sind das Erbe meines Volkes ebenso wie es der Arkenstein für die Zwerge ist. Haben sie nicht mehr gewagt als ich?"
"Thranduil...", begann ich, doch er unterbrach mich.
"Du kannst mich nicht davon abbringen. Es wird Krieg geben." Damit rauschte er aus dem Raum. Ich eilte ihm schnell nach und lief dadurch geradewegs in Bard.
"Entschuldigung.", sagte ich schnell und wollte weiter, doch er hielt mich fest.
"Du sagst du liebst ihn, doch hörte ich euch bisher nur streiten."
Er hatte Recht. Sofort nachdem wir uns zurückgezogen hatten, war Thranduil mit der wahnwitzigen Idee angekommen, die Zwerge anzugreifen. Natürlich war ich von Anfang an strikt dagegen und als ich den Grund erfuhr erst Recht.
"Wir müssen nicht immer einer Meinung sein um uns zu lieben." Rechtfertigte ich unser Verhalten.
"Dennoch streitet ihr.", erwiderte er lediglich.
"Ja, das tun wir. Denn Krieg in diesen Zeiten ein nutzloses Unterfangen. Er erhebt Anspruch auf Dinge in diesem Berg und vergisst dabei die Stärke und Treue der Zwerge." Bard schien für kurze Zeit von der Tatsache, dass Thranduil und ich verlobt waren abzusehen und sprach bestimmt.
"Es muss keinen Krieg geben. Auch wir haben Anspruch auf das Gold was in diesem Berg liegt. Ich werde mit Thorin verhandeln. Wirst du mich unterstützen?"
Ich zweifelte, dass Thranduil all zu begeistert sein würde, sollte ich mich mit Bard zusammentun, doch ein paar Edelsteine waren es in meinen Augen nicht Wert, für das Leben der Meinen und auch das der Zwerge eingetauscht zu werden.
"Ich werde ihn davon überzeugen bis morgen zu warten, dann kannst du mit Thorin verhandeln." Entschlossen nickte er und wollte davonlaufen, doch ich hielt ihn zurück.
"Ach und Bard." Er wandte sich zu mir. "Danke, dass du mich gerettet hast."
Er lächelte.
"Ohne dich würden auch wir heute nicht hier stehen, wie könnte ich dich dann einfach sterben lassen?"
Dann lief er weiter um einiges vorzubereiten.
Ich machte mich auf die Suche nach Thranduil, den ich durch die Unterhaltung mit Bard vollends aus dem Blick verloren hatte.
Da ich mitbekommen hatten, dass die Soldaten auf einem Marktplatz dabei waren Zelte aufzubauen, begab ich mich zuerst dorthin. Allerdings fand ich dort nur erwähnte Soldaten, unwahrscheinlich viele Kisten und einige spielende Kinder, die von den Elben in ihren glänzenden Rüstungen begeistert waren.
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Dragon's End
Fanfiction||Abgeschlossen|| Während die Zwerge sich auf den Weg zum Einsamen Berg machen, begegnet ihnen eine Elbin, mit der sie nicht gerechnet hatten. Eine Elbin mit vielen Gründen den Drachen im Herzen des Berges zu hassen. Eine Elbin mit einem Herz volle...
