HARRY
09.12. :
Am nächsten Tag wachte ich mit einem dümmlichen Grinsen im Gesicht auf. Der gestrige Abend war einfach perfekt gewesen - und hatte sich für mich ganz verdächtig wie ein erstes Date angefühlt - inklusive Gute-Nacht-Kuss ...
Ich hörte die Dusche im Badezimmer, also stand ich auf, zog mich an und ging dann hinunter zum Coffeeshop.
Wieder zurück, stellte ich den Cappuccino für Louis auf seinen Nachttisch, und im selben Augenblick kam er aus dem Badezimmer. "Hey", begrüßte er mich und lächelte mich freundlich an. "Hey". "Oh, dankeschön", sagte er, nahm den Kaffeebecher in seine Hand und trank vorsichtig daraus. "Kein Problem". "Hmmmh, lecker!", rief Louis begeistert, und sein spitzbübisches Grinsen brachte mich zum Lachen. "Du bist echt süß", stellte ich unabsichtlich laut fest, und jetzt starrte Louis mich überrascht an. "Süß?". "Joah...". "Ich bin nicht süß". "Sondern?". "Gefährlich", raunte er und erneut lachte ich. "Okay, alles klar". Ich setzte mich auf mein Bett und trank von meinem eigenen Cappuccino, denn es musste ja nicht immer ein Espresso sein. "Du warst also für ein Jahr auf einer Militärakademie?", fragte Louis mich dann. "Jep". "Dann bist du jetzt ein richtiger Soldat?". "Theoretisch schon". "Das ist ... heiß". "Findest du?".
Fünf Sekunden später lag ich plötzlich auf meinem Rücken und Louis auf mir. Er drückte seine Lippen auf meine, und als ich sie für ihn öffnete, drang er sofort mit seiner Zunge in meinen Mund ein. Louis heißer Atem vermischte sich mit meinem eigenen. Ich krallte meine Hand in seine Haare und zog seinen Kopf mit einem Ruck zurück in seinen Nacken. Dann küsste ich seinen ganzen Hals, saugte mich unter seinem Ohr fest und Louis atmete zittrig einmal tief durch. "fuck harry...", stöhnte er genüsslich - und dann kam plötzlich Zayn herein.
"What the fuck!", rief er und Louis setzte sich wie von der Tarantel gestochen auf. "Zayn! Kannst du nicht anklopfen?". Ich setzte mich ebenfalls auf und Zayn starrte mich an wie ein Autobus. "Das darf doch nicht wahr sein! Du hast was mit dem Loser?", fragte er mich herablassend - und eine unbändige Wut überkam mich. Was bildete dieses Arschloch sich ein? Ich stand auf und stellte mich vor Zayn, musste mich ernsthaft zusammenreißen, nicht auf ihn loszugehen, um ihn zu verprügeln. "Er ist kein Loser", sagte ich ganz ruhig und er lachte. Zayn lachte einfach - und das war mir too much. Noch bevor ich wusste, was ich tat, landete meine Faust plötzlich auf seiner Nase und Zayn schrie schmerzerfüllt auf. Er stolperte ein bisschen zurück und drückte sich die Handfläche auf die Nase. Aber er würde sich nicht trauen, zurückzuschlagen, das wusste ich, denn er war ja der Meinung, dass ich noch so drauf war wie auf der Highschool. Und auf der Highschool hatte er einen enormen Respekt vor mir gehabt.
"Spinnst du?! Du hast mir die Nase gebrochen, Mann!", schrie er. Ich schob Zayn mit meinem Körper ins Badezimmer und überreichte ihm einen Waschlappen, den er sich sofort auf die Nase drückte. "Sei nicht so melodramatisch, deine Nase blutet nicht mal, sie ist nicht gebrochen". "Warum hast du das getan?", fragte er mich kleinlaut. "Weil du mich nervst! Louis ist kein Loser, klar? Ich mag ihn, und wenn du ihn nicht endlich in Ruhe lässt, dann wirst du mich noch richtig kennenlernen!". "Du magst ihn?". "Ja! Er ist kein schlechter Kerl, ganz im Gegenteil! Wir sind nicht mehr auf der Highschool, Zayn, also sollten wir jetzt langsam mal erwachsen werden, findest du nicht? Ich meine, hast du es nicht satt, jemanden grundlos fertig zu machen? Er hat dir nichts getan!", schrie ich Zayn an und er atmete einmal tief durch. "Ich kann nicht fassen, dass du mit ihm rummachst". "Was ist daran so schlimm?". "Gar nichts, ich hätte nur nicht damit gerechnet". "Tja, du solltest dich daran gewöhnen, denn ich habe nicht vor, damit aufzuhören". "Okay okay!", rief Zayn und warf den Lappen achtlos ins Waschbecken. Dann verließ er das Bad - und das ganze Zimmer.
Ich ging zu Louis, der wie ein Häufchen Elend auf meinem Bett saß, und setzte mich vor ihn. "Bist du okay?", fragte ich ihn und strich ihm mit meiner Hand sanft durch die Haare. "Ja". "Okay". "Wow, du hast mich vor Zayn verteidigt". "Klar, er ist ja auch ein Arschloch". "Warum bist du überhaupt noch mit ihm befreundet? Denn offensichtlich hast du dich verbessert, aber er nicht". "Keine Ahnung, ich meine ... man wirft eine Freundschaft doch trotzdem nicht einfach weg, oder?". "Nein". "Eben". "Ich will einfach nur, dass er mich in Ruhe lässt". "Das wird er, dafür sorge ich". "Okay".
LOUIS
Ich hoffte von ganzem Herzen, dass Harry diesmal Recht behielt und ich somit vor Zayn sicher war. Es hatte mich auf jeden Fall tief beeindruckt, dass Harry mich verteidigt hatte!
Es wurde Zeit für meine Vorlesung, deshalb zog ich mich an und schnappte mir meinen Rucksack. „Bis später.“, sagte ich zu Harry und verliess dann das Zimmer.
Vor dem Wohnheim wartete schon Liam auf mich und gemeinsam gingen wir zum Hörsaal.
„Harry und ich hatten gestern so was wie ein Date.“, sagte ich zu Liam und er sah mich überrascht an. „Du beginnst etwas für ihn zu empfinden, oder?“ „Nein, so würde ich das nicht nennen!“, stritt ich sofort ab, aber Liam hatte nicht ganz Unrecht, auch wenn ich noch nicht bereit war, es zuzugeben oder mir auch nur einzugestehen.
„Komm schon, Louis, mir kannst du es sagen.“ „Ich… Mann… Muss ich denn alles benennen? Es ist casual und es macht Spaß.“ „Es macht Spaß?“ „Wenn nicht grade Zayn reinplatzt…“, grinste ich und erzählte Liam, was heute Morgen passiert war.
„Oh Mann! Aber falls du Gefühle entwickeln solltest, dann denke ich, dass du nicht der Einzige bist.“ „Du glaubst, Harry mag mich. Ich meine, MAG mag mich?“ „Jep.“, antwortete Liam knapp und ich war überfordert. „Er hat mir solange das Leben zur Hölle gemacht und auch wenn ich es cool finde, wie er jetzt ist, so weiß ich doch nicht, ob ich ihm im Endeffekt doch vergeben kann. Weisst du, was ich meine?“ „Ich denke, und dafür darfst du mir nicht böse sein, dass du ihm schon vergeben hast.“ „Wie kommst du darauf?“ „Naja, ihr macht miteinander rum, ihr wart auf dem Weihnachtsmarkt, ihr redet über Sachen…“ „Liam!“, jammerte ich und er lachte. „Scheiße, ich glaube, ich habe ihm vergeben.“ „Und du bist dabei dich zu verlieben.“, stellte Liam fest und ich schüttelte vehement den Kopf. „Nein, ich werde mich nicht in Harry verlieben.“
Das Thema ging mir während der Vorlesung gar nicht mehr aus dem Kopf und beim Mittagessen fasste ich den Entschluss mich nicht zu verlieben. Nicht in Harry, nicht in sonst jemanden, einfach gar nicht.
Am Nachmittag, als ich ins Wohnheim zurückkehrte, war Harry noch unterwegs. Ich holte meine Bücher heraus und machte mich an die nächste Hausarbeit.
„Hey, ich bin wieder da.“, sagte Harry als er hereinkam und zog seine Winterjacke aus und schüttelte den Schnee aus seinem Haar. „Hi.“ „Es schneit wie verrückt.“, berichtete er. „Den Schneefall hätten wir gestern brauchen können, dann wäre es noch romantischer gewesen.“, fuhr er dann fort und setzte sich auf sein Bett. „Du fandest es gestern romantisch?“ „Du nicht?“, antwortete Harry mit einer Gegenfrage und ich spürte, wie ich errötete. „Joah… Also… Ja, es war schon romantisch.“, gab ich schliesslich zu und Harry grinste. „Es hat dir gefallen.“, stellte er fest und ich verdrehte die Augen. „Das hatten wir schon mal.“ „Und es hat dir gefallen.“ „Harry!“, jaulte ich lachend und warf mein Kissen nach ihm.
Ich konzentrierte mich auf mein Lehrbuch und ignorierte Harry, der sich neben mir auszog und pudelnackt ins Bad lief. Allerdings riskierte ich einen Blick auf seinen Hintern…
„Warum läufst du hier nackt herum?“, fragte ich ihn als er aus der Dusche kam. „Ich bin gerne nackt.“, sagte er mit einem Schulterzucken und ich verdrehte erneut die Augen. „Und ich würde, bei der Enge, in der wir leben, vorziehen nicht deine Eier quasi im Gesicht zu haben.“ „Du kannst sie auch richtig im Gesicht haben…“, grinste Harry süffisant. „Styles, oi! Lass das!“, rief ich und Harry begann zu tanzen, so dass sein Penis hin und her schwang. „Hör auf, du schlägst mir das Ding fast um die Ohren!“, lachte ich und Harry bewegte sich noch wilder.
Dieser Tag endete mit einem Lachen für mich und ich schlief wie ein Stein. Und träumte von Harrys Penis...
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Treat People With Kindness - Adventkalender
RomanceAdventkalender rund um Larry Stylinson