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Mir lief ein leichter Schauer über den Rücken, als ich in diese Augen sah.
"Das ist Eren. Er ist der Sohn von Dr. Jäger und arbeitet ab heute bei uns. Zeig ihm doch bitte alles und erklär ihm, was er machen kann", erklärte Erwin diesem Levi, während dieser nur desinteressiert zu mir schaute, "Ach ja, noch etwas: sei bitte nett zu ihm und lass ihn dir auch wirklich beim Behandeln von Patienten zuschauen oder helfen, soweit diese das wollen. Ich zähle da auf dich."
"Ist er nett zu mir, bin ich nett zu ihm", brummte der schwarzhaarige Mann und nippte an seiner Tasse, welche er merkwürdigerweise nicht am Griff, sondern oben am Rand festhielt.
Und schon verließ Erwin, mir einen aufmunternden Blick schenkend, den Raum.
Nun sagte niemand mehr etwas.
Nur das Geräusch des Zeitungspapieres, welches er gelegentlich umblätterte, war so hören. Ich rieb nervös meine Hände aneinander, da diese langsam schwitzig wurden. Es war eine wahnsinnig unangenehme Situation...
"Willst du jetzt die nächsten Stunden da so dumm rum stehen, du Balg?", sprach er mich an, ohne dabei den Blick von der Zeitung abzuwenden. Ich zuckte kaum merklich zusammen und fing an zu stottern: "N-nein, i-ich...Also...Ich..."
Ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte. Das war mir wirklich noch nie passiert, dass ich nicht wusste, wie ich mich gegenüber eines anderen Menschen verhalten sollte. Aber diese Aura, die er ausstrahlte, war schon beinahe unheimlich.
Seine Augen fixierten mich auf einmal wieder an und ich bleib starr stehen.
"Kannst du nicht vernünftig reden, oder was?", er schob mit seinem Fuß den Stuhl gegenüber von ihm zurück, "Jetzt setz dich schon. Es nervt mich, wenn du da so rum stehst!"
Sofort nickte ich und ließ mich auf dem Stuhl nieder. Und schon wieder wurde es still. Verdammt...Sollte ich irgendetwas sagen?
Doch noch bevor ich mir weiter den Kopf darüber zerbrechen konnte, klappte er die Zeitung zu und stützte seine Ellenbogen auf den Tisch.
"So. Und du willst also Physiotherapeut werden?", er zog skeptisch seine Augenbrauen zusammen und musterte den Teil von mir, der nicht von dem Tisch verdeckt wurde.
Jetzt sag bloß nichts falsches, Eren! Er scheint ja bis jetzt nicht sonderlich begeistert von dir zu sein. Das ist deine Chance, um Pluspunkte zu sammeln!
Ich fing an stolz zu lächeln. "Ja! Ich interessierte mich schon immer sehr für Sport und Gesundheit und dieser Job scheint wirklich perfekt für mich zu sein! Als mein Vater mir neulich erzählt hatte, dass unser alter Bekannter Erwin Smith der Leiter einer Praxis für Physiotherapie sei, war ich ziemlich angetan davon und informierte mich direkt im Netz über diesen Beruf. Und nun ja. Dann habe ich gemerkt, dass das eigentlich super zu mir passen würde und habe meinem Vater gesagt, er solle mich bitte als Arbeitskraft hier anmelden, damit ich schon mal hier hinein schnuppern und etwas über diesen Beruf lernen-"
"Bullshit", fiel er mir ins Wort und meine Augen weiteten sich. Er nippte erneut an seiner Tasse.
"Eh..b-bitte?", ich verstand nicht ganz, was er meinte.
Mit einer gewissen Angespanntheit stellte er seine Tasse auf den Tisch und schaute mich durchdringlich an.
Wieder musste ich unauffällig schlucken.
Seine Augen sahen durch den grauen Unterton so kalt und leer aus, aber dennoch konnte ich mir vorstellen, dass da noch mehr als Kälte hinter dieser Fassade steckte.
"Das was du gerade erzählt hast, ist Bullshit", wiederholte er sich, nun aber im ganzen Satz, "Du bist nicht hier, weil du Physiotherapeut werden willst. Sondern, weil du Geld verdienen willst und dir dieser Beruf zufällig in den Kram passt. Aber ich sag dir eins!"
Er beugte sich ein wenig vor, was, gepaart mit seinem vernichtenden Blick, ziemlich bedrohlich aussah.
"Wenn du das hier nicht ernst nimmst, hast du ein großes Problem: nämlich mich. Erwin vertraut mir und meiner Einschätzung mehr als jedem anderen hier. Und wenn ich ihm sage, dass ich für dich aufgrund fehlendem Interesse keinerlei Zukunft in diesem Beruf sehe, dann bringt dir auch dein Vater nichts mehr. Denn dann wirst du hier hochkant rausgeschmissen, hast du das verstanden?", er funkelte mich böse an und ich saß wie erstarrt da. Er hatte mich durchschaut. Naja. Ein wenig.
Aber er hatte recht. Ich sollte mich langsam wirklich mehr für meine Zukunft interessieren und nicht nur dafür, dass ich Geld bekomme. Immerhin hatte ich ja auch noch keine Ahnung, was ich genau studieren, geschweige denn, was ich danach anfangen sollte. Und plötzlich spürte ich diesen gewissen Ansporn oder diesen Willen, meinem gegenüber zu beweisen, dass ich sehr wohl an diesem Job und nicht nur am Geld interessiert bin. Ich wollte ihm zeigen, dass ich zu etwas zu gebrauchen bin und dass ich ihm eine Hilfe sein kann!
"Ja, ich habe verstanden. Aber ich werde Ihnen beweisen, dass ich mich für diesen Job interessiere und werde mich auch richtig ins Zeug legen dafür! Sie werden schon sehen!", sagte ich überzeugt.
Sein Gesichtsausdruck blieb weiterhin desinteressiert. Doch nun nickte er einmal kurz. "Gut. Wir werden sehen, wie du dich anstellst. Dann wirst du mich ab jetzt mit 'Herr Ackerman' ansprechen. Und du tust alles, was ich dir sage und zwar genau so, wie ich es dir sagen. Klar?", er stand auf, um seine Tasse in die Spüle zu stellen.
"Ja, natürlich Herr Ackerman! Auf jeden Fall! Definitiv!", entgegnete ich etwas übereifrig.
Dann kam er noch einmal mit einem Lappen zurück, mit welchem er den Tisch, der meiner Meinung nach kein bisschen dreckig war, sauber wischte.
Und als er fast neben mir stand, da fiel mir etwas auf, was nicht in das Bild passte, das ich bis jetzt von ihm gewonnen hatte: er war ziemlich klein für einen Mann.
Irgendwie ließ mich diese Tatsache lächeln, was natürlich nicht unbemerkt blieb. "Was gibt's da zu grinsen?", knurrte er und stemmte sich auf den Tisch.
"Ach nichts", gab ich zurück.
Er hatte so eine starke autoritäre Ausstrahlung und wirkte an sich auch ziemlich einschüchternd, ist dann aber gleichzeitig auch so klein...Das passte irgendwie nicht zusammen.
Aber ich fand es lustig. Und sogar auch ein bisschen niedlich, dass so viel Autorität in einem so kleinen Körper stecken konnte.

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Ich hoffe, euch gefällt die Ff bis jetzt.
Bleibt gesund! 😊

The guy I'm working with / Ereri (Ger)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt