Heyoo. Sorry, dass wieder so lange nichts kam thihi. 😅😅
Aber hoffentlich gefällt euch dieses Kapitel. Habt Spaß beim Lesen. ☺💕 ^-^
*****
Als ich nun mit meiner gepackten Tasche vor dem Tresen stand, überkam mich erneut eine Welle der Wut.
Denn dort hinter saß - wie immer - Petra und tippte mit ihren künstlichen Fingernägeln auf der Tastatur des PCs rum, was ein wirklich widerliches Geräusch erzeugte.
Ich verdrehte einmal die Augen und räusperte mich dann.
"Hallo ehm...Ich...würde gerne kündigen", ging es mir leise über die Lippen und sofort hatte ich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.
Sie klimmperte ein paar Mal mit ihren aufgeklebten Wimpern und ich fragte mich, ob überhaupt irgendetwas echt war an dieser Frau, als sie plötzlich anfing breit zu grinsen.
Dieses Grinsen verflog jedoch auch genauso schnell wie es gekommen war und sie setzte einen gespielt traurigen Blick auf.
Sogar einen Schmollmund ließ sie dabei nicht weg, diese Schauspielerin!
"Was denn, du willst uns verlassen, Eren?", hakte sie erneut nach, erwartete aber keine Antwort darauf, "Das ist aber wirklich schade...Sag, warum möchtest du gehen? Gefällt es dir etwa nicht bei uns? Magst du uns nicht? Oder liegt es einfach an der Bezahlung und Erwin gibt dir nicht genug?"
Annie, die während Petras theatralischem Gerede aus einem Behandlungszimmer gekommen war und sich zu Petra hinter die Theke gesellt hat, um einen Apfel zu essen, schaute mich nun auch mit zusammengezogenen Augenbrauen an und fragte: "Du kündigst?"
Den Kloß, der sich eigentlich schon die ganze Zeit in meinem Hals befunden hatte, schluckte ich schweren Herzens einfach herunter und stammelte ein "Ja" vor mich hin.
Dann wandte ich mich wieder an Petra.
"Und ich kündige nicht, weil ihr nicht nett seid, ich euch nicht mag oder die Bezahlung zu schlecht ist. Ich kündige, weil ich einfach gemerkt habe, dass dieser Job nicht zu mir passt. Anscheinend...", ich ballte meine Hände zu Fäusten, um irgendwie meine wahren Emotionen zu unterdrücken, "...arbeite ich wohl nicht gerne mit Menschen zusammen."
Beide Frauen sahen mich tonlos an, wobei Annie sich jedoch relativ schnell wieder äußerte: "Na dann, auf Wiedersehen."
Sie schmiss den halb aufgegessenen Apfel in den Mülleimer neben ihr und verschwand wieder in einem Behandlungsraum.
Bedrückt sah ich ihr hinterher.
Selbst, wenn sie immer so mürrisch war, werde ich sie trotzdem vermissen, da ich sie schon irgendwie in mein Herz grschlossen hatte.
Als ich meinen Blick wieder nach vorne richtete, sah ich, wie Petra gerade etwas am PC schrieb.
"Ich mache die Kündigung fertig. Die müssen dann nur noch du und Erwin unterschreiben. Damit wär' die Sache durch", sagte sie und schenkte mir wieder eines ihrer ekelhaften Lächeln.
Ich hätte so kotzen können.
Keinen Augenblick später vernahm ich schon das Geräusch des Druckers, welcher daraufhin ein DIN A4 Blatt ausspuckte, das sogleich von Petra entgegen genommen wurde.
In freudiger Erwartung sprang sie schon beinahe von ihrem Sitz auf und trat hinter der Theke hervor.
"Na dann, komm mal mit", sie lief vor in Richtung von Erwins Büro und ich trottete ihr hinterher.
Mein Herz war so unfassbar schwer in meiner Brust und am liebsten würde ich ihr diesen scheiß Zettel einfach aus der Hand reißen, ihn verbrennen, zu Levi rennen und ihm sagen, dass ich ihn liebte, dass das alles nur eine Intrige von Petra war und ich ihn niemals so hintergehen würde.
Ach und vorher würde ich auch noch Jean in seine blöde Pferdefresse schlagen.
Vielleicht würde er danach ja besser aussehen.
Doch das waren leider Gottes nur Wunschvorstellungen...
Während wir die Treppen hochliefen, kam uns auf einmal eine Person entgegen.
Ich blickte auf und mein Herz setzte einen Schlag aus, als ich sie erkannte.
Levi.
Seine Augen waren noch leicht gerötet, da er ja vorhin meinetwegen geweint hatte. Generell wirkte er ziemlich matt und kraftlos.
Dieser Anblick tat mir weh. Sehr weh...
"Ah, Herr Ackermann!", quietschte Petra im nächsten Moment.
Der Angesprochene nickte nur und ließ seine Augen kurz zu mir wandern, bevor er sich erneut Petra zuwandte.
Eiskalt.
Seine Augen strahlten wieder diese Kälte aus, die ich schon immer am Anfang meiner Arbeitszeit in dieser Praxis bemerkt und abbekommen hatte.
Doch nun hatte ich sogar das Gefühl, dass sie noch schlimmer und noch kälter geworden war...
"Was ist hier los?", erklang seine raue Stimme, die trotz des abwertenden Untertons einer der schönsten Klänge der Welt für mch war.
"Machen Sie sich keinen Kopf, Herr Ackermann. Eren hat lediglich gekündigt und wir klären das jetzt noch mit Erwin ab. Es ist alles gut", erklärte sie und wickelte sich eine Haarsträhne um ihren Finger.
Schon wieder hätte ich kotzen können.
Petra war einfach so ekelhaft falsch.
Doch dieses Gefühl wurde sofort ausradiert, als mich Levis vernichtender Blick wieder traf.
"Ist das so?", hakte er nach, wobei er jedoch nicht mich ansprach; dessen war ich mir bewusst.
Ich musste schlucken, weil mir diese Situation nicht nur unangenehm war; nein, sie verletzte mich.
Mehr als alles andere.
Die Braunhaarige vor mir nickte eifrig als Antwort auf seine Frage, woraufhin Levi weiter seines Weges ging und man noch ein einzelnes "Na dann" hören konnte.
Fast schon sehensüchtig schaute ich ihm nach und wollte nichts lieber, als ihn an mich zu drücken und ihn zu küssen.
Aber von diesem Privileg war ich nun wohl weiter entfernt als je zuvor...
"Jetzt komm schon. Ich hab' auch nicht den ganzen Tag Zeit", murrte Petra und schritt voran.
Meine erneut aufkommenden Hassgedanken ihr gegenüber unterdrückte ich so gut es ging und bereitete mich seelisch auf die gleich folgenden Situation ein.
Kurz darauf blieben wir vor einer großen weißen Tür stehen, gegen welche Petra mit überschwänglicher Ungeduld ihre Hand hämmerte.
Sofort nachdem das "Herein" ertönte, riss sie beinahe die Tür auf und stürmte in den Raum.
Erwin, der bis zu diesem Augenblick in seine vor ihm liegenden Unterlagen vertieft war, blickte etwas geschockt zu uns beiden und zog seine unnormal dicken Augenbrauen zusammen.
"Petra, was gibt's denn?", fragte er mit lauter, fester Stimme und ich zuckte kurz aufgrund der Lautstärke.
"Eren will kündigen", verkündete sie schnell, tappelte zu Erwins Schreibtisch und klatschte den Zettel drauf.
Ungläubig beäugte Erwin das Stück Papier vor sich und sah dann kurz zu Petra hoch, bevor er seine Aufmerksamkeit auf mich richtete.
"Ist das so Eren?", wollte er von mir wissen und ich spürte wie alles in mir danach schrie, ihm die Wahrheit zu sagen.
Doch ich konnte nicht.
Ich konnte mich nicht mal rühren und blieb einfach nur verkrampft neben der Tür stehen.
"Ja, das ist so. Wenn Sie einmal bitte hier unterschreiben würden...", antwortete Petra letztendlich für mich und lehnte sich dann über den Tisch den Blondhaarigen, um mit dem Finger auf eine Stelle des Zettels zu zeigen.
"Vielen Dank, Petra, aber ich denke, Eren kann für sich allein sprechen", ließ er gereizt ab und auch Petra schien überrascht von der plötzlichen Härte in seiner Stimme.
"E-ehm...ja. Verzeihung", entschuldigte sie sich und verließ dann eilig den Raum, nachdem Erwin ihr mit einer deutlichen Kopfbewegung bedeutet hatte, sie solle verschwinden.
Ein siegreiches Grinsen konnte ich mir bei ihrem Abgang auch nicht verkneifen.
Dieses verschwand aber auch schnell wieder, als Erwin sich in seinem Stuhl zurücklehnte, die Hände faltete und mich abwartend anschaute.
"Also, Eren", fing er an und räusperte sich daraufhin einmal, "Was ist los? Willst du tatsächlich kündigen? Wenn dem so ist, dann erklär' mir doch bitte warum. Ich verstehe es nicht so ganz. Auf mich hast du bis jetzt immer den Eindruck eines sehr zufriedenen Jungen gemacht, der Spaß bei der Arbeit hat. Hast du immer nur so getan oder hab ich mich einfach nur so wahnsinnig geirrt?"
Die Nervosität in mir stieg immer weiter und weiter und ich begann damit, an meinen Unterarmen entlang zu streichen.
"I-ich habe nur gemerkt, dass...dieser Job...nicht so zu mir...ehm...passt", stammelte ich vor mich hin und hätte mir dafür eigentlich in den Arsch treten können.
Nicht überzeugt von meiner Erklärung erhob sich Erwin von seinem Stuhl, schritt und seinen Tisch herum und lehnte sich dann mit gekreutzten Beinen an diesen.
"Da hat dein Vater mir aber ganz was anderes erzählt", skeptisch betrachtete er meine Reaktionen, "Und selbst du hast dich noch für deine soziale Art ausgezeichnet."
Shit. Was sollte ich jetzt sagen?
Dass ich ihn angelogen hatte?
Das konnte ich ja wohl nicht bringen.
Er war immerhin ein guter Freund meines Vaters und ich wollte weder dass mein Vater, noch ich in einem schlechten Licht stehen.
"Ich...", setzte ich an, unterbrach mich dann aber selbst und sah runter auf meine Füße.
Diese Situation war so unangenehm für mich.
Es wirkte so, als hätte Erwin mich bereits durchschaut, was aber natürlich gar nicht möglich war.
Außer Jean hätte ihm irgendetwas erzählt, was ich aber stark bezweifelte, da ich ja genau das tat, was er verlangt hatte und somit keinen Grund dazu hatte, Erwin diese Lüge aufzutischen.
Als ich mich wieder gefasst hatte und gerade mit dem Sprechen beginnen wollte, kam Erwin mit zuvor und warf lich mit seiner Frage wieder komplett aus der Bahn: "Oder liegt es an Levi?"
DU LIEST GERADE
The guy I'm working with / Ereri (Ger)
FanfictionEine Ereri Fanfiction. Eren hat gerade die Schule abgeschlossen und nun nichts mehr zu tun. Doch da sich alle seine Freunde bereits einen Job gesucht hatten, konnte er sich nicht mehr mit ihnen treffen und hing nur noch Zuhause rum. Als sein Vater j...
