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Knapp fünf Minuten später saß ich dann auch schon im Wagen meines Vaters, der mich neugierig über meinen ersten Arbeitstag ausfragte.
"Was musstest du denn alles machen, mein Junge? Du bist doch auch sicherlich mit allen gut klar gekommen, richtig?"
"Also ich hab heute erstmal nur bei ein paar Behandlungen zugeschaut. Ich denke mal, dass ich aber demnächst auch selber mal was machen darf, wenn ich halt oft genug zugesehen hab", antwortete ich ihm und kam zu seiner nächsten Frage, "Und ja. Die anderen sind echt nett und ich versteh mich super mit jedem." So ganz der Wahrheit entsprach das zwar nicht, aber ich wollte meinen Dad nicht beunruhigen. Wenn nur die kleinste Kleinigkeit bei mir nicht stimmte, machte er sich schon riesige Sorgen und fing an, Pläne zu schmieden, wie man meine Situation denn wohl verbessern könnte.
Aber so war mein Dad nun einmal.
Während der Fahrt sprachen wir dann auch noch über seinen Arbeitstag - er war Arzt - und luden derweil Mikasa ein.
"Eren, wie war dein Tag?", wollte sie wissen und begutachtete mich dabei, so als würde sie schauen, ob ich irgendwelche Verletzungen hatte oder so.
"Toll", gab ich nur knapp zurück.
Daraufhin fragte sie auch nicht weiter nach.
Als wir dann endlich Zuhause ankamen, stürmte ich praktisch ins Haus. Ich wollte gerade einfach meine Ruhe haben und nachdenken.
"Hallo, mein Schatz. Und? Wie war's?", rief meine Mum mir aus der Küche zu, aber ich sprintete schon die Treppe hoch zu meinem Zimmer.
"War ganz gut, den Rest erzähl ich dir später!"
Und schon schloss ich die Tür hinter mir und atmete laut aus. Meinen Rucksack von meiner Schulter nehmend trottete ich zum Bett, auf welches ich mich mit dem Rücken voran drauf fallen ließ.
Dies stellte sich jedoch als nicht so gute Idee heraus, denn mein Rücken zog aufgrund seiner vorherigen Begegnung mit dem harten Boden einmal stark. Shit. Ich hätte nicht gedacht, dass es immer noch so weh tun würde...Hm. Egal. Wird schon weg gehen. Meinen Blick richtete ich an die Decke und dachte wieder an den Vorfall im Badezimmer.
Warum beschäftigte mich das so sehr?
Und generell: warum beschäftigte ER mich gerade so sehr? Warum wollte ich unbedingt so gut mit ihm klar kommen? War das nur, weil Herr Ackerman der erste Mensch war, der mich nicht zu mögen schien?
Ja. Definitiv. Mir war so etwas noch nie passiert. Deshalb ist mir das auf einmal so wichtig. Und deshalb bildete ich mir wohl auch auf alles etwas ein! Wie darauf, dass er sich meinen Oberkörper angesehen hat. Das ist doch was völlig normales unter Männer! Vermutlich wollte ich durch dieses Einbilden feststellen, ob ich auf seiner Skala bereits von "Mag ich nicht" auf "Mag ich möglicherweise" gerutscht war.
Ich sollte aufhören, mir den Kopf darüber zu zerbrechen und erstmal ein bisschen runter kommen. Er wird mich schon mögen! Vor allem, wenn ich Hanjis Ratschlägen Folge leiste.
'Morgen ist ein neuer Tag und somit auch eine neue Chance, ihn von mir zu überzeugen', dachte ich, stand gut gelaunt wieder auf und begab mich nach unten, damit ich meiner Mum nun von meinem Tag erzählen konnte.

*Am nächsten Tag*

Es lief alles genauso ab wie gestern. Bis auf dass ich heute schon besser aus dem Bett kam.
Ich machte mich fertig, frühstückte mit Mikasa und Mama, packte meine Tasche und fuhr dann wieder mit Dad und meiner Adoptivschwester los.
Heute war ich super motiviert. Ich wollte alles geben und jedem beweisen, dass ich mich gut in diesem Job zurecht finden würde und dass ich auch eine große Hilfe sein konnte!
Nachdem Dad mich verabschiedet hatte, betrat ich die Praxis und wünschte Petra lächelnd einen guten Morgen.
"Oh. Guten Morgen, Eren", entgegnete sie mir und ich machte mich auf den Weg nach hinten, um meinen Rucksack wieder einzuschließen. Ich traf dabei sowohl auf Hanji, als auch auf zwei andere Mitarbeiter, die ich noch nicht kennengelernt hatte, bei denen ich aber in den kommenden sicherlich auch mal zuschauen oder mit anpacken durfte. Sie sahen ganz nett aus. Auch ihnen wünschte ich einen guten Morgen und öffnete dann mit Schwung die Tür vom Aufenthaltsraum. Ich fing an zu pfeifen und nahm mir den Spind, den ich auch gestern schon hatte. Gerade wollte ich abschließen, als ich durch eine Stimme erschreckt wurde.
"Du bist ja gut drauf."
"HIIIIEK", fuhr ich zusammen und drehte mich um.
"Bleib locker. Ich hab hier nur auf dich gewartet", sagte Herr Ackerman, der an die Küchenzeile gelehnt stand und seinen Tee schlürfte, "Erwin hatte mir gesagt, ich soll dir heute ein paar Dinge erklären, die du hier machen kannst, da mein Terminplaner nicht allzu voll ist."
Er stieß sich ab, stellte den Tee weg und kam auf mich zu. Meine Aufgedrehtheit von eben war wie weggeblasen und ich stand mal wieder nur starr da, die Augen auf ihn gerichtet.
Je näher er kam, desto nervöser wurde ich. Was wollte er? Wollte er mich einschüchtern? Das klappte auf jeden Fall ganz gut...
Als er schließlich so nah vor mir stand, dass ich schon seinen Geruch vernehmen konnte, hob er die Hand und schaute mir mit einem gelangweilten Blick tief in die Augen. Ich schaute ihn ebenfalls an, unwissend darüber, was ich jetzt tun, geschweige denn, wie ich diese Gegebenheit bewerten sollte.
Doch entgegen meiner Vorstellungen, griff er einfach nur neben mich in das Regal und zog einen dieser durchsichtigen Frischhaltebeutel hervor, in dem sich anscheinend mein Hemd befand.
"Hier. Gewaschen und gebügelt", er drückte es mir in die Hand und entfernte sich wieder von mir. Dann nahm er sich seinen Tee und verließ den Raum, nachdem er mir mitgeteilt hatte, ich solle gleich nach unten zu den Kabinen kommen.
Ich brauchte jedoch einen Moment, um wieder runter zu kommen. Jetzt bemerkte ich erst, wie sich mein Puls verschnellert und sich meine Wangen erhitzt hatten.
Wurde ich wirklich so nervös, als er mir näher kam?
Krass...Oder hatte ich einfach nur wahnsinnigen Respekt vor ihm? Hmm. Das wohl eher. Wie ich schon mal sagte: seine Aura war ziemlich beängstigend...
Kurz holte ich Luft und begab mich dann in den Vorderbereich der Praxis, in welchem Herr Ackerman schon auf mich wartete.
"Ich dachte schon, du kommst gar nicht mehr", brummte er genervt, "Was hast du so lange getrieben?"
"Eh n-nichts!", ich wusste nicht, was ich sonst hätte sagen sollen. Beschämt blickt ich auf meine Hände, die ich derweil wieder knetete.
"Ja. Sieht dir ähnlich", ließ er noch ab und zog dann den Vorhang einer Kabine beiseite, bevor er diese betrat.
Aua. Der hatte gesessen. Traurig ließ ich den Kopf hängen, folgte ihm hinein und zog hinter mir den Vorhang zu.
"Also, Eren. Ich zeig dir jetzt mal ein paar Sachen, die du machen kannst, wenn im dem jeweiligen Raum gerade niemand behandelt wird", fing er an.
Aufmerksam hörte ich ihm zu, da ich später alles richtig machen wollte, um ihm zu beweisen, wie fähig ich doch eigentlich war.
Er führte Dinge wie Handtücher wechseln, desinfizieren, Spiegel reinigen, Laken auffüllen oder Papiertücher und Einmalhandschuhe holen auf. Bei jedem Satz, den er von sich gab, nickte ich verstehend, damit ich so noch einmal mein Gehör, dass nur seinen Anweisungen galt, unterstreichen konnte.
"Ich hoffe, du hast das alles mitbekommen. Du wirst es kein weiteres Mal von mir erklärt bekommen", stellte er klar und zog seine Augenbrauen zusammen, "Also los. Fang an!"
So schnell wie ich konnte erledigte ich also die mir zugeteilten Aufgaben und rannte ständig hin und her. Mal für neue Handtücher und mal für neues Desinfektionsspray.
Als ich dann so gut wie fertig war, schaute ich zu Herrn Ackerman rüber, der das Geschehen bis jetzt nur stumm beobachtet und noch kein Wort zu meinem Handeln gesagt hatte. Ob das nun gut oder schlecht war, wusste ich nicht. Er redete ja generell nicht viel.
"Und? Ist alles so, wie Sie es sich vorstellen?", fragte ich etwas aus der Puste. Er ließ seinen Blick kurz durch den Raum schweifen, wobei seine Augen jedes noch so kleine Detail erfassten.
"Naja. Geht besser. Aber dafür, dass du es zum ersten Mal gemacht hast, ist es in Ordnung", er verschränkte seine Arme beim reden und mich durchfuhr eine Welle der Freude und des Stolzes. Yes! Ich hatte etwas gut gemacht! Zwar nicht perfekt, aber es war ja auch noch kein Meister vom Himmel gefallen.
"Danke!", ich lächelte ihn breit an, was aber nichta an seinem kühlen Ausdruck änderte.
"Schön. Jetzt komm mit. Ich zeig dir noch weiteres, was du machen kannst", er setzte sich bereits in Bewegung und ich wollte ihm so schnell es ging folgen, jedoch stieß ich dabei gegen das in der Ecke stehende Regal, wobei das Desinfektionsmittel herausfiel.
Herr Ackerman drehte seinen Kopf zu mir und ich streckte meinen Arm nach unten, um es aufzuheben, doch ein plötzlicher Stich in meinem Rücken hielt mich davon ab. "Ahh! Scheiße!", fluchte ich und hielt mir sofort die Hand auf den Rücken.
"Was ist?", fragte nun der Schwarzhaarige und kam ein paar Schritte näher.
"N-nichts es...geht schon", ich hielt die Luft an, um den Schmerz irgendwie zu unterdrücken. Fuck! Warum zog das nur so?
"Sieht nicht so aus", sagte er monoton und griff mir auf einmal unter die Arme, "Versuch' dich auf die Liege zu legen."
Ohne ihn zu hinterfragen, tat ich, was er mir sagte. Während ich mich jedoch hinlegte, verzog ich mein Gesicht schmerzerfüllt und nur langsame Bewegungen waren mir möglich.
"Anders herum wäre nicht falsch gewesen", man konnte das genervte in seiner Stimme gut raus hören. Ich drehte meinen Kopf zu ihm.
"W-was haben Sie denn vor?" - "Was wohl? Dir helfen. Und jetzt mach."
Wieder folgte ich seinen Anweisungen und er half mir sogar dabei, mich auf den Bauch zu drehen. "Gut", äußerte er und im nächsten Moment spürte ich, wie mein Shirt hochgezogen wurde.
"M-moment!", unterbrach ich ihn und lief rot an. Gut, dass ich auf dem Bauch lag und er es nicht sehen konnte...
"Was ist denn?" - "M-muss ich das Shirt wirklich ausziehen?"
Ich spürte, wie er einen Schritt weg trat und die Arme wieder verschränkte.
"Soll ich dir helfen oder nicht?"
Kurz war es still im Raum.
Aber nach ein paar Sekunden murmelte ich ein "Doch" in das frische Handtuch, welches ich eben dort platziert hatte und legte meinen Kopf auf dieses.
Daraufhin trat er wieder an mich heran und zog mir langsam das Shirt aus, immer zu aufpassend, dass er mir keine weiteren Schmerzen im Rücken zufügte.
"So", sagte er und ich konnte das Flitschen von seinen Einmalhandschuhen hören, was mich aus irgendeinem Grund schlucken ließ. Und schon spürte ich seine Hände an meinem Rücken. Ein Schauer durchfuhr meine Glieder und ich fühlte mich so hilflos. Wie ich hier auf dem Bauch lag und ihn über mir an meinem Rücken 'arbeiten' ließ...
Schnell hatte er den Bereich gefunden, von dem die Schmerzen ausgingen und massierte diesen, was zu Anfang wirklich höllisch weh tat und ich mich verkrampfte.
"Bleib ganz locker. Es wird gleich besser", versprach er mir und das war das erste Mal, dass seine Stimme sanft und freundlich klang.
Er sollte recht behalten, denn kurz darauf vernahm ich, wie die Muskeln in meinem Rücken sich immer mehr entspannten und der Schmerz immer weiter zurückging.
Nun breitete sich sowohl ein wohliges Gefühl als auch eine gewisse Wärme in meinem Körper aus. Seine Finger fühlten sich einfach nur noch himmlisch an!
Herr Ackerman massierte meinen ganzen Rücken und ich schloss genießerisch die Augen. Ich war zuvor noch nie massiert worden, aber hätte ich gewusst, dass es sich so unfassbar anfühlt, wäre ich schon viel früher zur Massage gegangen! Aber nur bei ihm.
Nach einer, meiner Meinung nach, viel zu kurzen Weile ließ er von mir ab und zog sich seine Handschuhe aus. "Fertig. Jetzt solltest du dich wieder alleine anziehen können, Eren."
Ich öffnete leicht die Augen und musste seufzen. Dieses Gefühl hatte ich noch viel länger spüren wollen...
Langsam kam ich wieder zu mir, da ich bei dieser himmlischen Massage so halb in eine Traumwelt abgedriftet bin.
Doch auf einmal wurde mir schlagartig etwas bewusst und ich riss die Augen auf.
Nein! Nein, nein, nein! Bitte nicht! Nicht jetzt! Nicht hier! Nicht vor ihm! Wie peinlich...Es hatte mir wohl ein bisschen zu sehr gefallen...

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The guy I'm working with / Ereri (Ger)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt