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Ich regte mich wohl etwas zu lange nicht, denn im nächsten Augenblick erklang bereits die tiefe Stimme des kleinen Physiotherapeuten neben mir: "Oi, Eren. Bist du eingeschlafen oder was? Du kannst dich wieder anziehen!"
Shit. Wie sollte ich ihm das jetzt erklären?
Ich meine, würde ich mich jetzt aufsetzen, wäre es OFFENSICHTLICH, dass ich ein Problem hatte.
Und wenn ich das hier an dieser Stelle mal sagen darf, dann ist das auch kein kleines Problem!
"G-gehen Sie schon mal vor. Ich zieh mich am liebsten alleine an", versuchte ich ihn zu überzeugen, den Raum zu verlassen.
Aber er schenkte nur mir wieder einen seiner berüchtigten Blicke. "Bist du 'n Mädchen oder was? Als hätte ich dich nicht schon mal so gesehen", moserte er, stand dann im nächsten Moment jedoch auf und zog den Vorhang ein kleines Stück beiseite, "Wenn du fertig bist, komm hoch zur Rückenschule, du Tussi." Daraufhin zog er den Vorhang hinter sich zu und ich hörte seine Schritte, die sich immer weiter entfernten.
Schnell setzte ich mich auf und schaute entsetzt auf die Beule in meiner Hose. Verdammte Scheiße! Wie krieg' ich die jetzt weg? Ich kann mir doch nicht einfach hier in der Praxis einen runterholen?!
Leicht unter Druck gesetzt, da ich ja auch noch wusste, dass Herr Ackerman oben auf mich warten würde und er es ja scheinbar hasste, wenn ich zu spät kam, überlegte ich, wie ich die jetzt wegbekommen könnte. Dann fiel mir ein, dass Connie, ein guter Freund von mir, mal erzählt hatte, er würde immer an etwas Trauriges, Ekliges oder absolut Unattraktives denken, damit das wieder wegging. Diese Taktik hatte er sich angeeignet, weil er in einem Schwimmbad arbeitete und er dort tagtäglich mit diesem Problem zu kämpfen hatte.
In diesem Moment wollte ich Connie einfach umarmen und mich dafür bedanken, dass er mir das vor ein paar Monaten erklärt hatte. Selbst, wenn ich diesen Trick damals ziemlich unnötig fand, würde er mich jetzt schließlich das Leben retten.
Ich schloss also meine Augen und konzentrierte mich auf Sachen, die mich traurig machten oder mich anwiderten: verwaiste Hundewelpen, meine Oma, die vor einem Jahr gestorben ist, den schwitzigen behaarten Rücken des Mannes von gestern...
Irgendwann spürte ich, wie mein Problen langsam zurückging und ich stieß ein leises "Ja!" aus.
Ich wartete noch einen Augenblick, bis man eigentlich nichts mehr sehen sollte. Außer, man würde mir halt einfach penetrant auf den Schritt starren, wovon ich jetzt aber mal nicht ausging, dass das jemand hier machen würde.
Ich stand auf und wechselte, wie ich es vorhin gelernt hatte, das Laken der Liege und tauschte ebenfalls das Handtuch aus. Dann nahm ich mir die beiden, mehr oder weniger, 'dreckigen' Sachen, schmiss sie in den riesigen, direkt an die Kabinen angrenzenden Wäschekorb und sprintete die Treppen nach oben in Richtung Rückenschule.
Dort angekommen vernahm ich sogleich ein Räuspern und drehte mich nach rechts. Herr Ackerman saß auf einem der Geräte, hatte die Arme vor der Brust verschränkt und sah mich vorwurfsvoll an. "Findest du das eigentlich in irgendeiner Weise geil, mich ständig warten zu lassen?", fragte er und kam mal wieder bedrohlich auf mich zu.
Ich wich zurück. "N-nein! Keineswegs...Ich...musste nur noch etwas erledigen...Das ist alles...", stammelte ich und ging Schritt für Schritt weiter nach hinten.
Er knurrte leise und plötzlich spürte ich die Wand an meinem Rücken.
"Hör zu", er stellte sich genau vor mich und ich traute mich fast gar nicht, ihm in die Augen zu sehen, "Sollte das noch einmal vorkommen, dann gebe ich dich ab. Dann kannst du jemand anderen warten lassen. Klar?" Ich schluckte aufgrund seiner tiefen, vibrierenden Stimme.
Die Augen zusammenkneifend nickte ich und hoffte, dass das das Ende seiner Ansprache war..
"Und noch was", setzte er erneut an und flüsterte mir den nächsten Teil ins Ohr, "Wenn du das nächste Mal eine Latte hast, brauchst du das nicht so billig vor mir zu verstecken." Dann trat er ein paar Schritte zurück.
Eine Gänsehaut zog sich über meinen gesamten Körper und hinterließ ein teilweise unangenehmes Prickeln auf meiner Haut. Er hatte es also doch mitbekommen?
Das Blut schoss in meine Wangen und ich blickte nur beschämt auf meine Füße.
Wie peinlich...Und vor allem wusste er ja dann auch, dass ich die durch seine Berührungen bekommen hatte...Ich wollte am liebsten im Erdboden versinken.
"Jetzt heul nicht rum. Du bist nicht der einzige, bei dem das passiert ist", versicherte er mir, "Es bringt nichts, sowas vor mir zu verbergen. Ich merk' das sowieso. Geh das nächste Mal einfach auf's Klo, verstanden?"
"Ok", hauchte ich und musste mir auf die Lippe beißen. Gott, das war so ultra peinlich...
"Dann komm her", sagte er und stellte sich dabei neben eines der Rückengeräte. Zunächst etwas zögernd setzte ich mich in Bewegung und blieb dann mit genug Abstand vor ihm stehen. Dies schien er irgendwie lächerlich zu finden, denn ich hörte nur, wie er 'Tch' machte.
Dabei war das keineswegs lächerlich! Ich meine, das hier war mein zweiter Arbeitstag und ich kenne diesen kleinen Mann vor mir eigentlich so absolut gar nicht! Und dann bekam ich auch noch wegen IHM einen Ständer, was er natürlich wusste und ich mich auch unbedingt drauf ansprechen musste!
Das war in keinem Fall lächerlich! Das war einfach nur hochgradig peinlich...
"Jetzt hör mal zu, Eren", unterbrach er meine Gedankengänge, "Hör auf dich jetzt so zu verhalten, meine Güte! Sowas passiert! Das ist doch komplett natürlich! Meinst du, ich hatte in deinem Alter noch nie 'ne Erektion in der Öffentlichkeit? Das ist komplett normal. Und jetzt reiß dich am Riemen und komm hier her!"
Mein Kopf hob sich langsam an, sodass ich ihm wieder in die Augen schauen konnte. Aus irgendeinem Grund hatte mir diese nicht gerade einfühlsame, aber dafür wirksame Rede geholfen und mein Schamgefühl verringert. Er hatte recht. Es war normal. Vor allem noch in meinem Alter. Nichts, wofür man sich schämen müsste!
Ich tat, was er sagte und stellte mich neben ihn. Dann fing er direkt an, mir die Funktion der einzelnen Geräte zu erklären.
Als er damit fertig war, wandte er sich mir zu. "Wir haben hier täglich sehr viel zu tun und es kommt auch häufiger zu Verspätungen oder sonstigen Vorfällen, die dazu führen, dass wir unseren Arbeitsplan nicht immer genau einhalten können. Deshalb möchte ich, dass du die ganzen Geräte hier in der Praxis kennenlernst, damit du beispielsweise Patienten, die schon länger warten, einfach anbieten kannst, sich solange an den Geräten zu beschäftigen. Du musst dann natürlich wissen, wie die funktioneren, es nötigenfalls vormachen und auch immer als Aufpasser dabei bleiben. Klar?"
"Klar!", antwortete ich und wir begaben uns zum ersten Gerät.
Er bedeutete mir, dass ich mich draufsetzen sollte und zeigte mir dann genau, was man dort machte und worauf zu achten war.
Ich saß nun wie verkehrtherum auf einem Stuhl, sodass ich eine kleine Lehne vor meiner Brust hatte. Das Gerät hatte zwei Stangen, welche man mit den Armen zu sich ziehen sollte und an welchen Gewichte befestigt waren. Wie viel Gewicht man benutzen wollte, konnte man individuell einstellen. Ich begann damit, die Übung zu machen, bis ich auf einmal Herrn Ackermans Hände an meiner Brust und meinem oberen Rücken spürte.
"Du musst aufpassen, dass du den Rücken dabei gerade lässt!", er stellte sich genau hinter mich und drückte mich mit seinen Händen so zurecht, dass ich gerade saß. Wieder wurde mir warm ich kam total aus dem Flow.
"Lass deine Beine auch immer auf den Stützen stehen. Es bringt nichts, wenn du sie anziehst", seine Hand, die vorher auf meinem Rücken ruhte, legte er nun auf meinen rechten Oberschenkel, nachdem er meinen Fuß mit seinem eigenen wieder auf die kleine Stütze gedrückt hatte.
Meine Konzentration war nun komplett weg und lag nur noch auf den Stellen, an denen seine Hände meinen Körper berührten. Warum machte mich das nur so nervös?
"Eren, sag mal, findest du das wirklich so anstrengend?", er beugte sich nach vorne und somit kam er mit seinem Kopf ganz nah an mein Ohr, "Oder warum schlägt dein Herz so schnell?"

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Danke an alle, die das hier lesen und auch für meine Geschichte voten😊😊

The guy I'm working with / Ereri (Ger)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt