Sorry, dass gestern nichts kam. Dafür ist das Kapitel heute wieder etwas länger. Viel Spaß😊😊
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Nachdem ich fertig mit dem Essen war und auch Levi, wie ich ihn ja jetzt nennen durfte, den letzten Schluck seines Tees ausgetrunken hatte, räumte ich das Geschirr in die Spülmaschine und schnappte mir schon mal meinen Rucksack. Es waren sowieso nur noch knapp 20 Minuten von meiner Arbeitszeit übrig geblieben, in welchen ich dann halt einfach die Räume und Kabinen auf Vordermann bringen würde.
Gesagt, getan.
Keine Viertelstunde später war ich fertig und machte mich auf den Weg nach draußen, verabschiedete mich vorne. Levi hatte ich bereits 'Tschüß' gesagt, da er noch einen Patienten hatte und direkt nach dem Aufenthaltsraum in dessen Behandlung musste.
Als ich die Praxis verließ, stand mein Vater bereits auf der anderen Straßenseite und blickte immer wieder ungeduldig auf seine Uhr.
Jaja. Vielleicht war ich eine Minute zu spät. Wenn überhaupt.
Ich stieg mit einem "Hey, Dad" zu ihm ins Auto und wurde nur mit einem "Pünktlichkeit ist eine Tugend, mein Sohn" empfangen. Daraufhin sagte ich nichts mehr, sondern verdrehte nur unauffällig die Augen. Er konnte auch gut übertreiben.
Als wir Zuhause ankamen, lief ich wieder nach oben in mein Zimmer, legte mich ins Bett und schaltete meine PS4 an. Doch irgendwie konnte ich mich nicht ganz auf das Spiel konzentrieren, da mein Gehirn mal wieder den Drang hatte, die Geschehnisse von heute noch einmal revue passieren zu lassen. Also schaltete ich sie wieder aus, schmiss den Controller auf mein Kopfkissen und dachte nach. Ich ließ mir das Gespräch zwischen Levi und mir immer wieder durch den Kopf gehen und empfand bei jedem Mal nur noch stärkeres Mitleid.
Es machte mich so traurig, dass er eine so schlimme Vergangenheit hatte...
Während ich darüber nachdachte, spürte ich gar nicht, wie meine Augenlider immer schwerer wurden und ich kurze Zeit später in einen traumlosen Schlaf driftete.
Dieser endete auch erst, als meine Mutter laut meinen Namen durchs ganze Haus brüllte, um mich darüber zu informieren, dass es Abendessen gab.
Seuftzend schleppte ich mich aus meinem Zimmer und die Treppe runter.
Alle saßen schon am Tisch, als ich die Küche betrat und warteten auf mich.
"Komm, Schatz. Es gibt Fisch", sagte meine Mutter und strich mir sanft über den Rücken, nachdem ich Platz genommen hatte.
Das Essen verlief recht ruhig, was mich eigentlich wunderte, da mein Vater abends sonst immer von seinem Arbeitstag erzählte, aber es störte mich nicht weiter.
Dadurch konnte ich auch direkt nach dem Essen wieder auf mein Zimmer gehen und weiter schlafen. Immerhin hieß es für mich morgen wieder: früh raus!
*****
In den nächsten zwei Wochen liefen die Tage immer genau gleich ab: aufstehen, arbeiten, nach Hause kommen, essen, schlafen.
Gegen eine ordentliche Routine hatte ich jedoch nichts einzuwenden. Sie erleichterte mir sowohl mein Aufstehen, als auch mein Einschlafen. Aber genug davon.
Jeden Tag, den ich nun mit Levi auf der Arbeit verbrachte, hatte ich immer mehr das Gefühl, unsere Verbindung würde sich verbessern. Er erklärte mir mittlerweile bei jeder einzelnen Behandlung, bei der ich zuschauen durfte, was der Patient hatte, wie er es behandeln konnte und er zeigte mir sogar einige Griffe und Techniken, die man in bestimmten Fällen anwenden konnte. Zwar ließ er mich noch nicht selbst an die Patienten ran, aber dafür war ich halt einfach noch zu unerfahren. Und ich war ihm auch nicht böse drum.
Die Pausen verbrachten wir ebenfalls immer zusammen im Aufenthaltsraum und mit jedem vergangenen Tag kam er ein bisschen mehr aus sich heraus. Er sprach sogar häufiger. Das freute mich einfach unheimlich. Und mir wurde immer stärker bewusst, was er doch eigentlich für ein toller Mensch war, wenn man ihn näher kennenlernte. Zu Anfang hätte ich nie im Leben gedacht, dass hinter diesem kalten, ausdruckslosen Auftreten ein eigentlich so sensibler und gefühlvoller Mensch steckte. Er selbst wollte dies wohl auch nicht zugeben, aber ich hatte ihn durch das, was er sagte und durch die Art, wie er Dinge tat, dennoch durchschauen können.
Zusammengefasst konnte man also sagen, dass momentan wirklich alles perfekt lief! Obwohl.
Naja...Bis auf dieses komische Gefühl in meinem Bauch, das in den letzten Tagen immerzu verspürte. Aber komischerweise nur, wenn ich bei der Arbeit war. Zuhause ging es dann wieder.
Hm. Wenn das schlimmer werden sollte, müsste ich wohl mal einen Arzt aufuchen...
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Heute war wieder Freitag, was bedeutete, ich müsste morgen und übermorgen nicht zur Arbeit! Ob ich mich nun darüber freute oder nicht, war mir nicht ganz klar.
Einerseits liebte ich mein Ausschlafen über alles und genoss es auch wirklich sehr, mal nicht in der Praxis sein zu müssen.
Andereseits hatte ich mich jedoch mittlerweile so daran gewöhnt, von morgens bis (nach)mittags zusammen mit Levi irgendwelche Leute zu behandeln, dass ich mir sicher war, ich würde es die zwei Tage über ganz schön vermissen...
Aber was soll's. Ich werd's überleben.
Hoffentlich.
Nach der Pause, die Levi und ich wie immer zusammen verbracht hatten, konnte ich aus irgendeinem Grund gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Er brachte mich in diesen 20 Minuten so oft zum Lachen wie ich es selbst nicht mal in einer Woche schaffte. Und das, obwohl er sich teilweise nicht einmal Mühe gab. Seine Art und seine Anwesenheit machten mich einfach nur glücklich und ich war so froh, dass wir uns jetzt so gut verstanden. Das wird mit Sicherheit noch eine gute Freundschaft zwischen uns!
Nur dieses merkwürdige Gefühl in meinem Bauch ging mir allmählich aber sicher auf die Nerven. Es verschwand einfach nicht, egal wieviel Tee ich auf Levis Ratschlag hin trank. Nichts half. Weswegen ich auch beschlossen hatte, heute beim Arzt anzurufen und mir für nächste Woche einen Termin geben zu lassen.
Ein wenig traurig darüber, dass ich nun für zwei ganze Tage nicht mit Levi sprechen konnte, ging ich zur Anmeldung und schaute auf die Uhr. 13:55 Uhr.
Mein Vater würde jedoch erst um kurz nach zwei hier auftauchen, ich konnte mich also noch einige Minuten zu Petra hinter den Tresen gesellen.
Mir war aufgefallen, dass sie zu den Mitarbeitern gehörte, denen ich bis jetzt noch gar nicht bei der Arbeit zugesehen hatte. Obwohl ich auch zugeben musste, dass ein 'Sekretärinnen-Job' wie sie einen machte überhaupt nichts für mich war. Ich brauchte Action!
"Hi, Petra. Hast du was dagegen, wenn ich mich noch kurz zu dir setze? Werde erst in zehn Minuten oder so abgeholt", fragte ich freundlich und zog derweil schon den Drehstuhl neben ihr unter dem Tisch hervor. Sie musterte mich eine Zeit lang, bis sie dann genauso freundlich mit "Aber nein, bitte setz' dich" antwortete.
Dies tat ich auch, verstaute meinen Rucksack unter dem langen Anmeldungstisch, an dem wir beide saßen und blickte über ihre Schulter auf den Computer, an dem sie arbeitete.
"Was machst du da genau, wenn ich fragen darf?" Ich wollte interessiert klingen. Auch, wenn ich es nicht war. Ein bisschen Interesse zu zeigen half immer, um sich mit Leuten besser zu verstehen.
"Ach, nur langweiliges Zeug. Termine verlegen und neue planen, Leute, die noch wegen irgendwas angerufen werden müssen, auf eine Liste setzen und so weiter. Das ist nicht wirklich spannend, weißt du", sie lächelte leicht beschämt, "Aber genug von mir. Wie sieht es denn bei dir aus? Gefällt dir unser Beruf? Hast du denn schon viel gelernt?"
Eigentlich hasste ich solche oberflächlichen und erzwungenen Gespräche, so wie dieses eins war. Oder zumindest fühlte es sich für mich so an. Aber wie schon gesagt war es mein Ziel, mit all meinen Arbeitskollegen gut klar zu kommen und da gehörte so etwas nun einmal dazu.
"Ah, ich finde es wirklich ganz toll! Es machte wahnsinnig viel Spaß, sich die Geschichten, die manche Leute so erzählen, anzuhören! Außerdem ist es soooo interessant, wo und welche Art von Schmerz der Körper haben kann und wie man diese dann auch behandelt!", berichtete ich ihr voller Euphorie, "Und es ist so bewundernswert, wie Levi diesen Menschen allen hilft und so. Da braucht man sicherlich sehr viel Erfahrung für!"
Ich weiß nicht, ob ich es mir nur einbildete, aber ihr Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig, als ich den Schwarzhaarigen erwähnte. Sie sah nun gar nicht mehr so freundlich aus...
"Hm. Ja, das stimmt schon. Er ist sehr erfahren. Aber, Eren, findest du es nicht langsam langweilig, immer nur einer Person zuzusehen? Also meiner Meinung nach wäre es sinnvoller, du würdest häufiger bei den anderen sein! Sonst guckst du dir noch seine Techniken ab", sagte sie stumpf, während sie sich wieder der Tastatur zuwandte.
"Ehm...aber ist das nicht das Ziel dahinter? Also...ich meine, er ist laut Erwin der beste Therapeut hier. Und von wem könnte man besser lernen, als vom Besten selbst?"
Stolz lächelte ich sie an, da ich fand, dass mein Satz sich mega cool angehört hatte.
"Hast du vielleicht schon mal darüber nachgedacht, dass du ihn einfach nervst, wenn du die ganze Zeit da bist und ihn nie in Ruhe lässt?! Ihr verbringt ja sogar eure Pausen zusammen! Glaubst du, er hatte sich das so vorgestellt mit dir?! Bestimmt nicht. Ich kenne ihn schon wesentlich länger als du! Und ich weiß, was er denkt. Das kannst du mir glauben. Deswegen bin ich der festen Überzeugung, du solltest dich nicht wie eine Klette an ihn heften, sondern dich von ihm trennen und auch mal den anderen Physiotherapeuten zeigen, dass du ebenfalls ihre Techniken bewunderst!", fuhr sie mich an und ich starrte ihr einfach nur mit großen Augen entgegen. Meine Brust fing leicht an zu stechen, als sie davon sprach, dass ich ihn nerven würde...
Stimmte das? Wollte er nur seine Ruhe vor mir? Auf mich machte er eigentlich nicht den Eindruck, als würde ich ihn so wahnsinnig nerven...
Jedoch hatte Petra recht. Sie kannte ihn schon erheblich länger, als ich es tat. Was wusste ich also schon..
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The guy I'm working with / Ereri (Ger)
FanfictionEine Ereri Fanfiction. Eren hat gerade die Schule abgeschlossen und nun nichts mehr zu tun. Doch da sich alle seine Freunde bereits einen Job gesucht hatten, konnte er sich nicht mehr mit ihnen treffen und hing nur noch Zuhause rum. Als sein Vater j...
