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Nachdem Hanji Herrn Ackerman quasi anflehte, dass ich ihr bei ihrer nächsten Behandlung zuschauen durfte und er daraufhin nur mit "Soll mir doch egal sein" antwortete, flippte sie völlig aus uns hopste durch den Raum.
"Ouhhhh, das wird toll, Eren!! Na komm!", sie packte mich am Kragen meines Shirts und zog mich dann hinter sich her.
Kurz blickte ich noch einmal zu Herrn Ackerman, der mittlerweile seinen Tee trank und einen Arm nach hinten über den Stuhl gelegt hatte, bevor wir in einem der Räume mit Tür verschwanden.
Hanji drückte mich auf einen Pezziball, der sich mitten im Raum befand und flötete: "Warte kurz hier, Eren! Ich hoool nur eben meine Patieeeentiiiin!" Und schon war sie wieder weg.
Ich seuftzte einmal und hüpfte dann auf dem Pezziball in Richtung der noch geöffneten Tür, von wo aus man in den Aufenthaltsraum schauen konnte.
Mit - wie immer - gelangweiltem Blick nahm der kleine Schwarzhaarige immer mal wieder einen Schluck von seinem Schwarztee, wobei er die Tasse natürlich wieder auf seine besondere Art und Weise hielt. Ich betrachtete ihn ein bisschen genauer.
Seine glänzenden Haare, die ihm teilweise in Strähnen ins Gesicht hingen. Seine grauen Augen, die von der Sonne, die durch die zum Teil geschlossenen Jalousien schien, getroffen wurden und dadurch leicht funkelten. Seine schlanken Finger, die die Tasse fest umschlossen. Seine Brust, die sich ruhig hebte und wieder senkte.
Meine Gedanken schweiften ab und ich war nicht mehr ganz in der Realität.
Einem solchen Menschen wie ihm war ich tatsächlich noch nie in meinem Leben begegnet. Doch genau diese Tatsache war es, die mich faszinierte.
Deswegen wollte ich vermutlich auch, dass er mich mochte. Also..dass wir uns bei der Arbeit besser verstanden.
Ich rutschte noch ein Stückchen nach vorne, wobei der Pezziball jedoch ein knarzendes Geräusch von sich gab und der Blick des kleineren Physiotherapeuten nun stechend auf mir lag.
Mist! So schnell es ging flüchtete ich mich nach hinten, um aus seinem Blickfeld zu gelangen. Dabei machte der Ball jedoch nicht mit, denn dieser bewegte sich kein Stück, was dazu führte, dass ich hinten rüber und auf meinen Rücken knallte.
"Au...Scheiße", fluchte ich und hielt mir die Hand an den Rücken.
"Soooo, da sind wir auch scho- Eren? Was machst du denn da auf dem Boden?", fragte Hanji mich mit großen Augen und auch die etwas ältere Frau neben ihr ließ ihren Blick nicht von mir ab.
"Ehh...Ich", die Schmerzen in meinem Rücken unterdrückend stand ich auf und klopfte mir den imaginären Staub von der Kleidung, "Ich hatte gerade eine neue...ehm...Übung mit dem Pezziball ausprobiert! Also...im Liegen halt. Hat nur nicht so gut funktioniert!"
Schlechteste. Ausrede. Ever.
Aber Hanji schien sich damit zufrieden zu geben und zuckte mit den Schultern.
"Achso. Na dann helf ich dir gleich mal dabei!", bot sie lächelnd an und führte die Frau schon mal in Richtung der Liege. "N-nicht nötig", lehnte ich sofort ab.
"Stimmt. Levi kann dir das später ja auch zeigen", ein teuflisches Grinsen lag auf ihren Lippen und ich musste schlucken.
Bitte nicht...
Ohne noch etwas zu sagen, schloss ich auf Hanjis Bitte hin die Tür und setzte mich mit dem Pezziball neben sie.
"Das ist Frau Koch. Sie hat Wassereinlagerungen in ihren Armen und ich versuche jetzt, ihre Lymphknoten zu massieren, damit diese Wassereinlagerungen verschwinden", erklärte mir Hanji und begann direkt nachdem die Frau sich hingelegt hatte.
Die Erlaubnis, dass ich Zuschauen durfte, hatte Hanji sich schon an der Anmeldung von ihr geholt.
Also schaute ich ihr zu, wie sie eine Stunde die Arme der Frau massierte.
Und um ehrlich zu sein: nach zehn Minuten hatte ich genug. Es passierte nichts spannendes. Zwar unterhielten die beiden sich permanent, aber bei Themen wie 'Einkauf', 'Kinder' oder 'Ex-Männer' konnte und wollte ich nicht unbedingt mitmischen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit klatschte Hanji dann in ihre Hände und verkündete, sie sei fertig. Erleichtert richtete ich mich auf und lächelte die Frau dann freundlich an, welche daraufhin von Hanji zum Ausgang begleitet wurde.
Ich schaute auf die Uhr. 14:18 Uhr. Super! Meine Schicht ging nur bis zwei! So hatte ich es mit Erwin abgesprochen.
Euphorisch räumte ich das Behandlungszimmer auf, stellte also die Stühle und den Ball wieder an seinen gewohnten Platz, nahm das alte Handtuch von der Liege, ersetzte dies durch ein neues und stürmte dann aus dem Raum.
Was letztendlich keine so gute Idee war, denn kaum trat ich einen Schritt heraus, lief ich in jemanden hinein.
"Verdammt!", maulte derjenige und ich blickte erschrocken zu Herrn Ackerman runter, der sich wegen mir nun eine halb ausgetrunkene Tasse Kaffee, welche wir vermutlich den Patienten hier anboten, über sein weißes Hemd geschüttet hatte.
Bitte nicht! Nein! Ausgerechnet er...
"Du nutzloses Balg!", fuhr er mich an und sah an sich runter, "Jetzt guck dir mal diese Sauerei an!"
Panisch griff ich neben mich an der Wand, an der einer dieser Papiertuchspender hing, zog einige heraus und versuchte somit irgendwie den von mir verursachten Schaden zu minimieren. Hektisch rieb ich auf seiner Brust rum. "Es tut mir so wahnsinnig leid, Herr Ackerman! Wirklich! Ich habe Sie nicht gesehen! Entschuldigung! Entschuldigung!"
Er schlug meine Hand weg funkelte mich böse an. "Du machst es nicht besser!"
Wütend stapfte er an mir vorbei. Dann stellte er die Tasse in unsere Spüle und begab sich ins Badezimmer.
Scheiße, Eren...Was stellst du nur immer an! Es war doch eigentlich alles gut heute! Und gerade wo du gehen wolltest, passiert sowas. Typisch.
Eine Weile stand ich noch dort wie eingefroren im Trainingsraum mit den Laufbändern.
Ich wollte jetzt nicht einfach gehen, ohne noch einmal mit ihm gesprochen zu haben. Also lief ich mit leicht gesenktem Kopf zum Badezimmer und klopfte an die Tür.
"Herr Ackerman?" - "Was is?!", tönte es von innen. "K-könnte ich kurz rein kommen?", fragte ich kleinlaut.
"Wenn es sein muss", knurrte er und ich drückte die Tür auf.
"Ich wollte mich nochmal dafür ent-", ich stockte als ich den Blick auf ihn richtete.
Er hatte sein Hemd ausgezogen und wusch dieses in dem großen Waschbecken.
Holy. Also dafür dass er so klein und dünn ist, hatte ich nicht erwartet, dass er ein so definiertes Sixpack hat!
"Was glotzt du so dumm?", riss er mich aus meiner Starre und ich schüttelte den Kopf.
"I-ich...Es tut mir wirklich wahnsinnig leid mit ihrem Hemd...Kann...kann ich das irgendwie wieder gut machen?"
Er rollte nur wieder mit den Augen.
"Wenn du zufällig ein neues weißes Hemd hier hättest, könntest du das. Normalerweise hab ich selbst immer Wechselklamotten dabei, aber ich war heute morgen in Eile und da ich gestern alle Arbeitssachen von mir Zuhause gewaschen habe, hab ich sie vergessen", ärgerte er sich über sich selbst und sein Gesichtsausdruck war angsteinflößender denn je.
"Nun ja...", fing ich an und kratzte mich am Hinterkopf, "Also ich...habe nur das, was ich selber anhab. Aber das können Sie gerne haben! Ich fahre jetzt sowieso nach Hause!" Überzeugt von meiner Idee zog ich meine graue Sweatjacke, die ich aus welchem Grund auch immer heute morgen über mein Hemd gezogen hatte, aus und begann, die Knöpfe meines Hemdes zu öffnen.
Dabei ließ mich Herr Ackerman nicht aus den Augen. "Ich bezweifle mal, dass mir das passt, aber es ist besser als nichts", stellte er fest und verschränkte seine Arme, wodurch seine Brustmuskeln zur Geltung kamen, "Ich hoffe mal, du hast da nicht reingeschwitzt!"
Er machte ein angewidertes Gesicht und ich versicherte ihm, dass es ganz frisch sei.
Dies schien ihn mehr oder weniger zufrieden zu stellen, denn er streckte mir die Hand hin, in welche ich ihm dann mein Hemd drückte.
"Danke", sagte er beim Anziehen.
"Keine Ursache. Das ist das Mindeste!", gab ich zurück und beeilte mich, mir die Jacke wieder anzuziehen. So halbnackt vor ihm zu stehen, war mir dann doch nicht ganz angenehm...
"Morgen bekommst du es gewaschen wieder", versicherte er mir noch kurz mit dem typischen kalten Ton in seiner Stimme und verließ dann das Bad, nachdem er sein nasses Hemd in der Dusche zum Trocknen aufgehangen hatte.
"Sie brauchen es nicht extra waschen! Das kann ich auch...Zuhause...machen", rief ich ihm hinterher, wurde aber zum Ende hin immer leiser, da er wohl schon zu weit weg war, um mich zu hören. Und ich wollte auch nicht die ganze Praxis zusammen schreien.
Ich holte mir also meine Sachen aus dem Spind, verabschiedete mich mit einem "Bis morgen" von denen, die mir auf dem Weg nach draußen begegneten und stellte mich auf die andere Straßenseite. Hier sollte mich mein Vater wieder abholen.
Während ich da so stand und wartete, ließ ich mir die Situation von eben im Bad wieder durch den Kopf gehen.
Und mir fiel etwasauf, was ich vorhin nicht wirklich wahrgenommen oder als nicht allzu wichtig empfunden hatte: als ich mich ausgezogen hatte, hatte Herr Ackerman mich gemustert. Also besser gesagt, meinen Oberkörper.
Meine Wangen wurden ein bisschen wärmer als zuvor.
Das hatte ich mir nicht nur eingebildet, oder?

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HAPPY BIRTHDAY, EREN!! 🥳🥳🥳❤❤❤

The guy I'm working with / Ereri (Ger)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt