»Ich wusste immer, dass du es sein würdest, der den Antrag macht.« Mit leichtem Kribbeln in den Fingern ließ er die Hand seines Freundes los und strich über das bekannte Geländer der Brücke.
»Du warst schließlich immer derjenige von uns, der solche Sachen machte. Du warst es, der mich nach sechs Jahren leidenschaftlicher Feindschaft zum ersten Mal nach einem Date gefragt hat. Erinnerst du dich noch? Am Ufer des Sees? Deine Wangen waren rot und ich weiß noch, wie deine Hände gezittert haben. Aber natürlich habe ich Ja gesagt. Wie hätte ich auch ablehnen können?«, seine Stimme wurde bei der geliebten Erinnerung weich. Er wandte den Blick auf das klare Wasser unter sich, aber er spürte den ununterbrochenen Blick in seinem Rücken.
»Du warst es auch, der mich am Tag von unserem ersten Date als erstes geküsst hat. Bei der Hogsmeade-Bahnstation, noch bevor wir überhaupt beim Madame Puddifoot's waren. Ich war so aufgeregt an dem Tag, ich konnte nur daran denken, wie es wohl gleich mit dir werden würde, im Café, dich anlächeln dürfen. Vielleicht deine Finger mit meinen streifen. Aber du hast mich einfach geküsst, vor dem kleinen Häuschen bei den Schienen. Es war so unerwartet und so perfekt, dass ich wusste, wir waren ernst. Ich werde deine Lippen an dem Tag niemals vergessen.« Kurz sammelte er seine Gedanken, um keinen Schritt zu überspringen. Auch wenn er aufgeregt war, fühlte es sich gut an, zu wissen, wie genau seinen Worten gelauscht wurde, auch wenn sie nicht mal das Gesicht des Anderen sehen konnten.
»Ebenso warst du derjenige, der als erstes seine Liebe gestanden hat.«, fuhr er langsam fort. »Auch wenn ich längst gewusst hatte, dass ich ebenso für dich empfinde, warst du der erste, der es ausgesprochen hat. Morgens, auf dem Quidditchfeld. Die Sonne war gerade erst aufgegangen und das Feld war kalt und nass vom Tau. Ich glaube, es war noch nicht mal 7. Ich liebte es, wenn wir in diesen frühen Morgenstunden zusammen flogen. Aber du warst mir einen Schritt voraus, wie immer. Du liebtest nicht nur das Fliegen, du liebtest mich. Und du hast es gesagt. Natürlich habe ich erwidert, sofort, denn mit solchen Wahrheiten zögert man nicht. Aber du hast ›Ich liebe dich‹ als erstes von uns gesagt.« Die zarten Blumen, die die Brücke umgaben, hatten ihre Blüten weit geöffnet, als würden auch sie seinen Worten aufmerksam zuhören.
»Es mag albern klingen, aber ich wusste schon bei unserem sechsten Date, dass ich dich heiraten würde. Nicht nur, dass ich es wollte, sondern dass ich es würde. Das war die Art von Paar, die wir nun mal waren und sind. Perfekt füreinander, ich brauchte keine Zeit, um zu wissen, dass du der Richtige bist. Natürlich wusste ich, dass noch viel passieren würde, bevor es so weit wäre; wir waren noch nicht mal mit der Schule fertig. Aber das spielte auch keine Rolle, denn ich wusste, dass der Zeitpunkt irgendwann kommen würde. Nicht ein einziges Mal habe ich in den vergangenen Jahren daran gezweifelt. Und ich bin mir sicher, dass du es auch immer wusstest.« Es fühlte sich so gut an, all die Dinge auszusprechen. Er würde diesen Moment nie vergessen.
»Du warst wieder der erste, als du mich gefragt hast, ob wir zusammenziehen wollen. Nicht nur das, du hattest sogar schon eine Wohnung gefunden, die absolut perfekt war. Als wir den Schlüssel in der Hand hielten und gemeinsam die Tür aufschlossen, wusste ich nicht, ob ich jemals so glücklich gewesen war.« Das Wasser unter ihm floss zu schnell, als dass er seine Spiegelung hätte sehen können. Langsam hatte er das Gefühl, dass sein Herz so schnell schlug, wie das Bächlein floss.
»Ich wusste also immer, dass du auch derjenige sein würdest, der den Antrag macht. So sind wir, so bist du. Seit einigen Monaten wusste ich, dass die Zeit reif war. Ich wusste und hoffte, dass es jeden Moment passieren konnte. Als du mich letzten September ohne vorherige Ankündigung mit zu dem hübschen Restaurant genommen hast; ich dachte es wäre so weit. Aber es wurde nur ein unvergesslich schönes Abendessen. Auch als du Ende November meine Hand genommen hast und sagtest, wir würden apparieren, aber du würdest mir nicht verraten, wohin; ich war mir sicher, am Ende des Tages würde ich verlobt sein. Aber wieder irrte ich mich. Auch im Februar, als du mir an dem Sonntagmorgen gesagt hast, du hättest eine Überraschung für mich, hatte ich eigentlich fest mit dem Unausweichlichen und lang Erwarteten gerechnet. Auch an dem Tag lag ich falsch, aber niemals hätte es mich frustriert. Den ganzen Frühling lang war ich bei jedem deiner Worte in Bereitschaft, dich auf ein Knie gehen zu sehen.« Zwar zwitscherten einige Vögel und das Wasser plätscherte, aber die Stille war trotzdem auf erwartungsvolle Weise mächtig.
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Drarry OneShots
FanfictionJap, Drarry OneShots, ich denke, da gibt es nicht viel zu erklären. Natürlich gehören alle Figuren J.K. Rowling, aber die Handlungen sind mein Werk. Ich bin nicht kreativ, aber manchmal habe ich doch ein paar Ideen... Viel Spaß beim Lesen!
