~Amy~
Den Rest des Tages passierte nicht mehr viel. Mason verließ das Haus gegen 19 Uhr und ließ mich alleine. Ich saß auf meinem Bett und beschloss einfach schlafen zu gehen, weil ja sowieso nichts spannendes mehr passieren würde.
Mitten in der Nacht wurde ich dann wach, weil die Tür aufging. Nicht die Haustür, sondern meine Zimmertür. In dieser stand ein betrunkener Mason. Hatte ich schonmal erwähnt, dass Alkohol für Wölfe tötlich enden könnte? Nein? Gut, dann weiß man es jetzt. Ich hatte zwar ein wenig Angst, dass er mir wehtun würde, aber irgendwas in mir wusste, dass er das nicht macht.
"Warum schläfst du hier?" lallte der betrunkene Wolf vor mir. Ich ging nicht darauf ein, was er sagte, sondern führte ihn aus meinem Zimmer heraus. Wahrscheinlich hatte in diesem Moment genau das in mir drinnen gesprochen, von dem ich bis jetzt noch nichts wusste. "Wo ist dein Zimmer?" fragte ich ihn. Er wackelte mit den Augenbrauen und zwinkerte mir zu. Ich ignorierte es und er führte mich die Treppe nach oben. So nett, wie er dann noch war, gab er mir eine kurze Roomtour.
"Hier ist mein Arbeitszimmer. Oh und da ist das Bad."
Ich hörte ihm nicht wirklich zu, weil ich einfach müde war. Wahrscheinlich hätte ich es auch in irgendeiner Weise lustig gefunden, wenn ich selber nicht genervt gewesen wäre. "Kannst du nicht einfach in dein Schlafzimmer gehen?" fragte ich ihn und schon wieder zog er seine Augenbrauen nach oben.
"Du hast es wohl eilig. Nagut, dann wollen wir mal auf die Wünsche meiner Prinzessin eingehen." meinte er und drehte auf der Stelle um. Natoll und ich dachte, dass er mich sofort in sein Schlafzimmer führen wollte.
Wir kamen tatsächlich in seinem Zimmer an. Leider war alles dunkel, sodass ich nicht wirklich viel erkennen konnte. Er legte sich ins Bett und bevor ich gehen konnte, wurde ich von ihm auf sein Bett gezogen. "Wo willst du denn hin?" fragte er und legte sich über mich. Mein inneres sagte nichts mehr und ich fühlte mich wieder unwohl. Ich hätte das nicht tuen sollen. Ängstlich versuchte ich mich unter ihm zu winden, aber er hielt mich so fest, dass es nichts brachte. Mir rannen langsam Tränen über die Wangen. Warum hatte er getrunken? Und wie viel überhaupt?
Er begann sich sein Tshirt über den Kopf zu ziehen und gleichzeitig meinen Kiefer zu küssen. Seinen Unterkörper drückte er gegen meinen. Meine Tränen hörten nicht auf und ich fing lauter an zu schluchzen. Ich wollte das nicht. Zumindest noch nicht. Der einzige mit dem ich schlafen wollte, war mein Mate und Mason war das ganz sicher nicht. Er küsste weiterhin meinen Kiefer und ging nun weiter nach unten zu meinem Hals. Genau an der Stelle, wo der Mate einen beißen sollte, fing er an zu saugen. Ich bewegte meinen Kopf und versuchte ihn daran zu hindern, doch gegen ihn konnte ich nichts ausrichten. Er betrachtete grinsend sein Werk und begann sich seine Hose auszuziehen. Ich sah an die Decke und versuchte ihn mit meinen Füßen zu treten. Doch es brachte nichts. Seine Hände gelitten unter mein Schlafshirt und berührten meine frische Narbe. Es jagte mir einen Schauer über den Rücken. "Hör bitte auf" wimmerte ich. Doch Mason dachte nicht dran. Er küsste mich und ich roch den Alkohol. Mir wurde richtig schlecht.
Doch bevor er weitermachen konnte, fiel er neben mich auf das Bett und schlief, wie ein Bär während des Winterschlafs. Erleichtert entspannte ich mich und ließ weitenen Tränen freien Lauf. Meine Atmung brachte ich auch langsam unter Kontrolle. Ich stand langsam und mit wackeligen Beinen auf. Mason lag wie ein Baby im Bett und schlief. Wäre er nüchtern gewesen, hätte er sowas nicht gemacht. Nachdenklich deckte ich ihn mit der Decke zu.
Da ich jetzt sowieso wach war, ging ich runter in die Küche und holte zwei Gläser Wasser. Eines trank ich aus und das andere nahm ich mit nach oben. Auf dem Weg suchte ich im Badezimmer noch Aspirin. Beides stellte ich Mason auf sein Nachtschränkchen. Er hatte es ja nicht gewollt.. Ich sah ihm nochmal in sein Gesicht. Seine Gesichtszüge waren entspannt und er atmete ruhig. Leise schlich ich wieder aus dem Zimmer und legte mich in mein eigenes Bett.
Am nächsten Morgen wurde ich durch die Sonne wach, die auf meiner Nase kitzelte. Ich streckte mich und bemerkte, dass mein Rücken nun vollends geheilt war. Zufrieden machte ich im Badezimmer den Verband ab und betrachtete die frische Narbe. Es war wirklich riesig. Irgendwann würde ich es dieser Tante heimzahlen. Ich blickte in den Spiegel und bekam erstmal einen Schock. Mason hatte mir gestern Abend einen riesigen Knutschfleck verpasst.
Ich zog die frischen Sachen an, die Mary mir gegeben hatte und ging in die Küche, um etwas zu essen. Meinen Hals versuchte ich mit dem Pullover zu verdecken. Mason hatte Brötchen auf dem Tisch liegen und aß eines mit Marmelade. "Darf ich auch?" fragte ich ihn schüchtern, weil mir seine Aktion von gestern noch tief in den Knochen saß. Er nickte und deutete auf den Platz gegenüber von ihm.
Dankbar nahm ich platz und schnitt mir mein Brötchen auf. Natürlich schnitt ich mir, so schlau wie ich war in den Finger. "Oh Mist, geht's?" fragte er und hielt meine Hand. Sofort fing meine Haut unter seiner Berührung an zu kribbeln und ich entzog sie ihm. "Geht schon" murmelte ich und nahm meine Hand in meine andere.
Zu dem Zeitpunkt vergaß ich, meinen Knutschfleck abzudecken und Mason hatte freie Sicht.
"Wer war das?" knurrte er und an seiner Stimme konnte man erkennen, dass sein Wolf ziemlich nah an der Oberfläche war. Verwirrt beachtete ich ihn nicht und schmierte mir mein Brot zuende. "Ich hab gefragt, wer das war?" rief er jetzt aufgebrachter. Von seinem Tonfall erschrocken, zuckte ich zusammen und machte mich klein.
"Du" antwortete ich flüsternd und aß weiter. Meine Augen wurden glasig und ich konnte ihn nicht ansehen. Mason stand sofort auf und ging ins Wohnzimmer. Dort holte er irgendwas und lief nach draußen. Ich konnte nur noch die Haustür zuknallen hören. Betrübt blieb ich sitzen und aß mein nicht mehr lecker schmeckendes Brötchen.
Ich räumte den Esstisch ab und ging danach ins Wohnzimmer. Ich wollte nach Hause.
Um halb 2 kam Mason wieder zurück. Er schien irgendwie anders als vorher. "Können wir zu deiner Mutter?" fragte ich ihn und wartete auf eine Antwort von ihm. "Warum?" fragte er mich. "Ich wollte mich, bevor ich weiter gehe, bei ihr bedanken." meinte ich. Mason nickte. Wir gingen durch den großen Eingangsbereich nach draußen und liefen zusammen auf ein großes Haus zu. Mason lief einfach herein und ich folgte ihm.
"Mom, Dad?" rief er und bekam als Antwort nur ein brummen aus der Küche. Ich lief ihm schnell hinterher.
In der Küche saßen Mary und Peter am Küchentisch und aßen. Neben ihnen naß noch ein Mädchen, welches ungefähr so alt sein musste, wie ich.
"Amy. Was machst du hier?" fragte Mary als erste und kam zu mir. "Ich wollte mich bei euch bedanken, dass ich hier sein durfte. Aber ich muss weiter, sonst wird mein Rudel mich irgendwann noch finden" meinte ich. "Schade. Wir hätten dich gerne hier gehabt. Hoffentlich wirst du ein neues Rudel finden" meinte sie traurig. Sie klang wirklich betrübt, als hätte sie gewollt, dass ich für immer hier blieb.
"Amy. Wir hatten zwar einen schlechten Start, aber ich fände es wirklich schade, wenn du gehen würdest." meinte Peter und stand ebenso auf.
Peter wollte, dass ich nicht ging?
1247 Wörter
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By your side
Werewolf"Renn Amy!" raunte mir meine ehemals beste Freundin Josie zu. Ich sah mich panisch um. Mein Rudel umschloss mich und knurrte mich an. Ich machte mich klein und wollte rennen, aber ich konnte nicht. Der Alpha kam auf mich zu und ich bekam Angst. Ich...
