~Jona~
Schnell rannte ich zur Treppe. Dort lag Kaiya und hielt sich das Knie. "Verdammt, was machst du auch" murmelte ich und half ihr aufzustehen. Sie wollte gerade etwas sagen, als ihr etwas einfiel und ihre Augen sich vor schreck weiteten. "Amy" hechelte sie und riss sich von mir los. Ihr Knie wurde in diesem Moment zum kleinsten Problem...
Ich rannte die Treppe hoch in Amy's Zimmer. Dort lag sie und rang panisch nach Luft. Ihre Augen waren geschlossen und sie weinte wieder. Zum Glück schrie sie nicht, weshalb das Rudel nicht gestört wurde. Ich wollte zu ihr, aber selbst in diesem Zustand verteidigte sie sich und ich bekam schon wieder neue Kratzspuren. Ab und zu wurde sie wieder komplett ruhig und dann ging ihr Puls wieder hoch. Ihr Herzschlag wurde immer unregelmäßiger und ich hoffte, dass Kaiya schnell wiederkam.
Amy hustete und verschluckte sich. Dann blieb ihr Herz stehen. "Kaiya!" schrie ich. Keine Antwort. Ich nahm Amy in meine Arme und trug sie nach unten. Besser gesagt nach draußen, zum Auto. "Jona? Amy!" rief Kaiya, die mit Josh zu uns kam. Sie sah fertig aus. Wahrscheinlich lagen ihre Nerven, genauso, wie meine blank. "Wir können sie nicht sterben lassen. Sie gehört doch fast mit zur Familie." meinte ich und stieg auf den Fahrersitz. "Jona. Sie werden uns dafür umbringen können" meinte Josh u d sah ruhig in meine Augen. Wie konnte er nur so ruhig bleiben. Wollte er etwa, dass Amy stirbt? Doch ich schüttelte den Kopf. "Das werden sie nicht, weil wir ihren Alpha gerettet haben und jetzt steigt ein verdammt" schrie ich beide an. Ich hasste es meinen Bruder anzuschreien, aber in diesem Moment war es mir egal. Mir war es egal, wenn er mich dafür aus dem Rudel schmiss oder mir mir kämpfen wollte. Seinen Alpha schrie man nicht an, weder, wenn er dein Bruder war, noch in so einer Situation. Aber ich wollte einfach nur noch, dass Amy wieder aufwacht.
Josh und Kaiya stiegen ohne zu zögern in den Wagen. Josh zu mir nach vorne und Kaiya nach hinten zu Amy. Sie legte Amy's Kopf auf ihren Schoß und fühlte ihren Puls. "Wie oft hatte sie heute schon einen Herzstillstand" fragte ich sie hektisch. Kaiya überlegte kurz, bis sie mir vier Finger in den Rückspiegel hielt. Mein Fuß drückte das Gaspedal noch weiter nach unten. Wenn wir nicht gleich da sind, wird sie sterben.
Je näher wir dem Gebiet kamen, desto nervöser wurde ich. Woran das genau lag, wusste ich nicht. Meine Hände zitterten und Josh musste schon ein paar Mal für mich lenken. "Halt an" meinte er ruhig und ich fuhr an den Straßenrand. "So kannst du nicht weiterfahren. Ich fahre" sagte er und stieg aus dem Auto. In Wolfsgeschwindigkeit war er um den Wagen gegangen und hielt meine Tür auf. Schwer atmend stieg ich aus und war auf der anderen Seite. Als wir wieder anfuhren, zitterte ich schon wieder. "Spürst du es?" fragte mich Kaiya von hinten. Ich sah sie nur fragend an, aber Josh machte eine abweisene Bewegung mit der Hand.
~Amy~
Es tat alles weh. Jede einzelne Zelle meines Körpers. Aber ich merkte, dass wir ihm immer näher kamen. Ich lag ziemlich unbequem, aber mein Kopf, lag auf einem Schoß. Ich fühlte mich dort sicher, weshalb es nur Kaiya sein konnte. Während der Fahrt, redeten sie wenig. Ich war wieder in dieser Leere gefangen, wo ich mit niemandem reden, aber alle hören konnte. Auch, wenn wir Mason immer näher kamen und ich auch merkte, dass die Kraft nach und nach wieder in meinen Körper kam, würde ich mich noch nicht zurückverwandeln oder laufen können. Laufen vielleicht, aber nicht wirklich gut. Ich hatte viel zu wenig gegessen und getrunken. So versuchte ich die Kraft zu sammeln, sodass ich wenigstens laufen konnte. Kaiya strich mit ihrer Hand regelmäßig durch mein Fell, was ich sie mit guten Gewissen machen ließ. Während der letzten Tage hatte ich meinen Körper des öfteren nicht wirklich unter Kontrolle. Ich wusste zwar, was ich ungefähr tat, aber konnte es nicht steuern. Somit wusste ich auch, dass ich Kaiya gebissen hatte.
Das Auto hielt an und ich wollte aus Reflex meine Augen öffnen. Jedoch war mein Körper mal wieder gegen mich. Es stiegen alle aus dem Auto und mich hob jemand hoch. Es waren muskelbepackte Arme. Jona hatte weniger Muskeln, weshalb es Josh sein musste. Ich wollte protestieren und selber laufen, aber mein Körper sträubte sich dagegen. Jedoch konnte ich endlich meine Augen öffnen. Ich sah in Josh's blaue und in Kaiyas grüne Augen. Jona konnte ich von meiner Perspektive aus nicht sehen, aber ich spürte seine Anwesenheit. Unser Auto stand noch vor der Grenze. Ich konnte sie riechen. Die Grenze war nicht mehr so stark, wie vorher, was wohl daran lag, dass es Mason auch schlecht ging. Wie sollte ich mich ihm gegenüber eigentlich verhalten? Er hatte mich weggeschickt.
Josh übertrat die Grenze. Sofort wurden wir alle angespannter. Ich sah mich immer wieder nach Wölfen um. Ich konnte sie riechen, aber das Sehen war schlecht. Wir kamen dem Dorf immer näher, als wir auf eine Patrouille stießen. "Was wollt ihr hier?" fragte ein brauner Wolf. "Wir müssen mit eurem Alpha sprechen" meinte Josh und wollte seinen Weg fortsetzen. "Der Alpha ist verhindert." sagte ein grauer. "Dann reden wir mit eurem alten Alpha" meinte Jona genervt und machte auch Anstalten weiter zu gehen. "Stop! Der alte Alpha ist im Urlaub. Ihr könnt ab hier nicht mehr weiter. Ihr habt unsere Grenze übertreten und wir bitten euch jetzt höflich umzudrehen, sonst müssen wir zu härteren Mitteln greifen." sagte der Graue. "Ich denke ihr versteht den Ernst der Lage nicht. Das Mädchen ist eure Luna. Macht jetzt Platz!" rief Jona aufgebracht. Josh legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. Mich setzte er auf dem Boden ab. Sobald ich stand, brachen meine Beine unter mir weg und ich krachte zusammen. Ich würde nicht mehr zu ihm kommen. Egal, was wir machen würden.
Mir kamen vor Verzweiflung wieder die Tränen. Wenn nicht bald ein Wunder kommt, wären wir tot. Mason und ich. Auch, wenn ich meine Schmerzen nicht erwähnte. Meine Brust zog, mein Herz krallte sich krampfhaft fest und mein Magen rebellierte. Meine Glieder schmerzten und meine Füße brannten.
"Bitte lassen Sie uns zu eurem Alpha." sagte nun Kaiya. Sie setzte einen traurigen Blick auf, welcher jeden zum Nachgeben bringen würde. Nur die beiden Wölfe nicht. Sie schüttelte erneut ihre Köpfe. "Ihr geht jetzt" sagte der Braune bestimmt und schubste mich leicht, damit ich aufstand. Das Leicht war eventuell untertrieben. Er schubste mich mit der Schnauze, sodass ich ein passt Meter zurückrutschte. Mein Fell riss an einigen Stellen auf, aber das war mir egal. Wichtig war nur noch Mason. Traurig jaulte ich kurz auf. Leise und heiser. Josh verwandelte sich und ging bedrohlich auf die Wölfe zu. Er musste mich verteidigen, ich war ja Mitglied seines Rudels.
"Amy? Bist du das?" fragte jemand und mein Kopf schnellte in eine andere Richtung. Das Wunder war doch gekommen.
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By your side
Loup-garou"Renn Amy!" raunte mir meine ehemals beste Freundin Josie zu. Ich sah mich panisch um. Mein Rudel umschloss mich und knurrte mich an. Ich machte mich klein und wollte rennen, aber ich konnte nicht. Der Alpha kam auf mich zu und ich bekam Angst. Ich...
