2013
Jahrgangstreffen Abschluss 2001. Nach 12 Jahren wollten sich die Pappnasen wieder treffen. Und sie hatten mich tatsächlich eingeladen. Und seit ich in diesem Gruppenchat war, stand mein Telefon gar nicht mehr still.
„In zwei Wochen, Leute. Ich bin so gespannt darauf, euch alle wieder zu sehen!“ hatte Charleene geschrieben. Ob sie wirklich alle meinte, war fraglich. Mich fand sie damals jedenfalls mega äzend, was sich allerdings auf Gegenseitigkeit beruhte.
„Megasause!!!“ kam es von Allan.
„Habt ihr eigentlich auch Cavill eingeladen?“ wollte Andrea wissen.
„Fat Cavill? Keine Ahnung. In dieser Gruppe ist er jedenfalls nicht.“ Stephanie.
„Was der jetzt wohl macht?“ Charleene.
„Der ist bestimmt so ein fetter Finazfuzzi geworden, wie sein Dad“, vermutete Carl und ich musste lachen. Also dafür, dass er immer up to date war, hatte er scheinbar überhaupt keine Ahnung
„Ihr seid alle so dämlich! Cavill ist Schauspieler!“ klärte Maria auf.
„Schauspieler? Wer will den Fettklops denn schon sehen?“ Allen war damals ein Ekel und blieb es bis heute.
„Er ist Superman du Experte.“
Ich verdrehte die Augen und steckte das Handy weg. Diese Unterhaltung war nicht mein Niveau..
Zugegeben, ich kannte Henry auch als etwas pummeligen Jungen, was er aber zum Abschluss hin kaum noch war. Ich hatte ihn immer süß gefunden. Wir hatten zusammen die Theater AG besucht und hatten Bio und Französisch zusammen, aber ansonsten hatten wir nie viel miteinander zu tun gehabt. Looser gingen Loosern meistens aus dem Weg.
Dennoch war ich neugierig, ob er wohl kommen würde. Ich nahm es allerdings nicht an.
Eigentlich hatte ich nur zugesagt, weil Carli mich überredet hatte. Carli war damals meine beste Freundin gewesen. Leider hat das Leben dafür gesorgt, dass wir uns nur noch selten sahen. Sie war Model geworden, während ich zuhause in Sully, einem kleinen Küstenörtchen im Südwesten Englands als Fotografin für die Tageszeitung arbeitete.
Leider hatte Carli einen wichtigen Auftrag bekommen, weshalb sie nun nicht mehr kommen würde. Eigentlich hatte ich nun keine Lust mehr. Aber andererseits war ich neugierig. Und abgesehen davon hatte ich keinen Grund mich zu verstecken.Mom hatte mir vor ein paar Wochen die Einladung zum Jahrgangstreffen zugeschickt. Niemand von denen hatte meine aktuelle Adresse, weshalb sie die einfach an meine Eltern geschickt hatten. Lange hatte ich überlegt, überhaupt hinzugehen, denn eigentlich hatte ich zu niemanden mehr Kontakt. Schon seit dem College nicht mehr. Nach dem Abschluss war das ganze Kapitel abgehakt und ich hatte neu angefangen.
Dennoch hatte ich zugesagt. Natürlich nach gutem Zureden meiner zwei Brüder Nick und Simon. Ich würde also hingehen, „Hallo“ sagen und vielleicht schon vor dem Essen wieder verschwinden. Das entschied ich spontan. Ein wenig neugierig war ich ja schon.
Maria hatte ihre Nummer mit auf die Einladung geschrieben. Bei Interesse könnte ich ihr schreiben, und sie würde mich in den Gruppenchat einladen. Na klar, als würde ich ihr einfach meine Nummer geben... Ich hatte per Mail geantwortet und umgehend das Geld überwiesen, was sie für das Essen einsammelten.Und nun stand ich allen Ernstes vor meinem Kleiderschrank und fragte mich, was ich anziehen sollte. Anzug? Würde wohlmöglich zu spießig wirken. Jeans und T-Shirt? Zu locker.
Verdammt, warum interessierte es mich überhaupt, was sie von mir hielten. Man sollte meinen, dass sich mein Selbstbewustsein seit damals um einiges gebessert haben sollte. Im Großen und Ganzen war dem auch so, aber heute war ich wohl wieder der pummelige, schüchterne Junge von damals.
Ich seufzte und griff nach einer schwarzen Jeans und einem hellgrauen Hemd. Leger genug um nicht spießig zu wirken, und Zeitlos dazu. Damit lag man nie daneben. Dachte ich zumindest.
Ich zog mich an, gelte meine Locken, die mittlerweile wieder ihre natürliche Farbe hatten und legte ein dezentes Parfum auf. Ich war mittlerweile 30 Jahre alt, so wie die Anderen auch und doch kam ich mir eher wie 13 vor. Wie gut, dass ich Schauspieler war und meine Nervosität würde verstecken können.Wenig später saß ich in einem meinen Wagen, ich hatte mich für den blauen Bentley entschieden, da er weniger auffällig war, als zum Beispiel mein Mac Laren. Ich liebte Autos, und seit ich sie mir leisten konnte, waren die zwei meine Spielzeuge. Ich hielt nichts von Statussymbolen, aber ich war nun mal ein Junge, der Autos liebte.
Ich parkte auf dem Parkplatz meiner alten Schule direkt neben einem süßen, alten, grünen Käfer Cabrio, und checkte nochmal mein Spiegelbild, ehe ich Ausstieg. Es schienen schon ein paar Leute da zu sein, allerdings noch nicht viele. Vielleicht ganz gut, um nicht gleich volle Aufmerksamkeit zu erregen.
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When superman is lovin' you
FanficSunny und Henry kennen sich seit der Schulzeit und sehen sich bei einem Schultreffen wieder. schnell wird aus Freundschaft liebe, aber kann sie auch standhalten?