Ginny Weasley & Alkoholfahne

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„Wen haben wir da", meinte ein Mann und kommt mit seiner Frau zu uns. „Mr. Malfoy, sie haben eine reizende Begleitung", sagt er zu Malfoy und schaut mich dabei schelmisch an. Ich lächele leicht, auch wenn ich lieber hier ganz schnell verschwinden will. „Das ist meine Frau, Melena Malfoy. Schatz, das ist Mr. Edwards, der Minister, und seine Frau", stellt Malfoy uns vor und ich versuche nicht überrascht zu wirken, als mich Malfoy Schatz nennt. Ich spüre ein komisches Gefühl im Bauch, aber trotzdem versuche ich normal zu wirken. „Es freut mich. Mein Mann hat mir viel von ihnen erzählt", lüge ich Mr. Edwards an und bemerke aus den Augenwinkel, wie Malfoy zufrieden guckt. Also habe ich es richtig gemacht.

„Wirklich? Ich bin überrascht, aber es schmeichelt mich. Komisch, dass sie Mr. Malfoy uns nichts von eurer Hochzeit erzählt hat oder von ihnen. Sie sind nicht hässlich, also muss man sie wirklich nicht verstecken", meint er. Wie kann er so etwas sagen, wenn seine Frau neben ihm steht? Mein Blick geht zur Frau, die still das Gespräch folgt und ein leichtes Lächeln auf den Lippen hat. Sie hat ein wunderschönes grünes Kleid an, was ihre Augen sehr gut betont und ihre Figur. Sie scheint älter als ich zu sein, aber sehr viel jünger als ihr Mann, der schon weiße Haare und ein Bierbauch hat. Ob sie auch zwangsgeheiratet  hat? „Entschuldigt sie uns. Wir müssen noch Mr. Potter begrüßen", meint Mr. Edwards und Malfoy nickt kurz, bevor der Minister und seine Frau zu einem schwarzhaarigen Mann mit Brille und einer rothaarigen Frau gehen, die mir furchtbar bekannt vorkommt. 

Warte..Mr. Potter? Harry Potter. Ich war früher mit ihm in Hogwarts, hatte aber noch nie viel mit ihm zu tun, denn er war eine Schulstufe höher als ich gewesen, wie Malfoy. Mein Blick geht zu Malfoy, der auch zu Harry Potter schaut und er nickt plötzlich. Etwas verwirrt gucke ich schnell zu Harry, der zu Malfoy schaut. Er hat ihm anscheint auch zu genickt.  Sie sind also keine Erzfeinde mehr. Aber Freunde scheinen sie auch nicht gerade zu sein. „Möchtest du was trinken?", fragt mich Malfoy und ich nicke kurz. Er verschwindet darauf und ich bleibe ganz alleine. Etwas allein schaue ich mich um. Es waren nicht viele Leute hier. Vielleicht waren nur bestimmte Arbeiter hier engeladen.

„Tut mir Leid, aber sind sie nicht zufällig Melena Andersohn", fragt mich die Rothaarige, die Harry Potters Begleiter ist und ich schaue sie verwirrt an. Woher wusste sie mein Namen?
„Ja, bin ich und sie?", frage ich verwirrt nach, während sie leicht grinst. „Erinnerst du dich nicht an mich? Ich bin Ginny Weasley, also jetzt Ginny Potter", sagt sie stolz und ich sehe sie mit großen Augen an. Das kann unmöglich wahr sein. Die Frau, die vor mir steht, kann unmöglich meine alte Freundin Ginny sein. Die Frau hat wie Ginny rote Haare, aber sonst ähnelte sie Ginny nicht. Sie ist ein bisschen kleiner und ein bisschen breiter als ich. Ihre Augen leuchten und ihre frühere Sommersprossen waren weg. Sie schaut auch sehr viel älter und schöner aus. Ginny war schon immer hübsch, aber jetzt sieht sie noch hübscher aus und strahlt aus den ganzen Gesicht.

„Wow, du hast dich wirklich verändert", murmele ich und wir umarmen uns kurz. Ginny und Ich waren keine besten Freundinnen, sondern normale Freunde, die manchmal was unternahmen und geredet haben. Wir waren leider in verschiedene Häuser, denn sie war in Gryffindor und ich in Ravenclaw, wo man sich nicht gerade oft sah. „Du auch. Was machst du hier? Arbeitest du auch im Ministerium?", fragt sie mich interessiert und ich halte kurz still. Soll ich ihr die Wahrheit sagen oder wie den anderen eine Lüge? Ich wusste, dass Ginny stillschweigen würde und niemand etwas sagen würde, aber trotzdem entscheide mich für die Lüge. „Nein, mein Mann arbeitet hier", sage ich und hoffe, sie würde nicht weiter nachhaken, was sie natürlich macht. „Wer?", hakt sie nach und ich beiße mir auf die Unterlippe. „Draco Malfoy", antworte ich und sie schaut mich geschockt an.

„Was?", sagt sie ein bisschen lauter, sodass alle uns anschauen. „Tut mir Leid...was?", sagt sie zu den Leuten und das Letzte zu mir. Die Leute schauen wieder weg und reden wieder miteinander. „Ich bin mit ihm seit paar Tage verheiratet", meine ich und versuche glücklich zu wirken. „Aber....ihr habt euch doch gehasst! Du würdest dich früher lieber aus dem Fenster schmeißen, als mit ihm zu reden, geschweige denn als mit ihm zusammen zu sein", sagt sie noch immer geschockt und sie hat recht. Ich würde nie zustimmen, wenn ich nicht müsste und wüsste, dass es Malfoy ist. Leider hatte ich keine Wahl. „Dinge ändern sich", meine ich dazu nur und zucke mir meine Schultern. Sie schaut mich weiter ungläubig an, als jemand zu uns kommt. „Hier, Schatz", höre ich Malfoy und er überreicht mir ein Glas mit roter Flüssigkeit, was sicher Rotwein ist.

„Schatz, das ist Ginny Potter und das ist mein Ehemann Draco Malfoy", stelle ich sie gegenseitig vor und Draco nickt ihr zu. „Entschuldigt mich", meint Ginny nur und geht einfach weg. Ob sie was ahnt? „Du kennst sie?", fragt Malfoy mich und ich nicke kurz. „Wir waren in Hogwarts befreundet", erklärte ich ihm kurz. „Sie ist mit Potter verheiratet und Gerüchten zu folge erwarten sie schon ihr erstes Kind", erzählt er mir und ich schaue ihn überrascht an. Ginny scheint nicht gerade schwanger zu sein. Ihr grünes Kleid ist um die Hüfte schon ein wenig breit, also könnte sie wirklich ein Bauch haben. „Seit wann ist sie schon mit Harry verheiratet", frage ich interessant nach. „Keine Ahnung. Ich bin kein Freund von Potter", meint er drauf. Ich hatte also recht. Sie waren keine Freunde, auch nach langer Zeit nicht.

Ich nehme einen Schluck von meinem Glas und musste sofort husten. Ich bin noch nie ein Freund von Alkohol gewesen. „Du verträgst kein Wein?", höre ich Malfoy Stimme mit sarkastische Unterton und er grinst leicht. „Ich war noch nie ein Freund von Wein", murmele ich und höre, wie er lacht. Verwundert schaue ich ihn an. Noch nie habe ich ihn lachen gehört. Ein leichtes Lächeln erscheint auf meine Lippen. Endlich schaut er nicht mehr so gefühlskalt aus. „Ist was?", fragt er und zieht eine Augenbraue hoch. „Du scheinst beim Lachen nicht mehr so gefühlskalt aus", antworte ich ehrlich und er schaut mich überrascht an, bevor er leicht lächelt. Vielleicht ist er nicht so schlimm, wie gedacht.

Den restliche Abend passiert nichts spannendes und wir gehen danach nach Hause. Im Auto bemerke ich, dass Malfoy eine Alkoholfahne hat und auch betrunken zu sein scheint. Erst jetzt fällt mir ein, dass Malfoy immer mehr mit sein Chef getrunken hat und er mehr Gläser hatte, als nur drei. Zu Hause gehe ich gleich ins Badezimmer und ziehe mich schnell um, bevor ich ins Schlafzimmer gehe und Malfoy im Bett entdecke. Etwas überrascht schaue ich zu ihm und werde sofort rot. Er wird doch nicht jetzt neben mir schlafen? Ich biss mir auf die Unterlippe und stehe hilflos einfach da. „Willst du endlich im Bett kommen, oder dort schlafen?", höre ich seine Stimme und ich zucke ein wenig zusammen.

Mit einem mulmigen Gefühl gehe ich zum Bett und lege mich so weit wie möglich weg von Malfoy. „Ich beiße nicht...oder doch", sagt Malfoy und kommt mir bedrohlich nahe. Ich konnte mich nicht bewegen. Was war mit ihm los? Er redet sonst nicht so! Liegt es am Alkohol? „Du bist meine Frau, trotzdem habe ich dich noch nicht richtig geküsst", murmelt er und ich konnte nicht mehr atmen, denn sein Atem stinkt furchtbar nach Alkohol. Warte...Was hat er gerade gesagt? Er will mich doch nicht küssen? Sofort schaue ich ihn geschockt an und spüre, wie er mir eine Haarsträhne aus den Gesicht streichelt. Sein Gesicht kommt mir bedrohlich nahe und ich konnte mich nicht bewegen, oder ein klaren Gedanken fassen. Fast berühren seine Lippen meine, als ...

ZwangsheiratWo Geschichten leben. Entdecke jetzt