14. Volle Biene

63 3 0
                                        

Das Gespräch mit meiner Schwester verlief erstaunlich gut. Sie erzählte mir erst weshalb sie Kontakt zu mir aufnahm und erzählt dann das wir uns treffen können, da sie in Deutschland ist.

Der Grund, weshalb sie es tat, war für mich ganz Simpel. In den ganzen Jahren, mit Onkel Wowa und der Mafia war für sie fürchterlich, doch sie hatte sich hochgearbeitet und ist frei. Also das meinte sie, ob es wirklich stimmt, weiß ich nicht so recht. Wie sie es geschafft hat, will ich ehrlich gesagt nicht unbedingt wissen. Tanja meinte dann das sie frei sein will und endlich mich in ihren Leben haben möchte. Also so ein stink normales Leben. Ich bezweifle wirklich, dass sie es bei mir finden wird, aber werde ihr die Hoffnung und diese Chance geben. Vielleicht ist sie, außer der einen Sache da, genauso ''normal'' wie unser Vater und ich.
Ich finde es etwas riskant wegen der ganzen Geschichte, aber sie ist meine Schwester und ich will sie kennenlernen, unbedingt.

Nachdem Gespräch verabredet wir uns für heute Abend. Auf dem Konzert von Capi. Das erste treffen, ein wiedersehen. Es kommt mir wie ein Bollywood Film vor, aber dann würde der ganze Wind fehlen und singen und tanzen machen wir ja auch nicht.

Ich schweife ab.

Gott... Ich vermisse ihn. Aber ich muss erst klarkommen und die andere Sache versuchen zu vergessen.

Deshalb beschließe ich, kurzer Hand, mir einen oder zwei zu bauen. Ja, ohne kann und will ich nicht.

Wir zwei sind zwar ziemlich Idioten, doch das ist uns ziemlich wurst.

Manchmal erscheint es mir wie ein Unfall, aber dann denk ich an die gute Zeit mit meinem Adonis.
Grade liege ich im Bett und denke über das alles nach, doch dann klopft es an der Zimmertür.

„Komme.." kurz darauf öffne ich die Tür und vor mir steht Lena mit einem breiten Grinsen.

„Hey, wann bist du fertig? Mir wurde gesagt, dass wir zusammen hinfahren würden.. Und tada hier bin ich."

Mir war klar, dass die anderen schon lange weg sind und wir die einzigen unserer Truppe sind, die noch im Hotel herumhängen. „Ja, wusste ich. Komm rein. Bin in fünfzehn Minuten fertig", antworte ich ihr und lass sie auch direkt eintreten.
„Ignoriere bitte dieses Durcheinander.", füge ich lachend hinzu, worauf sie mit einsteigt.

Manchmal kommt es mir vor, als ob ich sowas wie ein Messie wäre. Aber eigentlich auch nicht.

Kann man mir folgen? Wahrscheinlich nicht.

.. wie eine Biene die auf der Suche nach Blumen ist, aber doch in Alkohol Glas landet.

Ja. Genauso.

Lena setzt sich auf einem weißen Sessel und spielt an ihrem Handy rum. Dabei mache ich ein anderes Lied auf Spotify an und suche mir aus meinem Koffer, was Passendes zum Anziehen.

Auch wenn, Vladi und ich seit paar Stunden nicht geredet haben, will ich ihn nicht enttäuschen, wenn ich nicht komme. Das würde mein Gewissen, was seit neustem da ist, zerstören. Und es war schon eine nervige Aktion überhaupt mitzukommen.

Dieser Mann macht mich schwach.

In meinem Koffer finde ich nach langem, gefühlt langen suchen, ein schwarzes Top und eine graue Hose. Dazu noch eine Bomberjacke und Vans. Meine Haare werde ich offen lassen, da sie perfekt sitzen und ich schon heute Morgen gebadet habe. Eine Stunde lang Schaumbad, machte mich zwar Schrumplig, aber es entspannte mich.

Wofür sonst macht man sowas?

„Oh, das sieht toll aus.", meinte Lena irgendwann mal. Natürlich sieht das toll aus, das klebt ja an meinem Prachtkörper.

„Immer doch.", erwider ich also und leg mich in Pose. Manchmal, aber nur manchmal, wollte ich mich als Tattonmodel versuchen, aber wahrscheinlich würde es mich langweilen und deshalb arbeite ich als Tätowierin, da es mich nicht langweilt.

Weisheit des Tages.

Auch, wenn diese paar Stunden schrecklich waren... Mein Spaß verlier ich nie.

„Gut, bin so weit", gebe ich ihr noch diese simple Information. „Alles klar. Ich rufe ein Wagen", grinst sie und wählt eine Nummer.

Dann wird es jetzt wohl losgehen.


Lost || Capital BraWo Geschichten leben. Entdecke jetzt