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Melethron

Elladan stand neben dem Stallmeister und trat ungeduldig von einem Bein auf das andere. Heute sollte König Thranduil ankommen. Trotzdem wollte er lieber mit seinem Bruder Elrohir Orks jagen gehen, aber sein Vater wollte, dass er die Elben aus dem Düsterwald empfängt.

„Dort kommen sie, Lord Elladan!" riss der Stallmeister ihn aus seinen Gedanken. Elladan blickte auf und sah die Delegation schon. Thranduil an der Spitze, Legolas hinter ihm und dann kam die Leibwache. Elladan staunte. Er hat nicht gewusst, dass Legolas auch kommt, umso mehr freute er sich, dass er hier war und nicht mit Elrohir unterwegs.

„Mae Govannen!" begrüßte der Noldor die Ankommenden. „Hannon le" erwiderte der König den Gruß. „Ich werde euer Gepäck in eure Zimmer bringen lassen" sprach Elladan weiter, doch Thranduil nickte nur dazu und ging.

Als alle Pferde und das ganze Gepäck weg war, wollte Legolas auch in sein Zimmer gehen, wurde aber von Elladan davon abgehalten: „Lass uns bei den Pferden treffen, ich muss dir was sagen." Der Sindar nickte und ging Richtung Stall. Elladan blickte ihm hinterher mit einem leichten Hauch von Traurigkeit in seinen Augen. Als er den anderen nicht mehr sehen konnte, ging auch er los, um zum Stall zu gelangen.

Dort angekommen, lehnte er sich gegen den Türrahmen und beobachtete den anderen, der sich mit seinem Pferd beschäftigte. Nach einer Weile brach er die Stille indem er sagte: „Ein schönes Tier hast du da." Legolas fuhr erschrocken herum, entspannte sich aber, als er Elladan erkannte: „Seit wann stehst du da?" wollte er wissen. Der Noldor zuckte aber nur mit den Schultern und kam näher: „Wie heißt dein Pferd?" „Arod", antwortete Legolas. „Arod. Ein schöner Name. Aber das ist doch Rohirrisch. Wie kommst du zu ihm?", fragte Elladan weiter. „Ich bekam ihn zu den Zeiten des Ringkrieges von Èomer, als wir die Uruks verfolgt haben, um Merry und Pippin zu befreien. Seitdem ist er immer bei mir", erzählte Legolas stolz: „Es ist schön dich wiederzusehen, ich habe dich schon vermisst." Er hob die Hand und streichelte über Elladans Wange. Dieser schloss die Augen und genoss die Berührung. „Ich dich auch, Melethron." Er öffnete die Augen wieder, sah seinen Gegenüber an und küsste ihn schließlich.

Als sie sich wieder voneinander lösten, schauten sie sich noch tief in die Augen. Beide sahen Liebe und Zuneigung, doch Legolas sah noch etwas anderes. Er sah Trauer und Schmerz und konnte sich nicht erklären, woher diese Gefühle kamen.

„Melethron, was ist los? Ich sehe Trauer und Schmerz in deinen Augen!", fragte Legolas. Doch Elladan wandte sich von ihm ab und schaute zu Boden. „Elladan, was hast du?", bohrte der Blonde nochmal energischen nach. Der Noldor aber schaute ihn immer noch nicht an, sodass Legolas seufzte und seinen Kopf nahm und ihn so drehte, dass er ihn anschauen musste.

„Ich muss auf eine Mission. Ich muss zu den Zwergen... und wir werden uns vermutlich nie wiedersehen", Elladan sah wieder auf den Boden. Legolasʼ Augen weitesten sich vor Schreck: „Zu den Zwergen? Aber das kannst du doch nicht machen!" „Ich muss aber. Die Valar werden wissen, ob ich wieder zurückkommen", entgegnete der Braunhaarige. „Wer wird alles dabei sein?", fragt der Blonde betrübt. „Niemand. Ich werde alleine reiten", antwortete Elladan. „Nein! Du wirst nicht alleine sein! Ich werde mitkommen!", rief Legolas entschlossen. Elladan hob den Kopf und sagte flehend: „Nein! Es ist zu gefährlich, wenn wir zu zweit wären." „Aber..." wollte der Sindar protestieren, doch Elladan unterbrach ihn: „Nein, bitte tu das nicht. Es reicht, wenn sich einer in Gefahr bringt!" Legolas sah ihn lange an, bevor er zögerlich nickte: „Aber du kommst wieder. Versprochen?" „Ich verspreche es bei den Valar... und bei unserer Liebe!" Elladan zog ihn in eine Umarmung.

„Wann wirst du aufbrechen?" „Morgen." „Morgen schon?!" „Ja, je eher ich aufbreche, desto größer ist die Chance, das ich wiederkomme."

Elladan küsste Legolas nochmal und ging dann, um die letzten Vorbereitungen für seine Reise zu treffen, während der andere bei Arod blieb.

Mittelerde Adventskalender 2020Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt