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Winterwunder in den blauen Bergen

Es war ein überaus frostiger Winternachmittag in den blauen Bergen. Der Himmel war in ein wolkenloses sowie tiefes hellblau gefärbt. Die Sonne stand hoch in ihrem Zenit und sandte alles an Kraft und Wärme heraus, was sie besaß. Ihre Strahlen berührten den weiß-bedeckten Boden und brachten diesen zum Glitzern. Man könnte meinen, er wäre mit abertausenden von Kristallen und Diamanten geschmückt, welche im Glanz der Sonne um die Wette leuchteten.

Dís, der jüngste Spross der Familie Durin, war dick eingepackt in ihrem Pelzmantel unterwegs. An derSeite ihres Mannes. Tiefe Spuren hinterließen ihre Stiefel bei jedem einzelnen Schritt durch den puderweichen Schnee.

Die Tochter Durins mochte den Winter sehr. Nicht der entsetzlichen Kälte wegen, nein. Die konnte getrost fort bleiben. Dís mochte den Winter wegen der faszinierend weißen Pracht um sie herum. Aber auch, oder gerade vor allem deswegen, weil sie im Winter so toll backen konnte.

Natürlich, sie konnte das ganze Jahr über backen. Aber gerade jetzt, im Winter, gab es eine besondere Backzutat, die man auf dem wöchentlichen Markt ergattern konnte. Eine Süßstange aus getrockneter Rinde*. Und genau diese schmackhafte Zutat verwendete die junge Zwergin sehr gerne um einen Honig-Süßstangen-Kuchen* herzustellen. Eine der Lieblingsspeisen ihres großen Bruders. Es bereitete ihr jedes Jahr aufs Neue eine Freude.

Doch... leider nicht dieses Jahr. Dieses Jahr musste Dís darauf verzichten. Nicht, weil sie es nicht wollte oder die Zeit dafür nicht fand, sondern schlichtweg einfach, weil sie es nicht konnte. Denn die Prinzessin war hochschwanger. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ihr Zwergenkind das Licht der Welt erblicken würde. Eigentlich sollte sie in diesem Zustand nicht hier draußen herum laufen, sondern sich schonen. Strikte Verordnung ihres Arztes und ihrer herzlichen Geburtshelferin.

Dís wollte jedoch nicht nur in ihren Gemächern verweilen und nichts tun! Deshalb hatte sie mit einem großen Aufstand ihren Gatten Aleksi* überreden können, mit ihr ein wenig hinaus zu gehen und über den Markt zu schlendern.

Mit leuchtenden Augen und einem seligen Lächeln auf den Lippen spazierte sie also nun, ihre zierliche Hand versunken in der Großen ihres Ehemannes, vorbei an all den wunderbaren Ständen. Esgab vieles zu sehen und auch zu entdecken.

Dort hinten an der Ecke war der Bäckershändler und bot eine große Auswahl an Waren an. Der Duft von frisch gebackenem Brot sowie von allerlei Süßspeisen und Zuckergebäcke stieg der Tochter Durins in die Nase. Bei Mahal, roch das himmlisch!

Um Dís und ihrem Gefährten herum gab es noch Stände mit Stoffen in verschiedenen Längen, Farben und Formen, ein Stand mit feinsten, hochwertigen Weinen aus (fast) ganz Mittelerde sowie ein Schmuckhändler. An letzterem haftete Dís Blick eine große Weile lang. Sie liebte Schmuck. Gut, damit war sie nicht alleine, jegliche Zwergenfrau, die es auf der Welt gab, liebte Schmuck über alles.

Aleksi bemerkte den sehnsüchtigen, beinah gierigen Blick der Frau seines Herzens und wie sie eifrig zu dem Stand eilte. Mit ihm im Schlepptau, denn seine Hand lag noch immer in ihrer. Er seufzte leise.

„Âme Mizimelûh (mein Juwel aller Juwelen), besitzt du nicht schon genug?"

Seine tiefe, raue Stimme drang an Dís Ohr und sie drehte sich ihrem Mann zu, in den Händen bereits eine silberfarbene, funkelnde Halskette, bestückt mit einem Saphir. „Aber sieh doch, âme Ukrad (mein größtes Herz), wie schön diese hier ist!", erwiderte die Zwergenfrau hocherfreut und hielt ihm das Objekt ihrer Begierde regelrecht unter die Nase.

„Dís...", ermahnte ihr Gatte sie scharf. Dís lies jedoch nicht locker. Das war nicht ihre Art. „Ach komm schon...sie würde mir doch schmeicheln, oder etwa nicht?", meinte sie mit süßlicher Stimme und hielt diese wunderbare Kette nun vor sich. Sah Aleksi abwartend an, ein flüchtiges Lächeln auf den Lippen.

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