Kapitel 23 - Rettung

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"Was ist los?!", fragte Eren aufgeregt als er ins Schwesternzimmer gestolpert kam. Die anderen standen an den Fenstern und starrten nach draußen. Das markante Schrappen war nun ohrenbetäubend und als Eren aus dem Fenster sah, machte sein Herz einen riesigen Sprung:"Scheiße, ja!"

Er lief zurück zu Jean, wobei er sich fast auf die Nase legte als er mit der Schulter am Türrahmen hängen blieb. Der Aschblonde hatte es inzwischen unter Schmerzen geschafft, sich aufzusetzen und sah Eren fragend an. Der grinste breit:"Wir haben es geschafft!!! Das Militär! Die sind mit Hubschraubern und Panzern und keine Ahnung was da! Wir sind gerettet!"
"Was?! Ja!", Jean hieb die Faust in die Luft und Eren fiel ihm kurz darauf einfach um den Hals. Perplex hielt der etwas größere inne und klopfte ihm grinsend auf den Rücken:"Jetzt übertreib's nicht, Jäger."
"Sorry", Eren ließ von ihm ab und grinste mindestens genauso breit wie sein Klassenkamerad. Laura kam ins Zimmer und lächelte:"Wir werden hier warten, sie werden ins Gebäude kommen und dich dann raustragen können."
"Fuck, ich wünschte, ich könnte laufen", sagte Jean, aber sein Grinsen verschwand nicht von seinen Lippen. Endlich hatte der ganze Scheiß ein Ende und sie würden bald in Sicherheit sein!

Die Soldaten gingen ruhig und diszipliniert vor. Sie überprüften die Räume und als sie in das Stockwerk kamen, in dem die kleine Gruppe sich zurückzogen hatte, ließen sie ihre Waffen nur zögerlich sinken. Erwin wies sich als Polizist aus und erklärte, dass sie alle normal waren und sich hier zum Überleben niedergelassen hatten.
"Ich verstehe. Dann haben Sie also auch das Signal gesendet?", fragte der Captain einer deutschen Einheit und Erwin nickte:"Ja. Meine Freun-"
"Genau! Mit einem alten Radio! Zum Glück haben wir eines gefunden! Mein Gott! Wir hätte niemals erwartet, dass das Signal irgendwen erreicht. Die Reichweite dürfte nicht mehr als zwei Kilometer betragen", plapperte Hanji aufgeregt dazwischen. Der Hauptmann sah sie zweifelnd an. Sein Englisch war zwar gut, aber diese Frau sprach eindeutig zu schnell:"Ähm ... Ja, wir sind mit den Helis gekommen und zwei meldeten Ihr Signal als sie das Gebiet überflogen. Das war eine großartige Leistung."
Er wandte sich von ihr ab und lieber wieder dem kompetent erscheinenden Mann zu:"Befinden sich noch weitere Personen im Gebäude?"
"Nur noch mein Mann", antwortete Erwin und deutete mit einem Kopfnicken zum Treppenhaus:"Er ist ein Stockwerk tiefer in einem der Patientenzimmer. Ich werde ihn holen."
Doch bevor er losgehen konnte, schüttelte der Hauptmann den Kopf:"Dort war niemand. Wir haben alle Zimmer durchsucht."
Erwins Herz schien ein paar Schläge lang auszusetzen. Wo sonst hätte Levi sein sollen? War er etwa einfach so ohne sie abgehauen? So dumm war er nicht!

"Aber wo sollte er sein?", fragte Hanji und zog besorgt die Augenbrauen zusammen. Armin brachte ihnen die Antwort. Er war blass um die Nase und starrte Erwin ängstlich an:"H-Herr Ack ... Levi ist ... Er ist auf's Dach! Ich ... ich wollte ihn hoch holen als wir die Soldaten gesehen haben, aber er ist einfach ... an mir vorbei!"
"Schon gut, ich gehe ihn holen", murmelte Erwin und lief sofort los. Im Treppenhaus nahm er immer zwei Stufen auf einmal und als er endlich ganz oben ankam und vor der Tür zum Dach stand, sah er, wie seine Finger zitterten. Was wollte Levi hier oben?
Erwin presste die Kiefer aufeinander und drückte die Tür auf. Die Hubschrauber waren bereits weitergezogen und schienen den Rest der Stadt nach Überlebenden abzusuchen. Erwin entdeckte Levi sofort. Er stand auf dem Sims des Daches. Still und unbewegt. Als wäre er nicht hier, sondern woanders. Erwin zog die Augenbrauen zusammen und kam langsam näher:"Levi, was machst du denn? Komm da runter. Das ist gefährlich!"
Doch der Schwarzhaarige wandte sich nicht um. Erwin hätte ihn gerne gepackt und runtergezogen, aber er wusste durch seine Ausbildung als Polizist, dass das ziemlich gefährlich sein und er Levi mit etwas Pech sogar vom Dach stoßen konnte. Also zwang er sich dazu, stehenzubleiben und tief durchzuatmen.

"Geh weg, Erwin", murmelte Levi und seine Stimme klang seltsam verzerrt. Als hätte er Schwierigkeiten zu sprechen. Sein Blick ging nach unten und er sah weit unter sich den Asphalt und das Militär. Inzwischen waren nur noch drei Wagen zurückgeblieben. Die anderen Fahrzeuge waren den Hubschraubern auf ihrer Suche nach Überlebenden gefolgt.

"Levi ... Was hast du vor?", hörte er Erwin fragen und er wusste, dass sein Mann sich nährte. Er schüttelte den Kopf:"Ich liebe dich, Erwin. Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt."
"Ich dich auch", sagte der Blonde sofort und blieb wieder stehen:"Ich liebe dich auch, Levi! Deshalb möchte ich, dass du jetzt da runter und zu mir kommst. Wir wurden gerettet. Das Militär wird uns mitnehmen. Wir werden endgültig in Sicherheit sein."
"Ja", murmelte Levi leise und sah immer noch in die Tiefe:"Ja, werden wir. Wenn diese Biester alle getötet werden."
"Genau. Oder was auch immer. Ich weiß nicht, was mit ihnen passiert, aber wir werden hier wegkommen", sagte Erwin und spannte seine Kiefer an. Levi schien leicht zu nicken:"Ja, sie müssen verschwinden. Nicht eines dieser Biester darf überleben."
Er drehte sich nun um und Erwin wich erschrocken zurück. Levis Augen waren schwarz, sein Blick wild. Er breitete die Arme aus und sah Erwin mit einer unheimlichen Ruhe an:"Jedes verdammte Monster muss sterben."
"Nein", wisperte Erwin und sprang nach vorne:"NEIN!"
Aber er war zu langsam. Wie in Zeitlupe fiel Levis Körper nach hinten und vom Dach des Krankenhauses. Erwin starrte ihm hinterher und schrie.

The AwakeningGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt