Die kleine Gruppe hatte lange gebraucht bevor das Polizeipräsidium in Sicht kam. Immer wieder hatten sie stehenbleiben und warten müssen bis eine Gruppe Biester an ihnen vorbei war.
Levi hatte langsam keine Geduld mehr und am liebsten würde er alleine weiter. Eren und Jean machten sich beinahe durchgehend dumm an. Armin zählte jedes Mal Möglichkeiten auf, was alles passieren konnte, wenn die Biester sie entdeckten. Und dann spekulierte er mit Hanji darüber, wie das alles passiert war. Chemikalien? Zombieapokalypse? Tatsächlich ein Virus? Eine Art Evolution der Natur, weil die Menschen die Welt zu sehr zerstörten?
Levi verstand nicht, warum sie sich über so etwas Gedanken machten. Konnten sie sich nicht darauf konzentrieren, nicht entdeckt zu werden?!
Vor allem Hanji musste er bereits zum dritten Mal in letzter Sekunde hinter ein Auto ziehen, damit sie nicht gesehen wurde.
"Levi", quengelte sie leise und sah schon beinahe sehnsüchtig der Gruppe Biester nach, die gerade an ihnen vorbeigezogen war:"Ich muss da einen näheren Blick drauf werfen!"
"Noch näher und dann hast du da nichts mehr von", zischte Levi leise und wartete bis die Gruppe weg war. Er sah zu Rico und rieb sich die Schläfe:"Kannst du mir den Gefallen tun und auf Hanji achten?"
"Klar", murmelte sie nickend und kam gleich neben die andere Brillenträgerin. Levi drehte sich zu Eren und Jean und knurrte:"Und ihr zwei Knalltüten seid jetzt endlich leise, sonst binde ich euch an den nächsten Laternenmast."
"Schon gut. Ich kann ja still sein im Gegensatz zu Anderen", sagte Jean und hob abwehrend die Hände. Eren zog eine Augenbraue hoch und schnaubte belustigt."Klar. Du mit deiner Pferdefresse. Als ob du die jemals halten könntest."
"Aber du oder was?!", fragte der Brünette aufgebracht und packte seinen Rivalen gleich wieder am Kragen.
Armin wimmerte leise und ging dazwischen:"Jetzt seid doch endlich mal leise! Sonst können wir uns gleich alle auf einem Silbertablett servieren."
"Armin hat Recht. Wir sollten weiter. Es ist ja nicht mehr weit", sagte Levi und war dankbar für das bisschen Verstand.
Sie sahen noch kurz nach, ob die Luft rein war, dann machten sie sich weiter auf den Weg und schließlich kamen sie endlich an der Wache an.
Levi entschied, dass die Gruppe erst noch hinter den Autos versteckt blieb und ihm erst folgen würde, wenn die Luft rein war. Alle waren einverstanden damit und ließen den Schwarzhaarigen vorgehen.
Als Levi die Tür öffnen wollte, fluchte er leise und trat dagegen:"Was ein Scheiß! Warum ist der Mist denn abgeschlossen?!"
"Levi!", schrie Hanji plötzlich von hinten und kurz darauf prallte eine Patrone neben seinem Kopf am Panzerglas ab. Erschrocken zog der Kleine den Kopf ein und drehte sich um. Hinter ihm war auf einmal doch eine Gruppe von fünf Bestien aufgetaucht und kam nun direkt auf ihn zu.
"Fuck!", knurrte der Leiter der Gruppe und riss seinen Rucksack vom Rücken, um dort nach etwas zu suchen, mit dem er sich verteidigen konnte. Keine Sekunde später hörte er wie direkt hinter ihm ein Schuss abgefeuert wurde. Er drehte sich um und erkannte Mike und Erwin.
"Erwin ...", hauchte Levi. Seine Augen weiteten sich und er wollte seinem Freund um den Hals fallen, aber der musste sich erstmal um ihre Verteidigung kümmern.
Nachdem sie die erste Welle der Feinde zurückschlagen - oder besser gesagt zurückschießen konnten, war der Vorrat an Munition endgültig leer.
Leise fluchte Erwin als er sah, dass von links noch mehr der Biester kamen.
"Alle rein hier!", schrie er und steckte seine Waffe weg. Die beiden Lehrerinnen und ihre ehemaligen Schüler kamen schnell von der anderen Straßenseite gesprintet und zur Türe.
Doch genauso schnell wie sie, waren auch die Biester.
"Shit", schrie Jean und kehrte noch einmal zurück zum Haufen der toten Menschen, die Mike und Erwin erschossen hatten.
"Kirschstein! Was zum Teufel tust du da?!", schrie Eren und starrte zu ihm zurück. Die neue Gruppe Angreifer war schon gefährlich nahe, doch als Jean sich erhob, hatte er die Waffe eines Toten in der Hand und richtete sie auf den Gegner.
Schießen tat er jedoch nicht. Im Gegenteil: Er versteinerte komplett und wurde leichenblass:"M ... Marco ...?"
Tatsächlich war einer der vordersten Angreifer sein Freund. Zumindest sah er so aus. Jean erkannte ihn kaum. Dieser Blick ... diese Augen ... Marcos Augen waren dunkel. Nicht mehr mit der Wärme erfüllt, die Jean so an ihnen liebte. Sein ganzes Gesicht war angespannt und kühl. Wuterfüllt ... Und er kam direkt auf ihn zu!
"Marco! I-ich bin es! Jean!", schrie der Blonde verzweifelt. Seine Hände zitterten und beinahe fiel ihm die Waffe aus der Hand. Warum hielt Marco nicht an? Warum sah er ihm so hasserfüllt entgegen?
"Marco!", schrie Jean verzweifelt und wich einen Schritt zurück als Marco und die Gruppe nur noch wenige Meter entfernt waren. Kurz darauf ertönte ein Schuss.
Jean schrie als er sah wie Marco zu Boden fiel und sich nicht mehr bewegte. Die restliche Gruppe rannte unbeirrt weiter, doch Jean hatte nur noch Augen für seinen Freund. Er musste zu ihm ... Er musste ...
"Kirschstein! Beweg deinen Arsch rein!", schrie Levi wütend und packte den Jugendlichen schließlich am Kragen, um ihn hinter sich her nach drinnen zu ziehen, wo Erwin und Mike die Türen gleich wieder verschlossen.
Als sie alle im ersten Stock waren, stieß Levi Jean von sich:"Du wärst beinahe draufgegangen!"
"Du verdammter Bastard!", schrie Jean auf einmal unvermittelt und wollte auf den Kleineren losgehen, doch Erwin reagierte schnell und hielt ihn zurück:"Hey! Beruhig dich! Er hat dir das Leben gerettet!"
"Er hat Marco erschossen!", schrie Jean heiser und zitternd:"Du elender Wichser hast ihn umgebracht!"
Wie wild versuchte er, sich aus Erwins Griff zu befreien, doch der blieb eisern und schließlich brachte er Jean in einen anderen Raum, wo dieser weinend zusammenbrach und immer wieder auf die Holzdielen unter ihm schlug:"Er hat ihn einfach erschossen! Marco!"
Eren kam zögerlich in den Raum:"Ähm ... Ich ... ich kümmere mich um ihn ..."
"Würdest du das machen?", fragte Erwin seufzend und streichelte beruhigend Jeans Rücken. Eren nickte und tauschte mit dem Polizisten, w welcher dann zurück zu den Anderen ging.
Eren setzte sich neben Jean und legte einen Arm um ihn:"Es tut mir leid .."
Auch wenn die beiden Jugendlichen sonst so am streiten waren, fiel Jean ihm nun um den Hals, krallte sich in seine Schultern und ließ seinen Tränen freien Lauf.
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The Awakening
FanfictionEs gibt keine Dämonen? Das Böse existiert nicht? Dunkle Machenschaften sind Humbug? Das dachten auch Levi und Erwin. Doch dieser Glaube ändert sich schlagartig, als seltsame Geschehnisse passieren. Menschen drehen durch - bringen sich um, verstümmel...
