Kapitel 10: Aufbruch

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Nach der ausgemachten Stunde kamen Jean und Rico wieder zurück zu dem Outdoorgeschäft, wo Armin und Levi im hinteren Bereich schon warteten. Auf dem Boden hatten sie verschiedene Sachen so ausgebreitet, dass jeder aus der Gruppe die gleiche sinnvolle Ausstattung erhalten würde.

„Gut, ihr seid wieder da", stellte Levi fest und begrüßte die beiden mit einem kurzen Nicken. Jean stellte ächzend zwei Sechserpacks 1-Liter-Flaschen ab und nahm dann den Rucksack vom Rücken:"Ich hoffe echt, dass das ausreicht."

„Natürlich. Das soll ja auch nur zur Not da sein", sagte Levi ruhig und nickte leicht, während er zusah, wie Rico Konserven und Brot aus ihrem Rucksack holte. Jean legte noch Instantnudeln dazu:"Hanji und Eren sind noch nicht wieder da?"

„Offensichtlich nicht", sagte Levi und sah ihn kurz an. Immer diese Fragen, deren Antworten deutlich selbst zu sehen waren. Er seufzte leise und krempelte sich die Ärmel hoch:"Gut, dann lasst uns schon mal die Sachen aufteilen. Jeder nimmt sich von jedem etwas, damit alle gleich ausgestattet sind.

Die anderen nickten und machten sich gleich daran, ihre Rucksäcke zu befüllen. Jeder nahm sich zwei der Wasserflaschen, ein paar Konserven und Instantfood, Brot und dann kam noch die Ausrüstung hinzu, die Armin und Levi zusammengestellt hatten. Ein kleiner Campingkocher, ein Schlafsack, Löffel, eine Taschenlampe, ein Leatherman, sowie ein Taschenmesser und ein kleiner Verbandskasten.

Jean runzelte die Stirn:"Also Klamotten passen da jetzt nicht mehr großartig rein."

„Das wird schon", sagte Levi kopfschüttelnd und ging zum Eingang des Ladens. Er sah nach den beiden letzten aus der Gruppe, doch die waren immer noch nicht zu sehen. Leise murrte er:"Das liegt bestimmt wieder mal an Hanji. Die Frau hat einfach kein Zeitgefühl."

Er wollte gerade wieder rein ins Geschäft, als er Schreie von einem der oberen Stockwerke hörte. Sofort blickte er auf und lauschte. Eindeutig. Das waren Eren und Hanji. Er unterdrückte den Impuls zu fluchen und lief wieder rein:"Packt eure Sachen und macht euch bereit. Ich glaube, wir haben Besuch."

„Was für Besuch?", fragte Jean verwirrt. Armin blinzelte und nahm seinen Rucksack:"Biester?"
„Biester", bestätigte Levi und schulterte seinen Rucksack ebenfalls. Leise schnaubte er und ging zielsicher zu einer Nische in den Laden zu:"Kommt. Wir gehen nicht völlig unbewaffnet da hoch. Nehmt euch alle eine. Beeilung!"

Als die anderen drei ihm folgten, stockten sie für einen Moment. An der Wand hingen mehrere Äxte verschiedener Größe. Trotz der bekannten Gefahr zögerten sie noch kurz, doch dann nahm sich jeder einer der kleinen Äxte und machte sich hinter Levi her auf den Weg.

Das Kampfgeschrei wurde lauter und sie beeilten sich, die stillgelegte Rolltreppe hochzukommen. Kurz darauf sahen sie schon, wie Eren und Hanji verzweifelt versuchten, sich mit Baseballschlägern aus einem Sportgeschäft zu beschützen. Die braunhaarige Frau sah zu der ankommenden Gruppe und grinste schief:"Hallo, ihr! Schön, dass ihr hier seid. Wir könnten etwas Hilfe gebrauchen!"

Keiner der beiden schien verletzt. Immerhin das. Levi überblickte die Situation kurz und kam dann zu ihnen. Ohne groß zu hadern, schlug er einem der Biester seine Axt von der Seite in den Schädel. Der Mann stöhnte auf und hielt in seiner Bewegung inne. Er drehte noch das Gesicht zu Levi als dieser ihm die Axt aus dem Kopf zog, kippte dann aber um.

Zufrieden nickte Levi und stürzte sich gleich auf den Nächsten. Die Gruppe der Biester schien aus ehemaligen Mitarbeitern des Einkaufszentrums zu bestehen und war ihrer Gruppe zahlenmäßig überlegen. Jedoch gingen sie ohne Plan vor. Beinahe schon wie Zombies.

Während die anderen sich eher schwer darin taten, die Biester kampfunfähig zu machen, streckte Levi einen nach dem anderen nieder. Schließlich waren alle besiegt und Levi sah angeekelt auf seine Arme, die einiges an Blut abbekommen hatten:"Großartig ... Und keine Möglichkeit, das richtig sauberzumachen."

"Ich glaube, wir haben eindeutig größere Sorgen", sagte Eren. Er stand am Geländer und deutete von dort auf den Eingang im Erdgeschoss, durch den gerade eine neue Gruppe von Biestern eindrang. Levi knurrte und sah Hanji und Eren an:"Habt ihr Klamotten gefunden?"

„Haben wir. Thermohemden, Unterwäsche und Cargohosen", zählte Hanji auf. Ihr Kollege nickte und sah noch mal zum Eingang:"Gut. Dann verschwinden wir jetzt von hier. Offenbar denken diese Arschlöcher, dass sie hier mehr Beute finden. Für uns könnte das hier zu einfach als Falle enden. Suchen wir etwas Unauffälligeres."

Die Anderen stimmten zu und so suchten sie sich einen Ausweg aus dem Zentrum. Sie gingen ins Erdgeschoss und suchten nach einem Hinterausgang, der möglichst weit vom Haupteingang entfernt war. Draußen hatten sie freie Bahn, doch bevor sie ziellos losrannten, nutzten sie die Ruhe und besprachen, wo es nun hingehen sollte.

Es kamen mehrere Vorschläge. Zurück zur Schule. Zu einem der Häuser am Stadtrand. Zu einem der großen Bürogebäude.
Doch leider waren die meisten Vorschläge zu weit weg oder ebenfalls solch potenzielle Fallen wie das Einkaufszentrum. Schließlich sah Levi auf:"Zur Polizei."
„Was?", fragend sah Rico ihn an. Levi nickte:"Wir gehen zur Polizei."
„Ähm ... Irgendwie bezweifle ich, dass die noch aktiv ist und uns weiterhelfen kann", sagte Eren verwirrt. Am liebsten hätte Levi sie alle geschlagen für ihre verwirrten Gesichter, doch dann schien zumindest Armin ein Licht aufzugehen:"Natürlich! Die ist nicht weit weg, hat mehrere Etagen, gute Sicht nach allen Seiten und ... wahrscheinlich Waffen."

Endlich schienen auch die anderen zu verstehen und stimmten zu. Doch Rico sprach ihre Zweifel aus:"Und wenn dort Biester sind, die ebenfalls mit Waffen ausgestattet sind? Vielleicht sind die auch auf dieselbe Idee gekommen wie wir."

„Das Risiko müssen wir eingehen. Für den Moment erscheint mir diese Entscheidung am sinnvollsten", sagte Levi. Fragend sah er in die Runde, doch keiner sagte etwas dagegen. In Gefahr sein würden sie überall, doch sollten sie Glück haben und dort nicht auf bewaffnete Biester treffen, würden sie bei der Polizeiwache am sichersten sein. Also machten sie sich auf den Weg dorthin.

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