Kapitel 15: Sicherheit

144 12 3
                                        


Kurz nachdem die Sonne aufgegangen war, wurde die Gruppe durch Lärm auf der Straße aufgeweckt. Sofort waren sie alle wach und liefen an die Fenster - darauf bedacht, nicht von der Straße aus gesehen werden zu können.
"Fuck", murmelte Eren leise als er zusah wie dort zwei kleinere Gruppen von Biestern aufeinander losgingen und sich gegenseitig regelrecht zerfetzten.
"Was zum Teufel machen diese Bastarde da?", fragte Levi verständnislos und verengte die Augen:"Okay, einer passt auf, dass die Wichser hier nicht reinkommen. Die Anderen teilen sich auf. Zwei gehen zum Treppenhaus und gucken, ob irgendjemand ins Gebäude eingedrungen ist und hier hoch will. Erwin, Mike. Macht ihr das?"
Die beiden nickten einverstanden und gingen schon los. Levi sah zu Hanji:"Vierauge, du bleibst hier am Fenster. Armin? Du gehst auf die Campusseite. Ich gehe mit Rico an die Westseite. Und Eren, du siehst nach Kirschstein."

Eren wollte protestieren, doch er sah ein, dass es in dieser Situation nichts brachte, zu diskutieren. Also nickte er nur stumm und sah zu wie sich alle verteilten bevor er dann das Zimmer aufsuchte, in dem sie Jean untergebracht hatten. Der Blonde lag noch immer auf dem Rücken und starrte zur Decke hoch.
"Hey, Jean", murmelte Eren und kam zu ihm ans Bett:"Wie ..."
Die Frage blieb ihm im Hals stecken als er sah, wie blass Jean war. Der Aschblonde drehte müde den Kopf zu ihm:"Wie soll es mir schon gehen? Die ... Wunde hat wieder angefangen zu bluten ..."
"Echt? Oh scheiße", murmelte Eren und schob gleich die Decke etwas weg. Tatsächlich war der Verband blutdurchtränkt. Der Braunhaarige schluckte und presste die Lippen zusammen:"Das ... das wird schon wieder."
"Nein, wird es nicht", murmelte Jean leise:"Das hätte von einem richtigen Arzt versorgt werden müssen. Ich hab zu viel Blut verloren und komm ... Wir müssen hier eh wieder weg. Das wissen wir. Und wenn es so weit ist, dann werde ich nicht die Kraft haben, mitzuhal-"

"Halt die Fresse, Kirschstein!", unterbrach Eren ihn rabiat und sah ihn entzürnt an:"Sag sowas nicht! Selbst wenn: Erwin oder Mike können dich stützen. Die sind doch beide stark! Mann ... Sogar ich würde das machen! Wir würden dich bestimmt nicht zurücklassen."
Jean sah ihn eine Moment ziemlich überrumpelt an, dann lächelte er spöttisch:"Wow ... Nicht schlecht, Jäger ... Bist ja fast schon gut darin, jemandem Mut zu machen."
"Ich meine das ernst", sagte Eren und sah dem Anderen in die bernsteinfarbenen Augen.

Ein paar Minuten später kam ihr ehemaliger Klassenlehrer dann rein:"Okay, der Kampf draußen hat sich gelegt und sonst sehen wir hier nichts Verdächtiges. Die Biester sind in ne andere Richtung weitergegangen. Jean, wie geht es dir?"
"Wie soll es mir schon gehen?", fragte der Jüngere und drehte den Kopf weg.
"Hanji soll sich deine Wunde gleich mal angucken. Bis dahin sollten wir uns um ein kleines Frühstück kümmern", ordnete Levi an und ging wieder. Auf dem Flur drehte er nach rechts ab und ging zu Mike und Erwin ins Treppenhaus. Er stellte sich zu seinem Mann und sah am Geländer runter:"Und?"
"Nichts", antwortete Erwin:"Für's Erste dürften wir sicher sein. Mike und ich bleiben dennoch hier, falls sich doch etwas rührt. Wie geht es Jean?"
"Blass wie eine Leiche", murmelte Levi leise und knirschte mit den Zähnen:"Er sieht echt nicht gut aus ... Seine Wunde müsste dringend genäht werden."
"Vielleicht finden wir hier irgendwas ...", sagte Erwin und strich seinem Mann sanft über die Wange:"Geh wieder zu den Anderen, okay?"
"Schon klar", sagte Levi und zog den Größeren am Kragen zu sich, um ihn kurz zu küssen. Dann ging er wieder in den Flur und kam in das provisorische Krankenzimmer, wo inzwischen auch die anderen drei wieder eingetroffen waren. Besorgt beugte Hanji sich über Jean:"Das sieht überhaupt nicht gut aus. Du blutest zu viel."
"Ja, sorry. Ich geb mir ja wirklich Mühe, mich zurückzuhalten", seufzte Jean genervt.
"Vielleicht finde ich hier irgendwo etwas, womit ich dir das nähen kann", sagte Hanji:"Ich wollte mich hier ja eh noch mal umsehen wegen der Labore und vielleicht einem Stromgenerator."
"Gut, Hanji. Mach das. Aber erst brauchen wir alle eine kleine Stärkung", mischte Armin sich räuspernd ein. Die Gruppe setzte sich einfach auf dem Boden zusammen und aß dann eher stumm vor sich hin. Sie alle machten sich Sorgen um Jean, aber natürlich auch um die Anderen und sich selbst. Gab es einen Platz, an dem sie sicher sein würden? Wenn ja, würden sie es alle dorthin schaffen? Wenn nein ... Wie lange hatten sie dann noch zu leben?


// Fun Fact: Dieses Kapitel gibt es offenbar schon seit etwa hundert Jahren xD

Ich glaube, damals wollte ich die Story erst zu Ende schreiben, bevor ich sie hochlade, um einen wöchentlichen Rhythmus zu haben. MH. Well xD

Eigentlich habe ich diese Story bereits aufgegeben, aber offenbar gibt es immer noch ein paar verirrte Seelen, die über meine Worte stolpern und mir Komplimente zurücklassen, sodass ich mich schon beinahe dazu verpflichtet fühle, zumindest diese Geschichte hier endlich zu beenden.

Danke für eure Unterstützung, die hoffentlich nicht zu enttäuschend belohnt wird <3

The AwakeningGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt