Das Monster neben mir (überarbeitet 2025)

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Langsam öffnete ich die Augen. 

Das erste was mir entgegenblickte, war ein wunderschönes Blau. So blau, wie die unendlichen Tiefen des Ozeans. 

Mein Blick zuckte zu seinen schön geschwungenen Lippen. Die absolute Versuchung. 

Es wäre so leicht. Eine kleine Bewegung und ich wüsste endlich, wie diese Lippen sich anfühlten. Wie sie schmeckten. Ob sie so weich waren, wie sie aussahen. 

Doch mir fehlte der Mut, die wenigen Zentimeter zwischen uns zu überwinden und es herauszufinden. 

Also verharrte ich genauso wie ich war. Um uns herum, war alles still. Keiner von uns traute sich etwas zu sagen und so den Moment zu zerstören. 

Innerlich flehte ich jedoch darum, dass er den Augenblick zerstörte, dass er irgendetwas gemeines sagte und mir einen Grund gab, ihn zu verabscheuen. 

Als er sich dann doch ein kleines bisschen vorbeugte, zog ich mich zurück. "Es tut mir leid." 

Ich konnte das nicht. Das hier war falsch. Er war doch ein Monster, das hatte er letzte Nacht erst wieder bewiesen. 

Doch da war auch diese andere Seite an ihm. Die besorgte, die aufrichtig ehrliche. Die Seite, die mich wieder einmal gerettet hatte. Die Seite, die nun neben mir im Bett lag. 

"Was tut dir leid?", fragte er. Rau, dunkel und kratzig klang seine Stimme und ich musste mir eingestehen, dass ich seine GutenMorgenStimme extrem anziehend fand. 

Gähnend setzte ich mich auf, fuhr mir mit beiden Händen übers Gesicht und stöhnte dann. "Ich weiß es nicht. Vielleicht, dass dir gegenüber mehr empfinde als ich sollte. Oder dass ich gestern nicht auf dich gehört habe und mich stattdessen eingeschlossen hab. Dass wir uns so kennenlernen mussten. Ach keine Ahnung."

Meine geflüsterten Worte, hingen bedeutsam im Raum.

Zwei, drei Minuten passierte gar nichts und ich fürchtete schon, Adrien hatte wieder die Flucht ergriffen. Doch dann merkte ich, wie er sich ebenfalls aufrichtete und spürte eine sanfte Berührung an meiner Wange. Ganz leicht. 

Ich wagte nicht zu atmen.

"Ich bin froh, dass du das gesagt hast.", wisperte er dann. "Es gibt mir Hoffnung."

"Hoffnung?", wiederholte ich ungläubig

"Hmm." Er nickte. "Hoffnung, dass du doch mehr in mehr siehst, als ein Monster."

Daraufhin wusste ich keine Antwort. Kein Kommentar, nichts. 

Stillschweigend blickten wir einander an und versuchten zu begreifen, was sich gerade zwischen uns geändert hatte.

Das dem so war, konnte keiner bestreiten. Die Mauer, die ich um mich errichtet hatte, brach mit jedem Tag hier ein kleines Stück mehr zusammen und auch wenn ich es nicht gerne zugab, lag das wohl an ihm und diesem Ort. 

Ich musste hier niemandem etwas beweisen. Ich hatte keine Pflichten, die mich verfolgten. Hier konnte ich, ich sein und es war egal, ob man mich akzeptierte oder nicht. Denn am Ende dieses Abenteuers, war ich entweder tot oder nun ja... Ein Monster. 

"Meinst du, du könntest irgendwann damit aufhören mich zu hassen?"

Leise lachte ich. Es war, als könnte er meine Gedanken lesen. 

"Ich hasse dich nicht.", erklärte ich. "Ich hasse es, dass mein Herz schneller schlägt, wenn du dich mir näherst. Ich hasse es, dass egal wie lange ich dir in die Augen sehe, nicht damit aufhören kann. Ich hasse es, dass meine Knie zittern, wenn du mich anlächelst und ich hasse es, dass ich nicht weiß wie ich mit all dem hier umgehen soll. Aber dich? Dich hasse ich nicht. Ich mag dich manchmal nicht sonderlich, aber ich denke, auf Grund der gegebenen Umstände, wirst du mir das nachsehen."



Hello meine Freimde, 

ich weiß, dass das hier kein langes Kapitel ist, aber mir war diese Szene zwischen den beiden extrem wichtig. 

Also müsst ihr euch heute mal mit einem kurzen Kapitel begnügen. 

Eure 

Anna-Lena

Schwingen der NachtGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt