Als ich einige Zeit später wieder wach wurde, musste ich mich nicht einmal umdrehen, um zu wissen, dass Adrien sich in meiner Nähe befand.
Langsam richteten sich die feinen Härchen auf meinen Armen auf und ein paar Augen brannte sich beinahe in meinen Rücken.
"Ich weiß dass du wach bist.", sagte er und seine tiefe Stimme schwebte durch den großen Raum. Genervt blinzelte ich, streckte mich ausgiebig, bevor ich mich schmatzend zu ihm umdrehte.
Wie selbstverständlich lag er neben mir am Rand des Bettes und beobachtete aufmerksam jede meiner Bewegungen. Die Arme ganz entspannt hinterm Kopf verschränkt und das Gesicht in meine Richtung gewandt.
Wie lange lag er da wohl bereits?
Das Blau seiner Augen traf mich und ich kam erneut nicht daran vorbei, festzustellen, wie wunderschön sie aussahen. So endlos tief und fesselnd.
Es schien, als könnte er bis in die tiefsten Abgründe meiner Seele blicken und das löste etwas in mir aus, von dem ich nicht wusste, wie ich es einordnen sollte.
"Was willst du?", gähnte ich und fuhr mir mit beiden Händen übers Gesicht. Der Schlaf steckte mir noch tief in den Knochen und ich musste zugeben, dass ich wirklich gut geschlafen hatte. Ich schob es auf das unglaublich teuer aussehende Bett.
"Und außerdem:", fuhr ich vor und legte das Kopfkissen zwischen uns. "Zu nah!" Schmunzelnd betrachtete er die flauschige Mauer, die ich zwischen uns errichtet hatte. Wir wussten beide, dass mein Kopfkissen nichts gegen ihn ausrichten konnte, wenn er es drauf anlegen würde. Aber zumindest gab es mir ein wenig Ruhe und Genugtuung.
"Ich hab dir was zu Essen organisiert.", sagte er nur und richtete sich mit einer eleganten Bewegung auf. Dann rümpfte er in übertriebener Geste die Nase. "Vielleicht solltest du dich vorher noch frisch machen."
Mit offenem Mund starrte ich ihn an. "Rieche ich etwa nicht mehr, als wäre ich gerade frisch aus einer Blumenwiese emporgestiegen?"
Meine Antwort schien ihn aus dem Konzept zu bringen, doch ehe ich den Ausdruck in seinem Gesicht richtig deuten konnte, hatte er sich bereits abgewandt und ließ locker die Schultern kreisen.
Ein wenig zu gebannt, beobachtete ich das Spiel seiner Muskeln unter seinem T-Shirt dabei.
"Mach dich einfach fertig und komm runter.", wiederholte er nur matt und fuhr sich durch die Haare.
"Ich hab keinen Hunger.", antwortete ich nur und verschränkte die Beine vor mir auf dem Bett.
Langsam drehte er sich zu mir herum. "Wir wissen beide, dass du lügst. Also mach es uns nicht noch schwerer."
Stur erwiderte ich seinen Blick und verharrte regungslos in meiner Position.
Genervt seufzte er. "Talia. Ich möchte dich nur wirklich ungerne am Bett festbinden und dich füttern müssen. Aber ich würde es tun, damit du nicht unter meiner Aufsicht verhungerst..."
"Ich lass es gerne drauf ankommen.", wisperte ich leise und hielt seinem Blick stand. Innerlich fragte ich mich allerdings, ob ich gerade meinen Verstand verloren hatte.
Bevor ich überhaupt realisieren konnte, dass ich ihn gerade zu etwas herausgefordert hatte, was ich im normalen Alltag nie getan hätte und in keinster Weise meiner Persönlichkeit entsprach, hatte er sich bereits übers Bett gelehnt und mein Kinn mit seiner Hand eng umfasst.
Wenige Zentimeter trennten seine Lippen von meinen und warm konnte ich seinen Atem auf meiner Haut spüren.
"Oh bitte...", wisperte er heiser. "Tu es! Weigere dich! Ich habe mehr Spaß an den Konsequenzen als du."
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Schwingen der Nacht
FantasyTalia ist ein 19-jähriges Mädchen, dass ihr Leben in vollen Zügen genießt. An das Gerücht, dass in ihrer Stadt rumgeht glaubt sie nicht wirklich. Darin heißt es, dass jeden Vollmond ein geflügeltes Wesen von unmenschlicher Schönheit in ihrer Stadt...
