Eine Geschichte (überarbeitet 2025)

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Am nächsten Morgen wurde ich von lautem Fluchen geweckt und schreckte hoch. 

Die letzte Nacht steckte mir schmerzhaft in den Knochen und so richtig gut hatte ich nicht geschlafen. Seufzend streckte ich mich und genoss noch einige Momente die der Decke und Adriens Geruch. 

Von ihm selber fehlte jede Spur. Offenbar hatte er sein Wort gehalten und wo anders geschlafen. Ein leichter Hauch Enttäuschung machte sich in mir breit, aber ich vertrieb ihn schnell. 

Irgendwie war es ein schönes Gefühl gewesen, ihm so nah zu sein. Seine Verletzlichkeit zu sehen. Seine Wärme zu spüren. 

Ächzend stand ich auf und blickte nach draußen. Die Sonne schien kraftvoll und von dem Unwetter vor einigen Stunden, war nichts mehr zu sehen. 

Heute würde ein guter Tag werden. Egal welche Herausforderungen sich mir heute in den Weg stellen würden, ich würde sie meistern! Das nahm ich mir fest vor, während ich müden Schrittes ins angrenzende Badezimmer tapste. 

Auf dem kleinen Schrank neben dem Waschbecken lagen einige frischer Handtücher und auf dem Boden der ebenerdigen Dusche, fand ich mein Shampoo und Duschgel. Auch an eine Auswahl meiner Kleidung hatte Adrien gedacht und alles bereit gelegt. 

Unwillkürlich schlich sich ein kleines Lächeln auf meine Lippen, als ich feststellte, wie aufmerksam er doch war. 

Keine Sekunde später, wurde mein Lächeln noch breiter, denn ich entdeckte zwischen den Handtüchern einen weißen Zettel. 

Schnell zog ich ihn heraus und begutachtete die Handschrift. Sie wirkte altmodisch, mit vielen Verschnörkelungen und passte eher in ein Museum, als hier ins Badezimmer. 


Guten Morgen Talia, 

ich hoffe du hast einigermaßen gut geschlafen. 

Wenn meine Zeilen dich erreichen, bin ich bereits nicht mehr im Haus. 

Ich muss meinen Aston Martin in die Werkstatt bringen, irgendeiner meiner Angestellten ist wohl nicht ganz so sorgsam mit ihm umgegangen, wie ich es mir gewünscht hatte. 


Bei der Erinnerung daran, welches Geräusch die Brechstange auf dem teuren Lack hinterlassen hatte, verzog ich das Gesicht. Aber ich hatte ihn gewarnt. 

Der kleine Zwinker-Smiley, den er hinter den Satz gemalt hatte, fand ich allerdings doch wahnsinnig süß.


Ich verspreche, dass ich mich beeilen werde, schnellstmöglich wieder zurück zu dir zu kommen, um mit dir über unseren Waffenstillstand zu verhandeln.

Auch, wenn ich fürchte, dass ich ein wenig aus der Übung geraten bin. 

Es freut mich ehrlich, dass wir einander besser kennenlernen und wie zivilisierte Personen sprechen werden. 

Fühl dich solange bitte wie zu Hause. Gerne kannst du auch rausgehen und die Sonne genießen. Cameron und Rafael stehen dir als Gesellschaft zur Verfügung. 

Wobei ich mich freuen würde, wenn du dich hier eher an Rafael halten würdest. 

Bis später.

Adrien. 


Mit jedem seiner Worte, wurde sein Platz in meinem Herzen ein Stückchen größer und ich musste mir mehrfach in Erinnerung rufen, dass er noch immer er war. Aber es fiel mir ausgesprochen schwer. 

Schwingen der NachtGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt