Der erste Tag in meinem Körper gestaltete sich ausgesprochen erschöpfend. Wenige Wochen hatten gereicht, um mich vergessen zu lassen, wie anstrengend es war zu atmen und dann musste ich mich auch noch mit meinen neugierigen Eltern herumschlagen. Sie wollten mir partout nicht glauben, dass zwischen mir und dem ‚jungen Mann, der heute Nacht hier übernachtet hat' nichts lief.
Leider konnte ich ihren Unglauben wohl kaum mit der Wahrheit aus der Welt räumen, deshalb versuchte ich es mit einer wenig glaubhaften Lüge: Wir wären während dem Lernen eingeschlafen. Nachdem ich eine Weile auf dieser Version der Geschichte beharrt hatte, ließen sie es gut sein und fuhren mit den Zwillingen zum Schlittschuhfahren.
Ich nutzte die Zeit, um meine Gedanken zu sortieren und so absurd es klang – dazu, mich in meinem eigenen Körper wieder zurechtzufinden. Eigentlich hatte sich nicht viel verändert, mal abgesehen von meinen Haaren.
Ich war immer noch klein, ich war immer noch dünn, auch wenn Kageyama tatsächlich ein wenig zugenommen hatte.
Das Seltsamste war allerdings, dass mir plötzlich alles was ich in den Händen hielt, riesengroß vorkam. Stellte sich die Frage, ob ich kleine oder Kageyama große Hände hatte.
Weil wir die halbe Nacht wach gewesen waren, hatten wir bis zum frühen Mittag geschlafen – als wir aufgewacht waren, war Mayumi längst aus dem Bett gekrochen.
Die Verabschiedung war ein wenig seltsam ausgefallen, aber Kageyama hatte so schnell wie möglich gehen wollen und ich hatte nicht recht gewusst, was ich sagen sollte.
Am Nachmittag schickte mir Hinata ein Bild von ihnen beiden; sie hatten beide von der Kälte gerötete Wangen und während Hinata in die Kamera lächelte, schielte Kageyama mit mürrischem Gesichtsausdruck in seine Richtung.
Dem Volleyball nach zu urteilen, den Hinata sich unter den Arm geklemmt hatte, hatten die beiden keine Sekunde verschwendet und ihr Training wieder aufgenommen. Ich starrte das Bild eine Weile lang an und lächelte dämlich, bis ich mir schließlich komisch dabei vorgekam. Ich überlegte eine Weile, was ich darauf schreiben sollte, entschied mich aber letztendlich für das Offensichtliche.
Viel Spaß!
Es dauerte eine Weile, bis ich eine Antwort bekam, wahrscheinlich machten sie nur eine kurze Pause, bevor sie weitertrainierten. Dabei war es draußen eiskalt. Wenn ich mehrere Stunden draußen verbringen müsste, würde ich zum Eiszapfen gefrieren.
Hinata ❂: Wie ist es, wieder im eigenen Körper zu stecken?
Ich hatte vergessen, wie kurz meine Beine sind, aber ansonsten ist es schön, wieder zu Hause zu sein.
Trainiert ihr für das Frühlingsturnier?
Hinata ❂: Ja, wir müssen bis dahin in Topform sein, wenn wir gewinnen wollen.
Während ich auf seine Antworten wartete, probierte ich meine Schuluniform an und änderte sie, bis sie wieder passte. Jedes Mal, wenn mein Handy den Benachrichtigungston von sich gab, musste ich mich dazu zwingen, nicht sofort alles stehen und liegen zu lassen und mich auf das Telefon zu stürzen.
Am Abend, als er wieder zuhause war, kamen seine Antworten schneller. Ich hatte mich unter meiner Bettdecke verkrochen und schrieb mit ihm über alles möglich, während ich leise Musik hörte.
Von Kageyama hatte ich den ganzen Tag über noch keine einzige Nachricht bekommen und es überraschte mich selbst, dass ich überhaupt daran dachte. Wir hatten uns heute Morgen erst gesehen, warum hätte er sich überhaupt melden sollen?
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Herzbube ✔ [Kageyama Tobio, Haikyuu!]
Fanfiction♡ Herz·bu·be [der] ♡ Spielkarte und auf keinen Fall mehr. ♡ Ein kleiner Zauber und ein Zufall führen dazu, dass Kageyama und Fukuyoshi sich im Körper des jeweils anderen wiederfinden. So bekommen sie es in der fremden Haut mit einer hyperaktiven Vol...