Kapitel 12

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Kapitel 12

Als der Wecker klingelte, grummelte Toni ins Kissen und drehte sich auf die andere Seite. Es war zu früh, viel zu früh. Warum klingelte das blöde Ding denn immer weiter? Dann, endlich, Stille. Er seufzte erleichtert, bevor er realisierte, dass er nicht in seinem eigenen Bett lag. Henry .... er war in Henrys Wohnung. Toni öffnete die Augen. Er lag in dem schmalen Bett, Henry war nirgendwo zu sehen. Graues Licht drang durch die dünnen Vorhänge ins Schlafzimmer.

Toni gähnte, rieb sich das Gesicht und drehte sich auf den Rücken. Das Bett neben ihm war leer. Doch genau wie in der Nacht, in der er schon einmal hier übernachtet hatte, hörte er Geräusche aus der Küche und roch frischen Kaffee. Er stand auf, schlüpfte schnell ins Bad und unter die Dusche. Anscheinend hatte auch Henry schon geduscht, denn der Spiegel war noch beschlagen und feuchte Handtücher lagen auf dem Heizkörper. Für einen Moment wunderte sich Toni, dass ihn das Geräusch der Dusche nicht geweckt hatte, denn er hatte normalerweise einen leichten Schlaf. Anscheinend war er erschöpfter gewesen, als er gedacht hatte. Als er an die letzte Nacht dachte, stahl sich ein Lächeln auf sein Gesicht und er schloss für einen Moment die Augen. Er meinte Henrys starke Hände auf seinem Rücken zu fühlen und das Gefühl seiner langen Finger auf seiner Haut. Mit einem wohligen Seufzen drehte er sich zum Waschbecken um und sah, dass Henry ihm eine Zahnbürste hingelegt hatte. Er musste schmunzeln und fragte sich, ob Henry sie nach seinem letzten Besuch extra gekauft hatte.

Nur mit seiner Smokinghose und einen weißen T-Shirt bekleidet ging Toni barfuß in die kleine Küchenzeile hinüber. Zu dem Geruch von Kaffee war noch der verführerische Duft von Toast hinzugekommen.

„Guten Morgen", sagte er, trat zu Henry und schlag von hinten seine Arme um ihn.

„Morgen Schlafmütze", erwiderte Henry, drehte seinen Kopf und gab ihm einen Kuss.

„Wie spät ist es eigentlich?" fragte Toni, schnappte sich einen Becher Kaffee und setzte sich auf einen der Hocker die vor dem Küchentresen standen.


„Fast zehn", sagte Henry und stellte einen Teller mit Rührei und Toast vor Toni, bevor er sich selber einen Teller nahm.

Toni verschluckte sich fast an seinem Kaffee. „Zehn Uhr morgens?" Verdammt, er schlief nie so lange, selbst wenn es am Abend davor spät geworden war. Er rieb sich das stoppelige Kinn, doch dann zuckte er mental die Achseln. Es war Samstag, er musste erst spät im Club sein, also was machte es schon aus, dass er länger geschlafen hatte?

„Hättest du irgendwohin gemusst? Hätte ich dich wecken sollen?" fragte Henry.

„Nein, es ist nur, dass ich sonst nie so lange schlafe", sagte Toni und probierte das Rührei. Es war gut und Toni fühlte sich ausgehungert nach der letzten Nacht.

„Hast du heute eine Arbeitsgruppe oder musst du arbeiten?"

Henry schüttelte den Kopf. „Nein, heute habe ich noch nichts vor. Du?"

„Heute steigt eine Halloween Party im Club, da muss ich dabei sein. Es gibt auch noch ein paar Dinge vorzubereiten, aber vor sechs oder sieben heute Abend muss ich da nicht aufschlagen."

„Also.....könnten wir heute den Tag miteinander verbringen?" fragte Henry fast schüchtern, doch seine Augen leuchteten.

Als er in diese blauen Augen blickte, wurde Toni schon wieder ganz warm. „Hast du an etwas Spezielles gedacht?"

„Ich weiß nicht." Henry überlegte einen Augenblick. „Wir könnten zur High Line fahren, da ist immer was los."

„Ja, gut", erwiderte Toni und trank seinen Kaffee aus. Dann erinnerte er sich an etwas, was er Henry schon länger hatte fragen wollen. „Sag mal, auf dem Schrank in deinem Schlafzimmer liegt ein Motorradhelm. Fährst du Motorrad?"

Corleone - Anthony & HenryGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt