Kapitel 15
Am nächsten Abend fuhren Luca und Toni zu dem mit den Yakuza vereinbarten Treffpunkt. Toni fuhr seinen Porsche und Luca den gestohlenen Wagen. Der Sturm hatte zum Glück nachgelassen, aber die Straßen waren nass und überall gab es große Pfützen. Es war dunkel als sie das Lagerhaus im Meat District erreichten, wo sie den Wagen zurückgeben sollten. Toni hatte sich gewundert, warum sie den Wagen nicht einfach zu einem der Büros brachten, die die japanische Mafia nutzte, oder eines der Restaurants oder der Wäschereien, aber die Yakuza hatten auf diesem Treffpunkt bestanden.
Als Toni jetzt den Motor abstellte und die Gebäude um sich herum betrachtete, bekam er ein ganz schlechtes Gefühl. Hier war außer ihnen keine Menschenseele. Wenn die Yakuza etwas vorhatten, war dies ein perfekter Ort um eine Leiche loszuwerden. Als Luca neben ihm hielt stieg Toni aus. Seine Glock war ein beruhigendes Gewicht in seinem Rücken. Luca trat an seine Seite und leckte sich über die Lippen. Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „Sind wir hier richtig?"
Bevor Toni antworten konnte ertönte ein lautes metallisches Scheppern, dann öffnete sich das Tor des Lagerhauses vor ihnen. In der beleuchten Lagerhalle standen zwei große schwarze SUVs, mehrere Kisten und Paletten, sowie fünf Männer. Einer davon, größer als die anderen, winkte sie heran. „Anscheinend. Ganz ruhig jetzt", flüsterte Toni Luca zu, bevor sie zu den Männern in die Lagerhalle traten.
Als sie näher kamen sahen sie, dass der Mann, der sie heran gewunken hatte, niemand anders als Ben Lee war. Toni erkannte ihn an dem Tattoo, das sich um seinen Hals wandte. Es zeigte einen Drachen mit langen Krallen und scharfen Zähnen. Der Schwanz des Drachen wand sich um den Hals herum und verschwand unter dem Kragen des Hemdes, das Ben Lee trug. Die anderen Männer trugen alle Schwarz und standen in respektvollem Abstand zu ihrem Anführer.
Als Ben Lee nichts sagte und auch Luca den Yakuza nur mit großen Augen ansah, übernahm Toni die Begrüßung. Er setzte sein Pokerface auf und neigte kurz den Kopf in der Andeutung einer Verbeugung. „Mr. Lee, vielen Dank, dass Sie uns heute Abend hier treffen. Mein Name ist Anthony Garibaldi, dass hier ist mein Mitarbeiter Mr. Rossi. Wir bringen Ihnen ihren Wagen zurück. Unbeschädigt, frisch gewaschen und poliert." Als Ben Lee immer noch nichts sagte und ihn nur anstarrte, fügte Toni noch hinzu: „Ich bedaure es sehr, dass es zu diesem Missverständnis gekommen ist. Wie mein Vater sicher schon erklärt hat, war es nie die Absicht von Mr. Rossi, Ihren Wagen zu entwenden. Es war ein Zufall, ein Missgeschick."
Die kalten Augen des Yakuza wanderten von Toni zu Luca. Er sah Luca an, wie man etwas Ekliges ansah, dass einem unter dem Schuh klebte. Seine Augen waren nach wie vor auf Luca gerichtet als er sprach. „Der Don hat mir gesagt, dass der Dieb alleine kommen würde."
„Nun", sagte Toni und versuchte, seine Nerven zu beruhigen. „Mr. Rossi ist mein Mitarbeiter. Also bin ich für alles verantwortlich, was er tut. Ich hielt es für meine Pflicht, mich persönlich bei Ihnen zu entschuldigen."
Als der Yakuza seine Hand ausstreckte, ließ Luca den Autoschlüssel in die offene Handfläche fallen. Dann schluckte er, sichtlich nervös. „Mr. Lee, ich ....ich entschuldige mich ehrlich dafür, dass ich Ihren Wagen entwendet habe. Wenn ich gewusst hätte, dass es Ihr Wagen ist, dann hätte ich ihn nie gestohlen. Das war keine Absicht, ehrlich nicht." Toni stöhnte innerlich. Vielleicht hätte er die Entschuldigung mit Luca üben sollen. Wenn Luca nervös war, neigte er zum brabbeln. Um den Redefluss seines Freundes zu unterbrechen, räusperte Toni sich ganz leicht. Luca unterbrach sich, neigte tief den Kopf und sagte: „Mr. Lee, es tut mir wirklich leid."
Damit sollte die Sache sich erledigt haben, dachte Toni. Hoffte er. Doch Ben Lee hatte andere Pläne. Er sah Toni an, als er sprach. „Der Don hat mir versichert, dass es keine Absicht war, mein Auto zu stehlen. Und ich habe keinen Streit mit Mr. Vincenzo Garibaldi oder unseren italienischen Geschäftspartnern." Toni wollte gerade erleichtert aufatmen, als der Yakuza die Augen verengte. „Aber der Don hat mir auch versichert, dass ich mit dem Dieb tun kann, was ich will. Als Entschädigung für meine Unannehmlichkeiten, sozusagen. Er hat mir nicht gesagt, dass der Dieb in Ihren Diensten steht, Mr. Garibaldi."
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Corleone - Anthony & Henry
RomansaAnthony ist klug, sportlich, reserviert, liebt seine Designeranzüge und...ist in der Mafia. Nicht nur das, er ist der Sohn des Mafiabosses. Und er ist schwul. Was für ihn kein Problem ist, für die Mafia aber schon, denn Homosexualität ist eine Sünde...
