Kapitel 26

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Kapitel 26

Agent McNamara sah wie die Kolumbianer eine Geisel aus dem Lagerhaus zerrten und vor sich auf die Knie zwangen. Als der Sack über dem Kopf weggezogen wurde, erkannte er die Gestalt als Henry Moore, den jungen Studenten. Was sollte diese verdammte Scheiße? Davon hatte ihm Frank Garibaldi nichts gesagt. Er brüllte fast in sein Mikrofon.

„Henderson, Jackson! Was ist da los?"

Sein Funkgerät knisterte, dann sagte einer der Agenten im Überwachungswagen. „Keine Ahnung, Sir. Sie reden irgendwas von einem geänderten Deal. Garibaldi versucht mit ihnen zu verhandeln. Was können Sie sehen, Sir?"

Mit einem wütenden Schnauben schmiss McNamara das Funkgerät auf den Beifahrersitz. So eine Scheiße. Was sollte er jetzt machen? Zusehen oder eingreifen? Frank Garibaldi würde ihn nur bezahlen, wenn der Sohn des Dons im Gefängnis landete. Wenn er tot war, würde das Garibaldi zwar nicht stören, aber dann würde er ihn nicht bezahlen. Frank wollte seinen Neffen als Druckmittel gegen seinen Bruder einsetzen, tot nützte er ihm nichts. Was sollte er jetzt machen? Er sah hinüber zu der Lagerhalle. Die Männer schienen sich zu unterhalten. McNamara überlegte gerade, ob er Frank anrufen sollte, als ein Schuss die Stille durchpeitschte. Neben ihm knisterte sein Funkgerät.

„Sir, was passiert da? Sir!" kam es aus dem Funkgerät, aber McNamara kümmerte es nicht. Er musste zusehen, wie sein Traum vom Reichtum sich vor seinen Augen in Luft auflöste.

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Toni feuerte auf einen der Bewacher, der getroffen zu Boden ging. Dann stieß er sich vom Boden ab und rannte auf Henry zu, so schnell er konnte. Neben ihm feuerte Luca wild drauflos, aber Toni sah nicht, ob sein Freund traf. Er hatte keine Zeit, er musste zu Henry. Jetzt, sofort!

Einer der Kolumbianer war auf Eduardo zugelaufen, aber die anderen rannten in die Halle zurück, während sie auf ihn und Luca feuerten. Eine Kugel schlug neben ihm auf dem Asphalt auf, keine Handbreit von ihm entfernt. Er feuerte zurück, dann hatte er Henry erreicht. Er schlang seine Arme um ihn, riss ihn hoch und flüchtete dann mit ihm in die Dunkelheit, während er das Magazin seiner Waffe hinter sich leer schoss. Sie rannten, bis sie im Dunkeln verschwunden waren. Dann presste Toni Henry hinter einige Fässer auf den Boden. Er spähte zurück zum hell erleuchteten Vorplatz der Lagerhalle.

Luca hatte hinter seinen BMW Deckung gefunden, aber Toni konnte nicht sehen, ob er verletzt war. Zwei der Kolumbianer lagen am Boden und rührten sich nicht. Die anderen mussten in der Lagerhalle sein. Er sah, wie Luca in die Lagerhalle schoss und hörte dann, wie das Feuer erwidert wurde. Wenigsten war Luca noch am Leben.

Für den Moment in Sicherheit beugte sich Toni zu Henry. „Henry, Henry!" Toni entfernte das Klebeband und Henry hustete, bevor er gierig die Luft einsog. „Toni, es tut mir so leid. Sie haben mich zu Hause überrascht."

„Das ist jetzt egal, geht es dir gut?" Toni versuchte die Kabelbinder um Henrys Handgelenke zu lösen, doch sie gaben nicht nach. Dann erinnerte er sich, dass er ein Messer bei sich hatte. Er holte es hervor und durchtrennte das dicke Plastik mit einem schnellen Schnitt. „Geht es dir gut, haben sie dich verletzt?" Toni ließ seine Hände über Henrys Körper wandern, voller Furcht, dass Henry irgendwo blutete.

„Nein, mir geht es gut." Henry schüttelte den Kopf und rieb sich die Handgelenke. „Sie sind bei mir eingebrochen und haben mich überrascht. Als ich mich gewehrt habe, haben sie mir eine verpasst, aber sonst haben sie mich nicht angefasst. Was ist passiert, Toni? Was soll das alles?"

„Ich weiß nicht." Toni konnte seinen Blick nicht von Henrys Gesicht lösen, der blutenden Augenbraue, der blauen Wange. Es ertönten erneut Schüsse. Henry zuckte zusammen und Toni riss sich von Henry los und lugte über die Fässer. „Egal was schiefgelaufen ist, wir müssen hier weg."

Corleone - Anthony & HenryGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt