Kapitel 11
Zwei Tage später war Toni mit Luca in einer der Autowerkstätten der Organisation verabredet. Luca hatte einen dritten Lieferwagen besorgt und Toni wollte sich die Wagen ansehen. Um Luca nicht das Gefühl zu geben, dass er ihn kontrollierte – was er aber eigentlich tat – hatte er eine Schachtel Cronuts dabei, frisch von der Bäckerei. Normalerweise waren die Cronuts um diese Uhrzeit schon lange ausverkauft, aber Toni hatte dem Besitzer das Startkapital für seinen Laden geliehen und solange dieser seinen Kredit abzahlte, konnte Toni so oft und so viele Cronuts haben wie er wollte. Manchmal, dachte er, hat es auch seine Vorteile, ein Mafioso zu sein.
In der Werkstatt angekommen sah er, wie sich Luca und einer der Reparateure über die geöffnete Motorhaube eines der Fahrzeuge beugten. „Ich hoffe, die laufen alle", sagte Toni als er zu den beiden hinüberging.
„Klar laufen die", sagte Luca. Der andere Mann wischte nervös sein Werkzeug an einem Lappen ab, bevor er Toni zunickte.
„Ich habe die Wagen selber kontrolliert, Sir, sie laufen einwandfrei."
„Gut", erwiderte Toni und streckte Luca die Schachtel mit Gebäck hin. „Hier, habe ich dir mitgebracht."
„Ah, Cronuts, die liebe ich, Mann!" Luca griff in die Schachtel und biss genüsslich in eines der Gebäckstücke. Zusammen mit Luca ging Toni zu den zwei anderen Fahrzeugen. Der andere Mann schloss die Motorhaube und wuselte dann schnell in den hinteren Teil der Werkstatt, so weit weg von Toni wie möglich. Gutes Personal ist so schwer zu finden, dachte Toni. Was bringt es mir, wenn die Mitarbeiter eine solche Angst vor mir haben, dass sie ihre Arbeit nicht richtig machen können? Wenn es nach ihm ginge, würden sie die Leute, die für sie arbeiteten, eher mit Geld und Zuwendungen an die Familie binden, als ihre Loyalität mit Angst und Drohungen zu erpressen. Aber er hatte nun einmal nicht das Sagen.
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Luca mit der flachen Hand auf die Seite eines der Vans schlug. „Das Baby hier sieht nicht so aus, aber es hat ganz schön was unter der Haube. Der da drüben auch, die gehen ganz schön ab."
„Wir wollen aber gar nicht, dass es zu einer high speed Verfolgungsjagd kommt, verstanden? Die Lieferwagen sollen nur fahrtüchtig sein und die Lieferung von A nach B bringen."
„Weiß ich doch", sagte Luca und biss in seinen zweiten Cronut. „Aber wenn es hart auf hart kommt, können unsere Jungs abhauen." Beinahe liebevoll strich Luca über die Haube des Fahrzeugs. „Ich werde sie noch umlackieren und die Nummernschilder austauschen, aber dann sind sie soweit fertig."
„In Ordnung", sagte Toni und klopfte Luca auf die Schulter. „Das hast du gut gemacht, Luca."
„Danke Mann", erwiderte der und grinste. „Kinderspiel diese Wagen zu klauen. Die Leute lassen ihre Autos auch immer offen herumstehen, wenn sie einen Handwerkerjob zu erledigen haben. War zu einfach. Richtig schade eigentlich."
„Sei froh, Luca", sagte Toni und ließ seinen Blick durch die Werkstatt streifen. „Der schwierige Teil kommt noch."
Als Toni die Werkstatt verließ und in seinen Porsche stieg, rief er Marcus an und berichtete ihm, dass die Fahrzeuge bereitstanden. Als Marcus ihm eröffnete, dass sein Vater schon mehrfach nachgefragt hatte, warum Toni sich noch nicht mit dem Mittelsmann der Kolumbianer getroffen hatte, um die Details zu besprechen, knotete sich sein Magen zusammen. Konnte ihn sein Vater nicht einmal in Ruhe lassen, herrgott nochmal. Er bemühte sich doch, er regelte das schon. Dabei half es nicht, wenn sein Vater jeden seiner Schritte in Zweifel zog und ihm hinterher spionierte wie der ehemalige KGB.
Doch es half ja nichts, das wusste er. Er hatte sich vor dem Treffen mit dem Mittelsmann gedrückt, weil es den Deal so real machen würde. Aber es war schon Ende Oktober, Toni wusste, dass er es nicht mehr hinauszögern konnte. Also entschied er sich, das imaginäre Pflaster lieber mit einem Ruck abzureißen, als es langsam zu tun. Sobald er in seinem Büro war, suchte er in den Unterlagen die ihm Marcus gegeben hatte die Nummer des Mittelsmanns heraus. Der Mann sprach sehr stark akzentuiertes Englisch und Toni hatte Mühe, ihn zu verstehen. Aber am Ende einigten sie sich auf ein Treffen in der ersten Novemberwoche. Das Treffen würde in einem Hotel stattfinden, in einem Zimmer, das Toni unter falschem Namen buchen würde. Auf diese Weise würde ihr Treffen geheim bleiben, oder zumindest so geheim, dass niemand sie miteinander in Verbindung bringen konnte. Erleichtert, dass dies erledigt war, schnappte sich Toni seine Autoschlüssel und fuhr in die City. Er musste schließlich noch ein Geburtstagsgeschenk besorgen.
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Corleone - Anthony & Henry
RomanceAnthony ist klug, sportlich, reserviert, liebt seine Designeranzüge und...ist in der Mafia. Nicht nur das, er ist der Sohn des Mafiabosses. Und er ist schwul. Was für ihn kein Problem ist, für die Mafia aber schon, denn Homosexualität ist eine Sünde...
