Verstimmt lauschte ich der leisen Musik nach und ignorierte das stechende Ziehen in meinem Unterleib. Immer wenn ich nach links schaute, ließ mich das Bild innerlich beben. Mein Herz fuhr Achterbahn, nicht eine Fahrt, sondern gleich mehrere hinterher. Die mögliche Gefahr kreiste nun seit mehreren Minuten in meinem Verstand herum und machte mich ganz verrückt. Wiedereinmal fühlte ich mich dümmlich.
Mein explizites Auge für Gefahren besaß ich nicht. Dafür schritt ich naiv und ahnungslos durch die Straßen Amerikas und erhoffte mir das Beste vom Menschen gegenüber. Roman öffnete mir die Augen, wenn auch nicht in auf der besten Art und Weise.
»Lust auf asiatisches Essen?« Hektisch wand ich meinen Schädel zu ihm, damit er meine innere Aufruhr bloß nicht merkte. Meine Hände schwitzten fürchterlich und meine hinuntergefallenen Schultern sprachen nämlich schon dafür. Schulterzuckend schaute ich ihm die funkelnden Augen. Die Wut aus ihnen war verschwunden, stattdessen schimmerten sie nun in der Dunkelheit des Autos. Die Ampel vor uns schielt auf grün, hinter uns stand niemand. Wir waren alleine im Straßenverkehr.
Mit seinen filigranen Fingern packte er wiedereinmal mein Kinn, zog ihn hinauf. Schwach blickte ich in diese äußerst interessanten Augen und quiekte leise auf, als Roman mich mit einem Griff an der Taille näher zu sich zog. Ein warmer Schauer fuhr mir den Rücken hinunter, als er meinen Sicherheitsgurt löste.
»Du magst doch Sushi, habe ich Recht, Tracy?« Dass er diese Information von mir wusste, ohne es ihm jemals auch nur gesagt zu haben, erschien mir völlig normal. Paralysiert wie ich war, nickte ich verdeutlichend und schaute dann hinunter auf seine Lippen. Sie luden einen förmlich zu einem Kuss an. Und sein Duft der mir entgegen strömte, benebelte mich, machte mich bewegungsunfähig. Rationales Denken schielt sich automatisch aus.
Roman wickelte mich um den Finger. Er versuchte mich näher an sich zu ziehen, doch der Gang zwischen uns ließ dies nicht zu. Er wurde ganz grob in seinen Bewegungen, schien komischerweise die Geduld zu verlieren. Seine Augen waren dunkel, die Dunkelheit mit ihnen beinahe zu vergleichen. Schluckend stemmte ich meine Hände gegen seine Brust, als er sich zu mir hinunter beugte. Ich legte unsicher meinen Kopf in den Nacken. Seine Hand schoss hervor und packte mein Handgelenk, er legte es sich an die Lippen, um zartweiche Küsse an meiner Haut zu verteilen.
Das einzige zudem ich instande war, war das starre Glotzen auf mein Handgelenk, dass er sich in Besitz nahm. Ob er wusste, dass er mir dadurch Stromschläge durch den Unterleib schoss? Das Gesicht verziehend presste ich meine Knie fest aneinander, versuchte die aufkommenden, etwas anderen, Gefühle zu verdrücken. Ziel war es doch gewesen, heil und unversehrt Nachhause zu gelangen. Also warum machte er mich nun verrückt und fuhr nicht einfach Zuhause?
Sanft ließ er mein Handgelenk los, plazierte ihn auf mein Oberschenkel, dass ich schlussartig zwischen meine Beine gleiten ließ. Wieder umfasste er mein Kinn, zog ihn zu seinem Gesicht. Heiße Küsse landeten auf meinem Mundwinkel, glitten hinunter zu meinem Hals. Die Ampel vor uns schielt nun auf rot, noch immer stand keiner hinter uns, um zu hupen und unsere Blase platzen zu lassen. Mittlerweile spürte ich den schon metallischen Geschmack auf meiner Zunge, so fest biss ich nun auf meine Unterlippe.
»Meine Beherrschung ist wirklich gering, sogar ziemlich minimal.« Und als hätte ich das verstanden, nickte ich flüchtig und sah wie gebannt auf seine Lippen. Doch im nächsten Moment riss ich die schockiert die Augen auf, als Roman seine Lippen ungeduldig auf meine niederlegte. Allerdings wusste ich nun überhaupt nicht, ob ich mich wirklich in der Realität befand. Mein gesamter Körper erstarrte zu Eis, das Atmen fiel mir augenblicklich schwerer. Und die zehn Jahre vergaß ich wie im Windesrausch. Sie waren nicht wichtig.
Warum küsste er mich und wesha-
Seine große Hand die zu meinem Nacken glitt, spülte aprubt meine unsicheren Gedanken davon. In Versuchung mich noch näher an ihn zu drücken, scheiterte er jedoch. Mit einer urplötzlichen Schnelligkeit und Kraft, zog er mich von meinem Sitz hinauf und plazierte mich auf seinem Schoß. Keuchend umfasste ich hektisch seine Schultern, als er direkt weiter machte, wo er aufgehört hatte.
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Inviolable touch
RomansaDARK ROMANCE »Wer auch immer versucht, dich zu verletzen oder zu belästigen, der ist bereits unter uns« Angst würde die Achtzehnjährige Tracy nie wieder bei Ihm verspüren. Er ließ sie anders fühlen, verstand sie und liebte sie. Zeigte ihr die andere...
