Kapitel 5 - Matts

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Ich habe echt keinen bock mehr, es kann doch nicht sein, dass er einen wegen jeder hängen lässt. Heute morgen macht er sich schon an Jaime ran und jetzt verschwindet er mit der nächst besten in der Umkleide. Dann gehe ich ab jetzt halt alleine einkaufen. Völlig genervt mache ich die Haustür auf. Nach was riecht es hier? War Mama schon da? Ich gehe in die Küche und sehe Pizzabrötchen, das hat sie noch nie gemacht. Ich nahm mir ein paar und eilte die Treppen hoch. Ich setzte mich an meinen Schreibtisch, welcher direkt vor meinem Fenster ist.

Jaime. Wahrscheinlich hat sie das gemacht, dachte ich, während ich von dem ersten Pizzabrötchen abbiss. Ich schaute nochmal raus, sie legte ihr Handtuch, welches um sie war, auf eine der Liegen und sprang ins Wasser. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt den Pool benutzt habe. Vermutlich mit Henna als wir noch jünger waren. Sie hatte schwimmen geliebt. Ich denke, Jaime mag es auch. Ihre orangenen dicken Locken sind in einem Zopf geflochten und ihr Bikini ist hellblau. Ich beobachte sie eine Zeit lang beim schwimmen, es beruhigt mich irgendwie, sie sieht so friedlich dabei aus. Sie hat diese Aura, dieses gute Wesen, was mich an Henna erinnert. Als sie aus dem Wasser steigt macht sie ihre Haare langsam auf. Ihr Bikini bildet einen wunderschönen Komplementärkontrast mit ihren Haaren, wodurch ihre Figur so viel besser zur Geltung kommt. Es raubt mir beinahe die Luft zum Atmen als ich sie da so stehen sehe. Sie hat fast durchsichtige Haut. Ihr Dekolleté sieht elegant aus und ihre Taille schmal, wobei ihre Hüfte nochmal etwas kurviger ist. Ich schaue sie einige Minuten an, wie sie sich mit einem Handtuch abtrocknet, bis ich bemerke, dass sie mich bemerkt. Hoffentlich war mein Mund nicht offen, war das einzige was mir jetzt noch zu hoffen blieb.

Als ich fertig gegessen hatte brachte ich meinen Teller runter und sah sie auf dem Sofa sitzen, noch immer im Bikini. Oh Gott, wieso tut sie mir das nur an?
„War lecker", rief ich ihr zu, im Versuch die Situation zu lockern, dass sie mich dabei erwischt hat, wie ich sie beobachtet habe. Irgendwie gruselig von mir, fällt mir gerade auf.
„Was? Danke, achso danke.", sagte sie und setzte sich sofort aufrechter hin. Ist sie panisch? Hat sie sich erschrocken, oder hat sie Angst vor mir? Verdammt, das war doch garnicht so gemeint. Sie soll doch jetzt nicht denken, dass ich ein Perverser bin oder sowas. Das ich nicht aufhören kann sie anzustarren, ist dabei vermutlich auch nicht besonders förderlich. Sie wird rot, vielleicht ist sie doch nur schreckhaft.

Ich setze mich neben sie und schaue ihr ins Gesicht. Die Sommersprossen in ihrem Gesicht fallen mir zum ersten mal auf und sie passen einfach nur perfekt zu ihr. „Wie alt bist du?", platzt es gerade zu aus ihr heraus, als würde ihr diese Frage schon seit Stunden auf der Zunge liegen.
Ich analysiere noch ein paar Sekunden ihre Gesichtszüge bevor ich ihr mit „22 und du?" antworte. „In fünf Wochen 19", sagt sie lächelnd. In fünf Wochen? Ob sie wohl an meinem 22 einhalbjährigen Geburtstag hat? „Ich denke mal ich werde meinen Geburtstag nicht Zuhause feiern können.", erzählt sie mit schlechter Laune.
„Wann genau ist dein Geburtstag?"
„Am ersten September, deiner?"
„Mein 22 einhalbjähriges ist auch am ersten September", grinse ich ihr zu. Sie schaut verwirrt, vermutlich weil sie nicht versteht wieso ein halbes Jahr älter zu werden für mich wichtiger ist als ein ganzes.
„Was ein Zufall", flüsterte ich langsam während ich mich ihrem Gesicht näherte. Ich legte meine linke Hand an ihre Wange, sie war glühend heiß. Wunderschön, war das einzige an was ich denken konnte als ich ihr Gesicht in meinen Händen hielt. Sie schaute mich eindringlich an. Worüber sie wohl nachdenkt?
In dem Moment, wo ich bemerke, wie nah ich ihr gerade bin, löse ich mich langsam von ihr, was mir um einiges schwieriger fiel, als ich gedacht hätte. Raff dich mal, du kannst und solltest nicht, das weißt du ganz genau, versuche ich, mich selbst zu erinnern.
Enttäuscht schaute Jaime mich noch ein paar Sekunden an, und schien sich wohl zu schämen, denn sie schaute nun auf ihre Beine und legte sich das Handtuch von der Sofalehne wieder um.

Es klingelte, ist bestimmt mein Vater dachte ich und Jaime und ich standen auf. Sie öffnete die Tür, während ich eilig nach oben in mein Zimmer ging.

Eigentlich ziemlich viel Spannung zwischen den beiden, was denkt ihr? Wieso möchte Matts diese Anziehungskraft unterbinden?

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