Freund oder Feind?

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„Barnes, wie konntest du sie nur gehen lassen?", schrie Clint mich an und war sauer auf mich, was ich mehr als nur verstand. Ich selbst war ja auch mehr als nur sauer auf mich. Hätte ich Lara doch nur nicht gehen lassen, dann hätte Loki sie nicht entführt und Peter würde nicht verletzt auf der Krankenstation liegen. „Du hast versprochen, dass du auf sie aufpasst", er schrie mich immer weiter an, doch ich bekam es nur halb mit, da meine Schuldgefühle mich auffraßen. Ich hatte nur eine Aufgabe, ich musste einfach nur auf mein Mädchen aufpassen und bekam nicht einmal das hin.

„Clint, es reicht jetzt", mischte Steve sich jetzt ein. „Nein, tut es nicht. Er sollte nur auf meine Tochter aufpassen und schafft nicht mal das. Barnes, ich schwöre dir, wenn ihr was passiert, dann bringe ich dich um", drohte er mir. Schnell stand ich auf und ging auf mein Zimmer. Wenn ihr etwas passieren würde, sollte Clint mich ruhig umbringen. Auch wenn wir noch nicht so lange zusammen waren, wollte und konnte ich mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen.

Seit drei Wochen war Lara schon weg und wir hatten immer noch keine Spur, wo sie sein könnte. Thor hatte die Tapferen Drei und Lady Sif dazugeholt und ich verbrachte die meiste Zeit in meinem Zimmer. Wie so oft saß ich in meinem Zimmer auf dem Boden und starrte diesen an. Erst als es klopfte, merkte ich wieder einmal, wie Tränen über meine Wangen liefen. Schnell wischte ich sie mir weg und sagte: „Herein." Steve steckte seinen Kopf durch die Tür und lächelte mir aufmunternd zu. „Warum sitzt du auf dem Boden?", fragend sah er mich an. Ich war nicht in der Lage, zu antworten. Wenn ich daran dachte, dass wir gemeinsam darin gelegen hatten, fingen meine Augen wieder an zu brennen. „Buck, sieh mich an. Wir werden Lara finden und ihr beide werdet glücklich werden. Hast du mich gehört?", seine Worte drangen wie durch Watte zu mir durch und ich konnte nur nicken.

Steve wollte weiterreden, als die Tür aufgeschmissen wurde und Tony reinkam. „Wir wissen, wo die beiden sind", das waren die Worte, die es brauchte, um mich zurückzuholen. Ich werde mein Mädchen da rausholen, egal, was es kostet. Schnell sprang ich auf und sah Tony abwartend an. Auf dem Weg zu den anderen brachte Tony uns auf den neuesten Stand. Wir zogen uns schnell um und liefen dann zum Jet.


Wie lange Loki mich schon gefangen hielt, wusste ich nicht. Ich wusste nur eins und zwar, dass ich zurück zu meinen Dads und Bucky wollte. Als die Tür aufging, rutschte ich so weit zurück, wie es nur ging und zuckte zusammen, als ich seine Stimme hörte. „Lara, du musst was essen", Loki klang besorgt, was mir aber egal war. „Lass mich bitte gehen", flehte ich wie so oft. Auch dieses Mal bekam ich nur die gleiche Antwort. „Ich werde dich erst gehen lassen, wenn du ihn vergessen hast und mich liebst."

„Loki, bitte. Ich habe es dir doch schon erklärt", mit Tränen in den Augen schaute ich zu ihm hoch. „Was hat er, was ich nicht habe?", schrie er und ließ mich zusammenzucken. „Antworte mir", setzte er nach, als ich nicht antwortete. „Bucky hat alles, was du nicht hast. Er ist liebevoll und zuvorkommend. Außerdem wäre er nicht durchgedreht, wenn ich ihm einen Korb gegeben hätte", woher ich den Mut auf einmal nahm, wusste ich nicht. Loki schaute mich verletzt an und wollte gerade etwas erwidern, als es einen lauten Knall gab und die Tür aufflog. Als ich sah, wer in der Tür stand, fing mein Herz schneller an zu schlagen.

„Loki, lass sie gehen", knurrte Bucky bedrohlich und kam uns immer näher. „Komm noch einen Schritt näher und ich bringe sie um", antwortete Loki und im nächsten Moment stand er hinter mir und hielt mir seinen Dolch an die Kehle. „Loki, bitte", flehte ich und schloss meine Augen. „Nein, du wirst mir gehören", knurrte er mir ins Ohr. Die anderen waren inzwischen auch dazugekommen und standen hinter Bucky. „Bruder, lass sie gehen, sie liebt dich nicht. Wann wirst du das einsehen?", fragte Thor und hinter ihm tauchten vier Personen auf, die ich nicht kannte. Mit seiner Magie fesselte er mich ans Bett und ging in Angriffsstellung. Außerdem schuf er Trugbilder von sich. Keiner von uns wusste, wer der richtige Loki war, und das machte mir noch mehr Angst. Loki sah nicht ein, dass er aufgeben sollte und kämpfte stattdessen. Auf einmal tauchten komische Kreaturen auf, die Loki unterstützten. Die Avengers wurden getrennt und im Raum blieben Loki, Bucky und ich zurück.

Die beiden Männer kämpften und am Anfang sah es so aus, dass Bucky die Oberhand hatte. Als Loki zu Boden ging, kam Bucky zu mir und versuchte, die Fesseln zu lösen. „Es tut mir so leid", hauchte Bucky, als er die Fesseln endlich lösen konnte und mich in seine Arme zog. Ich erwiderte die Umarmung und krallte mich an ihm fest. Wir küssten uns und als wir uns lösten, wollte Bucky gerade was sagen, als er mich entsetzt anschaute. Ich schaute an ihm herunter und sah, dass Loki ihm einen Dolch in den Körper gerammt hatte. „Bucky, bitte, du darfst mich nicht allein lassen", verzweifelt kniete ich mich neben ihn und versuchte, die Blutung mit meinen Händen zu stoppen. Mit letzter Kraft griff er nach meiner Hand und hauchte einen Kuss darauf. Loki hatte ich in diesem Moment komplett vergessen und hoffte, dass es einfach ein böser Traum war, aus dem Bucky mich gleich wecken würde. Ich krallte mich an seiner Brust fest und weinte.

Als mich jemand von Bucky wegzog, fing ich an, um mich zu schlagen und zu treten. „Hey, Mäuschen, ist okay", es war mein Dad, der mich an sich drückte und versuchte, zu beruhigen. „Wir müssen Barnes schnell in den Tower bringen. Er hat noch Puls, auch wenn er sehr schwach ist." Es war Tony, der das sagte, und Steve und Sam brachten Bucky zum Jet, wo er auf eine Bahre gelegt wurde. Ich setzte mich neben ihn und griff nach seiner Hand, die ich nicht mehr losließ, bis wir beim Tower ankamen. Während des gesamten Fluges starrte ich Bucky an und hoffte, dass das alles ein schlechter Scherz war. Als Dad mir eine Decke um die Schultern legte, zuckte ich leicht zusammen, nahm aber trotzdem nicht den Blick von der leblosen Gestalt vor mir. Meine Augen brannten immer mehr und die Schuldgefühle in mir wuchsen von Sekunde zu Sekunde. Hätte ich Buckys Bitte nachgegeben und wäre zu Hause geblieben, wäre das alles nicht passiert.


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