Der Schock

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Bucky starrte Löcher in die Luft und reagierte nicht mehr, wenn ich ihn ansprach. Gerade als ich meine Dads holen wollte, bewegte er sich endlich und zog mich in seine Arme, aber irgendwas fühlte sich anders an als sonst. „Bucky, was ist mit dir los?", fragend schaute ich hoch in sein Gesicht. „Doll, können wir später darüber reden?", antwortete er mit einer Gegenfrage. Widerwillig stimmte ich ihm zu und kuschelte mich enger an ihn. Ich weiß nicht, wie lange wir einfach so dastanden, bis Bucky sich vorsichtig von mir löste. „Was hältst du davon, wenn du deinen Dads von den Neuigkeiten erzählen gehst und ich besorge kurz was?" Zustimmend nickte ich und machte mich auf den Weg zu meinen Dads.

Buckys Verhalten machte mir wirklich Sorgen. Was, wenn er mich mit zwei Babys auf einmal nicht wollte? Was würde aus mir und den Babys werden, wenn Bucky uns verließ? Klar, ich hatte meine Dads, aber ich konnte den beiden nicht zumuten, mir bei zwei Babys zu helfen.

Ich war so in Gedanken, dass ich weder mitbekam, dass ich weinte, noch dass ich fast in Steve reingelaufen wäre. „Lara, was ist los?" Der blonde Supersoldat schaute mich mit besorgtem Blick an. Ich reagierte nicht und wollte an ihm vorbeigehen, als er mich festhielt. „Sag mir die Wahrheit. Wir waren bisher doch immer ehrlich zueinander", setzte er nach und ich ließ mich von ihm mitziehen.

Als wir in seinem Zimmer ankamen, setzten wir uns aufs Bett und er nahm mich in den Arm, bis ich mich beruhigt hatte. „Magst du mir jetzt erzählen, was los ist?", fragte er vorsichtig nach und ich erzählte ihm, was passiert war und von meinen Ängsten. „Ich glaube, nein, ich weiß, dass er dich nicht verlassen würde, dafür liebt er dich viel zu sehr. Sprich mit ihm, wenn er wieder da ist", aufmunternd lächelte er mich an und ich fühlte mich ein bisschen besser, auch wenn meine Zweifel nicht weg waren. „Hast du deinen Dads schon von den Neuigkeiten erzählt?" „Nein, ich war gerade auf dem Weg zu den beiden, als wir uns über den Weg gelaufen sind", erwiderte ich und stand auf. „Ich glaube, ich sollte die beiden mal suchen und es ihnen erzählen", fuhr ich fort. Als ich an der Tür stand, drehte ich mich nochmal um. „Danke." „Dafür sind Freunde doch da", antwortete Cap und ich ging.

Ich betrat die Wohnung meiner Dads und wollte sie gerade rufen, als ich sah, dass ich am stören war. „Warte", ertönte Speedys Stimme, als ich mich bereits umgedreht hatte und wieder am Aufzug stand. „Ich will euch nicht stören", antwortete ich und da stand ich auch schon neben meinen Dads. „Du störst doch nicht", sagte Dad und schaute mich an. „Wär ich ein paar Minuten später hergekommen, dann definitiv", sagte ich und musste schmunzeln. Die beiden schauten sich an und mussten ebenfalls schmunzeln. „Wie können wir dir helfen?", die beiden schauten mich erwartungsvoll an. „Vielleicht sollten wir uns setzen", schlug ich vor. Die beiden schauten mich misstrauisch an, gingen aber wirklich zur Couch und setzten sich.

„Also nach der Sache mit Wanda bestand Bucky ja darauf, dass ich zu Bruce gehe und der mich untersucht, ob es mir und dem Baby gut geht. Und dabei hat er festgestellt, dass es nicht ein, sondern Zwei Babys sind", erzählte ich und die beiden wussten nicht, was sie sagen sollten. „Und da ist Bruce sicher?", hakte Speedy nach und ich nickte. Die beiden schauten erst sich und dann mich an. „Das ist ja fantastisch", sagten beide zeitgleich und zogen mich in ihre Mitte. „Und was sagt Bucky dazu?", Dad sah mich fragend an. „Er war geschockt und meinte dann, er müsste was besorgen", erzählte ich. „Ich bin mir ziemlich sicher, wenn er den Schock verdaut hat, wird er sich genauso freuen", antwortete Dad und nahm mich fester in den Arm. „Wie geht es Loki?" „Er ist immer noch nicht aufgewacht. Was seine Mutter allerdings herausgefunden hat, ist, dass nicht die Messer ihn so schlimm verletzt haben, sondern Wandas Magie und die will uns nicht helfen, ihn zu heilen", das Letzte sagte Speedy etwas säuerlich. Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. „Mäuschen, mach dir nicht so viele Gedanken. Loki hat dir das Leben gerettet." „Und dafür fast mit seinem bezahlt", hauchte ich leise. Darauf wussten die beiden keine Antwort. „Ich glaube, ich gehe mal nach ihm gucken", antwortete ich und stand auf. „Mach das", die beiden lächelten mich an. „Macht einfach da weiter, wo ihr gerade aufgehört habt", rief ich grinsend, als sich die Aufzugtüren schlossen.

Bisher hatte ich Loki noch nicht besucht, da ich mich einfach zu schuldig fühlte. Vorsichtig öffnete ich die Krankenzimmertür und ging langsam zu seinem Bett. Er sah so friedlich aus, so als würde er schlafen. „Es tut mir so leid", hauchte ich leise. „Er wusste, was er tut, als er dein Leben und das deiner Kinder rettet", ertönte eine warme, weiche Stimme hinter mir. „Es tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken", entschuldigte sich die Frau schnell, als ich zusammenzuckte. „Schon okay", antwortete ich. „Du bist wirklich so hübsch wie in seinen Erzählungen", sie lächelte mich an und ich wurde rot. „Darf ich Sie was fragen?" „Ja, darfst du, aber sag ruhig du", bot Frigga an. „Wieso hast du gerade Kinder gesagt?" Bisher wussten es ja nur meine Dads, Steve, Bucky und Bruce. „Dem netten Doktor ist es rausgerutscht, als wir uns unterhalten haben", gab Lokis Mutter zu. „Ich hoffe, du bist jetzt nicht böse auf ihn?", fragte sie. „Nein, bin ich nicht", antwortete ich ehrlich. „Loki hat sich sehr ins Positive verändert seit der Sache vor einigen Monaten. Die Freundschaft zu dir tut ihm gut." „Was ist damals in Asgard passiert, dass er so durchgedreht ist?", fragte ich zögerlich und direkt hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil es mich eigentlich nichts anging. „Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben wegen dieser Frage. Du hast jedes Recht, diese Frage zu stellen. Sein Vater wollte nicht, dass er hierher zurückkehrt, sondern eine Prinzessin aus einem anderen Reich heiratet. Nachdem das alles dann passiert ist und er in Asgard in seiner Zelle saß, ging es ihm gar nicht gut." „Und da ich wusste, dass hier der einzige Ort sein würde, wo es ihm besser gehen würde, habe ich Vater überredet, dass ich ihn wieder mitnehmen darf", beendete Thor den Satz seiner Mutter.

„Hallo, Thor", begrüßte ich den Donnergott, der sich zu uns setzte. „Woher wusstest du das?", wollte ich wissen. „Weil er so in deiner Nähe sein und dich beschützen konnte. Das war alles, was er wollte. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich nicht, dass er überhaupt in der Lage war, zu lieben", sagte Thor und erntete einen bösen Blick seiner Mutter. „Mach ihn nicht schlechter, als er ist", sagte ich leise und Thor schaute mich überrascht an, während Frigga mich lächelnd ansah. „Du bist viel zu gut für diese Welt", antwortete Thor. „Wär er wirklich so schlecht, hätte er mir nicht das Leben gerettet", erwiderte ich. „Hier bist du, Bucky sucht dich", Bruce schaute mich lächelnd an und ich verabschiedete mich von Thor und Frigga.

„Doll, da bist du ja", damit schloss mein baldiger Ehemann mich in seine Arme, was ich mehr als genoss. „Wo warst du?", wollte er wissen. „Ich habe Loki besucht und mich mit seiner Mutter unterhalten", antwortete ich leise. „Es tut mir leid, dass ich vorhin so doof reagiert habe", schuldbewusst schaute er mich an. „Alles gut", antwortete ich und rang mit mir, ob ich meine Ängste ansprechen sollte.

Inzwischen lagen wir auf Buckys Bett. „Steve meinte, du wolltest mir was erzählen", sagte er. Steve war wie ein Bruder für mich, aber manchmal würde ich ihm am liebsten den Hals umdrehen. „Ich habe Angst, dass du mich verlässt, weil dir das mit zwei Babys zu viel wird", antwortete ich leise. „Hattest du diese Gedanken wegen meiner Reaktion?", fragte er leise und legte eine Hand auf meinen Bauch. Als Antwort nickte ich und vergrub mein Gesicht an seiner Brust. „Doll, sieh mich an", bat er und zögerlich tat ich, was er verlangte. „Ich kann verstehen, dass du das gedacht hast, hätte ich an deiner Stelle wahrscheinlich auch. Ich könnte dich niemals verlassen, dafür liebe ich dich und unsere Babys viel zu sehr. Ich musste erst mal auf das klarkommen, was du mir erzählt hast", erklärte er und mir liefen Tränen übers Gesicht, weil mich mein schlechtes Gewissen plagte.


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