Als wir beim Tower ankamen, nahmen Steve und Sam die Bahre und brachten ihn schnell zu Bruce ins Labor. „Du kannst ihm jetzt nicht helfen. Geh bitte erst mal duschen und schlaf dich aus", sagte Dad, als ich mit ins Labor wollte. Nat und Wanda griffen sich meine Hände und zogen mich hinter sich her zu meinem Zimmer. „Was willst du gleich nach dem Duschen anziehen?" Ich war nicht in der Lage, Wanda zu antworten, was Nat für mich übernahm. „Ich gehe mal gucken, was Buckys Kleiderschrank hergibt", damit verschwand die rothaarige Assassine und Wanda fing an, mich auszuziehen.
„Kannst du mich vielleicht allein lassen?", fragte ich leise und Wanda nickte langsam. „Ich warte in deinem Schlafzimmer. Wenn was ist, brauchst du nur rufen und wir sind sofort bei dir." Ich nickte und kaum hatte Wanda die Tür hinter sich zugezogen, liefen mir Tränen über die Wange. Schnell schaltete ich das Wasser an, damit die beiden mich nicht hörten und ließ dann den Tränen freien Lauf. Als ich irgendwann keine Tränen mehr hatte, die ich vergießen konnte, schaltete ich das Wasser aus und wickelte mich in ein Handtuch ein.
Wie versprochen saßen meine besten Freundinnen auf meinem Bett und warteten auf mich. Als mein Blick auf das Shirt fiel, welches Nat von Bucky geholt hatte, fingen meine Augen wieder an zu brennen. Es war das Shirt, das er anhatte, als wir uns das erste Mal geküsst hatten. Die beiden halfen mir, mich anzuziehen und nahmen mich mit nach unten, wo ich direkt von meinem Vater und Pietro in Empfang genommen wurde.
„Wie geht es dir?", Dad schaute mich besorgt an. „Wie geht es Bucky?", das war das Einzige, was mich interessierte. So wie Dad und Pietro sich ansahen, sah es nicht gut aus. „Den Umständen entsprechend. Aber du musst jetzt erst mal was essen." Pietro ging mit mir in die Küche und setzte mich auf einen Stuhl, bevor er mir etwas zu essen hinstellte. So sehr ich es auch versuchte, ich bekam keinen Bissen runter und schob den Teller von mir weg.
„Lara, wie geht es dir?", es war Thor, der auf mich zukam. „Ganz gut", log ich und hoffte, dass ich schnell zu Bucky konnte. „Lara, ich möchte dir Freunde von mir vorstellen", als er das sagte, traten die vier Fremden hinter ihm hervor. Die drei Männer stellten sich als Hogun, Fandral und Volstagg vor und die Frau als Sif. Ich versuchte, die Vier anzulächeln, was aber nicht so wirklich klappte. Nat nahm mich mit ins Wohnzimmer und setzte sich zu mir auf die Couch.
„Wo ist Loki?", ich schaute fragend zu Nat. „Noch ist er in der Zelle, die eigentlich für den Hulk ist. Die nächsten Tage wird er nach Asgard gebracht und dort muss er sich für das, was er getan hat, rechtfertigen", beantwortete Sif mir meine Frage und setzte sich nach kurzem Zögern zu uns. Als ich hörte, dass er hier im Tower war, zuckte ich zusammen und bekam Angst. „Keine Sorge, wir werden auf ihn aufpassen", sagte Sif und lächelte mir zu. „Genau, noch mal wird er Ihnen nicht zu nah kommen", dieses Mal war es Fandral, der zu mir sprach. „Ansonsten bringe ich meinen Bruder um", Thor kam zu uns zur Couch und setzte sich neben Sif, die ganz leicht rot wurde, als Thor sie am Arm streifte.
„Lara, wenn du willst, kannst du zu Bucky." Kaum hatte Bruce das ausgesprochen, war ich aufgesprungen und lief in Richtung der Krankenstation.
Dort öffnete ich die Tür und erschrak leicht, als ich sah, an wie viele Monitore mein Bucky angeschlossen war. Mit Tränen in den Augen ging ich zum Bett und setzte mich auf den Stuhl, der daneben stand. Vorsichtig griff ich nach seiner Hand und hielt sie in meiner, einfach damit er merkte, dass ich da war. Hätte ich am Morgen doch nur auf ihn gehört und wäre nicht mit zu dem Ausflug gegangen, dann wäre das alles nicht passiert. Bucky so hier liegen zu sehen, brach mir mein Herz. Er sah so verletzlich aus. Es war nichts mehr von meinem starken Bucky übrig. Das Einzige, was mir für den Moment geblieben war, war seine leere Hülle und sein Herzschlag, der mir die Hoffnung gab, dass er, nein, dass wir das schaffen würde und ich würde ihm dabei helfen.
Als sich eine Hand auf meine Schulter legte, zuckte ich zusammen und drehte mich erschrocken um. „Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken", Dad schaute mich entschuldigend an. „Schon okay. Was gibt es?", fragte ich. „Was hältst du davon, wenn du mit Pietro und mir einen Film schaust?" „Wenn sich Buckys Zustand verändert, sagt Friday dir direkt Bescheid", fuhr er schnell fort, als er meinen zweifelnden Gesichtsausdruck sah. Widerwillig stimmte ich zu und gab Bucky noch einen Kuss auf die Stirn, bevor ich mit Dad auf seine Etage fuhr. Pietro wartete bereits auf uns und hatte alle meine Lieblingssnacks auf den Tisch gestellt.
„Princessa, es wird alles wieder gut. Bucky ist ein Kämpfer und er würde sein Mädchen niemals allein lassen", Pietro nahm mich in den Arm und drückte mich an sich. Wir schauten beide zu Dad, der dazukam und uns in den Arm nahm. Ich fühlte mich geborgen und geliebt, trotzdem fehlte etwas. Wir gingen zur Couch und kuschelten uns zu dritt auf diese, als Pietro meinen Lieblingsfilm anmachte. Ich versuchte, mich wach zu halten, damit ich direkt zu Bucky könnte, wenn etwas ist. „Princessa, schlaf ruhig. Wenn Friday sich meldet, wecken wir dich. Versprochen." Dad nickte zustimmend und ich kuschelte mich mehr an meine beiden Dads und verlor dann den Kampf gegen den Schlaf.
Als ich aus meinem Traum aufschreckte, merkte ich, dass ich immer noch mit meinen Dads auf der Couch lag. Da die beiden noch am Schlafen waren, stand ich leise auf und fuhr zu Bucky. Ich setzte mich wieder auf den Stuhl, dann nahm ich seine Hand in meine. Ich legte meinen Kopf vorsichtig auf seine Brust und hörte seinem Herzschlag zu. Das beruhigte mich und irgendwann schlief ich wieder ein.
Auch nach einer Woche war er noch nicht wieder aufgewacht. Sein Zustand hatte sich nicht verschlechtert, was schon mal gut war, verbessert hatte er sich aber auch nicht. Jede freie Minute verbrachte ich an seinem Bett und erzählte ihm alles Mögliche. Als ich sagte, dass ich wieder zur Schule will, war Dad am Anfang dagegen, bis ich ihm erklärte, dass ich mich so etwas ablenken konnte. Jeden Tag wurde ich zur Schule hingefahren und wieder abgeholt.
„Was erwartest du denn bitte von mir? Er ist immer noch mein bester Freund", hörte ich Steves aufgebrachte Stimme aus der Küche. Vorsichtig ging ich in die Küche und sah, dass er mit Tony am Streiten war. „Hey ihr zwei, ist alles okay?", fragte ich, um auf mich aufmerksam zu machen. Ohne eine Antwort zu bekommen, verließ Tony die Küche und Steve schaute ihm verzweifelt hinterher. „Ja, es ist alles okay", antwortete Steve ausweichend, was ich ihm aber nicht glaubte.
„Kannst du mir vielleicht bei den Hausaufgaben helfen? Es geht um den Zweiten Weltkrieg", fragte ich und Cap stimmte zu. Dank seiner Hilfe war ich schnell fertig damit und sah ihn dann erwartungsvoll an. „Also, worüber habt du und Tony gerade gestritten?" „Ich habe T'Challa angerufen und um Hilfe gebeten", erzählte Steve und ich fragte mich, warum die beiden deswegen gestritten hatten. „Und warum habt ihr gestritten?" „Weil Tony der Meinung ist, dass ich für Bucky mehr empfinde als Freundschaft", sagte er leise und ich dachte, ich hätte mich verhört.
„Wie?", fragte ich nicht wirklich schlau. „Bitte glaub mir, dass ich keine romantischen Gefühle für Bucky habe", sagte er verzweifelt und ich glaubte ihm. „Alles gut, ich glaube dir. Aber warum hat Tony ein Problem damit?" Gerade als Steve antworten wollte, kam ein dunkelhäutiger Mann in die Küche, dicht gefolgt von einem jungen Mädchen, und begrüßte Steve. Danach stellten die beiden sich mir vor.
„Lara, zeig Shuri doch bitte, wo das Labor ist", sagte Steve und ich nickte. Ich wollte eh zu Bucky, also konnte ich Shuri auch mitnehmen. „Und du bist also die Freundin von Bucky?", fragte Shuri neugierig und langsam nickte ich. Die ganze Zeit war ich am Überlegen, woher ich die Namen der beiden Gäste kannte, bis der Groschen fiel. Bucky hatte mir mal ganz am Anfang von Wakanda, seinem König und seiner kleinen Schwester erzählt.
„Wie ist er so als Freund?", „Wenn du nicht darüber reden möchtest, ist das auch okay", hängte sie schnell hinten dran, als sie meinen Gesichtsausdruck sah. „Doch, schon okay. Bucky ist liebevoll und zuvorkommend, aufmerksam und zärtlich. Obwohl er so viel Schlechtes erlebt hat, ist er immer liebevoll zu mir und achtet auf mich." Das erste Mal seit langem lächelte ich ehrlich. „So wie du von ihm schwärmst, hört man, dass du ihn mehr liebst als dein eigenes Leben", antwortete Shuri lächelnd und ich nickte zustimmend. Da waren wir auch schon vor Buckys Zimmertür angekommen und ich erklärte ihr noch schnell, wie sie zu Bruce kam. Anschließend betrat ich das Zimmer und setzte mich, wie jeden Tag, zu ihm und erzählte ihm alles.
DU LIEST GERADE
Never Without you
Fan-FictionIn dieser Geschichte geht es um Lara ein, 16 Jahre altes, Mädchen welches von ihren Mitschülern gemieden oder gemobbt wird und Zuhause sieht es auch nicht besser aus. Von Ihrer Mutter und ihrer Schwester wird Lara ausgenutzt und fertig gemacht. Man...
