Nachdem Mary, Harry, Jules und Jerry Richtung Winkelgasse verschwunden waren, machten es sich Remus und Sirius im Laden gemütlich. Beziehungsweise, Sirius machte es sich gemütlich, Remus versuchte vier Stunden lang, den Weihnachtsansturm zu meistern.
Irgendwann gab er auf und spannte Sirius mit ein.
"Tatze wird Ihnen zeigen, wo die Comics stehen", schlug er vor, als wieder drei Leute gleichzeitig etwas von ihm wollten. Sirius schaute überrascht von seinem Nickerchen hoch, dann wedelte er begeistert mit dem Schwanz und verschwand in die entsprechende Richtung. Der Kunde schaute skeptisch, folgte ihm aber auf Remus' aufmunterndes Nicken hin und machte Remus beim Kauf wenig später ein Kompliment für die Intelligenz seines Hundes.
"Ach was", sagte Remus, "so klug ist er gar nicht." Er zwinkerte Sirius zu, dem die furchtbar menschliche Emotion der Angegriffenheit im Gesicht stand. Dann verschwand er in Remus' Büro und tauchte kurz darauf wieder auf, diesmal mit einem Schild um den Hals auf dem stand "Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen? Bitte bezahlen Sie mich mit Leckerlis."
Remus nahm an, dass die ersten paar Fragen, die an Tatze gerichtet waren, eher scherzhaft gemeint waren, aber als die Leute merkten, dass es funktionierte, musste Remus auf einmal deutlich weniger Leuten Richtungshinweise geben. (Ausgeglichen wurde es durch unzählige Fragen, ob der Hund wirklich Leckerlis dürfe, Remus grinste und sagte "das hätte er wohl gerne", tat aber trotzdem ein paar Hundekekse in eine Schüssel - Sirius fand die neue Aufgabenteilung klasse.)
Gegen eins begann Remus den Schließungsprozess, der viertel nach dann auch tatsächlich abgeschlossen war. Die letzte Person, die noch vor der Tür auftauchte, war Quinn. Remus grinste und bat ihn herein, dann erst fiel ihm auf, dass er sich in eine potenziell unangenehme Situation gebracht hatte, in einem Raum mit Sirius, seinem Ehemann und Quinn, dem Mann, den er mal geküsst hatte.
"Ich wollte fragen, wie es bei dir so läuft", war das erste, was Quinn sagte, als er den Laden betrat. Remus nahm seine vorherige Tätigkeit, Ordnung zu schaffen, wieder auf. "Nach dem Ausbruch habe ich nichts mehr von dir gehört, ist alles ok?"
Remus blinzelte. Siedend heiß fiel ihm ein, dass es Quinn gewesen war, der ihn vor Wochen darauf hingewiesen hatte, dass Sirius aus Askaban ausgebrochen war, und dass Remus seitdem keinen Gedanken daran verschwendet hatte, ihn darüber zu informieren, was danach passiert war.
"Ähh", machte er also. "Ja, alles gut. Er ist...hm...wie sehr möchtest du in illegale Dinge reingezogen werden? Weil ich dir jetzt absolut sagen kann, dass ich ihn seit wir geredet haben, nicht gesehen habe und keine Ahnung habe, wo er steckt, damit du keine Beweise zurückhalten musst."
Quinn grinste breit und lehnte sich gegen ein Regal.
"Oder du erzählst mir, dass es ihm gut geht, du ihn versteckst und du schlägst ihm vor, dass er gerne mal in der Werkstatt ein Motorrad anschauen kann, wenn er will", machte er einen Alternativvorschlag. Beim Wort "Motorrad" rumpelte es im Nebenzimmer und Sirius kam herübergestürmt. Er kam schlitternd neben Remus zum Stehen und musterte Quinn von oben bis unten.
"Die Kinder haben erzählt, dass ihr jetzt einen Hund habt", sagte Quinn grinsend und ging in die Knie, um Sirius am Kopf zu streicheln. Remus versuchte, nicht daran zu denken, dass das sein Mann und seine...naja...Affäre irgendwie...waren. "Er ist sehr niedlich."
"Ja, ähm," Remus räusperte sich ein wenig, "das ist...das ist ein bisschen kompliziert." Er sah zu Sirius hinunter. "Was sagst du, Tatze, ein Motorrad gegen die Wahrheit?" Quinn sah neugierig zwischen ihnen hin und her, dann nickte Sirius begeistert. Remus holte tief Luft. "Also, Quinn, du weißt, wir sind Zauberer..."
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"Soso, du bist also der Ehemann", war das erste, was Quinn sagte, als Sirius sich in seiner Garage in einen Menschen verwandelte.
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Der Buchladen im Ligusterweg
FanfictionIm Ligusterweg gibt es einen Buchladen. Harry war nie drin, das hat ihm Tante Petunia verboten, aber er weiß, dass es ihn gibt. Er gehört einer kleinen Familie - der Vater arbeitet im Laden, die Mutter ist Lehrerin an seiner Schule, die Tochter zwei...
