"...mir gefällt, dass sie einen Balkon hat, aber die Küche ist eine Katastrophe, da müssten wir auf jeden Fall noch was machen."
"Ja, aber eine neue Küche zu besorgen ist wirklich keine große Sache und die Lage ist super."
"Das stimmt natürlich. Mir gefällt, dass sie im zweiten Stock ist. Ich hab mich in der Erdgeschosswohnung in London manchmal etwas beobachtet gefühlt."
Remus saß entspannt zurückgelehnt im Garten im Ligusterweg, eine Teetasse in den Händen, einen leeren Kuchenteller vor sich auf dem Tisch, und lauschte Jerry und Jhalak, die am Vormittag eine Wohnung in der Nähe besichtigt hatten und jetzt zum Kaffee vorbeigeschaut hatten und die Lage auswerteten. Das Gespräch mit Dumbledore war zwei Tage her und Remus versuchte alles, um nicht allzu sehr darüber nachzudenken.
"Ja, das liegt an deiner furchtbaren Abneigung, die Gardinen zuzuziehen", scherzte Jerry gerade, während er an seinem Kaffee nippte. Jhalak verdrehte die Augen.
"Entschuldige, wenn ich Tageslicht haben möchte, du Vampir", gab sie zurück.
"Werwolf", korrigierte Jerry und es sagte wirklich einiges über Jhalak aus, dass sie nur trocken lachte. Remus musste zugeben, dass er damals, vor vier Jahren, als Jerry mit Jhalak und Triv nach London gezogen war und ihnen eröffnen wollte, dass er ein Werwolf war, mehr als skeptisch gewesen war. Aber beide hatten es, nach einer kurzen und vollkommen gerechtfertigten Phase des Unglaubens und Schocks, erstaunlich gut aufgenommen. Möglicherweise sogar besser als Bill, der sich durch Jahre der aufgebauten Vorurteile hatte arbeiten müssen - wobei auch er sich herausragend geschlagen hatte.
"Kreatur der Dunkelheit", argumentierte Jhalak einen Mittelweg.
"Aber das klingt doch an sich nach einer ziemlich guten Wohnung, oder nicht?", mischte sich jetzt Mary mit ins Gespräch. Sie war die vierte und letzte Person mit am Tisch; Sirius, Harry und Luke spielten Fußball auf dem Rasen einige Meter von ihnen entfernt.
"Wenn wir sie bekommen, wäre das auf jeden Fall sehr cool", stimmte Jhalak ihr zu. "Es wäre gut mit dem Fahrrad zu erreichen vor hier, also prima für Jerry mit dem Laden und ich habe da in der Nähe einige Ateliers, die ich mir noch anschauen will. Sie dürfen nicht zu klein sein, wenn ich Unterricht geben will."
Remus hob überrascht seine Augenbrauen und richtete sich auf.
"Du willst Unterricht geben?", fragte er. Jhalak nickte und lächelte ein wenig schüchtern.
"Ich bin realistisch genug, um zu wissen, dass es schwer ist, allein von der Kunst zu leben", meinte sie. "Und ich glaube, es würde mir Spaß machen."
"Die Miete bekommen wir schon irgendwie gestemmt", beruhigte Jerry sie. "Mach dir da mal keine Gedanken."
Jhalak lächelte leicht und Remus versteckte sein eigenes Grinsen hinter seiner Teetasse, weil ihn die Situation rasant zu Gesprächen über gemeinsame Wohnungen und Mieten und unregelmäßiges Einkommen zurückwarf, die er auf ziemlich genau die gleiche Art mit Sirius geführt hatte.
"Na, denkst du an mich?"
Remus zuckte zusammen, als zwei Hände, nicht ohne eine gewisse Kraft, auf seine Schultern gedrückt wurden, dann verdrehte er die Augen. Sirius drückte ihm einen schnellen Kuss aufs Haar, bevor er sich neben ihm in einen der zahlreich vorhandenen Gartenstühle fallen ließ.
"Tatsächlich ja", räumte er ein, weil es ja doch keinen Sinn hatte, es abzustreiten. "Und daran, wie froh ich bin, dass die Wohnungs- und Mietengespräche in unserer Vergangenheit liegen."
Sirius grinste und lehnte sich mit den Händen im Nacken zurück.
"Immer diese Junge-Leute-Probleme, die wir nicht mehr haben, jetzt, wo wir alt werden."
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Der Buchladen im Ligusterweg
Fiksi PenggemarIm Ligusterweg gibt es einen Buchladen. Harry war nie drin, das hat ihm Tante Petunia verboten, aber er weiß, dass es ihn gibt. Er gehört einer kleinen Familie - der Vater arbeitet im Laden, die Mutter ist Lehrerin an seiner Schule, die Tochter zwei...
