Sechzig

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— IZAN —

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IZAN

Der Whiskey in meinem Glas schwankte in einer Geschwindigkeit, die mich an die Wellen des Meeres in Cancùn erinnerte. Noch mehr erinnerte es mich an all die Leichen, die ich in ihm versenkt hatte, nachdem ich ein Glas ausgetrunken hatte.

Es klopfte. Zazo, mein entfernter Cousin, der hier in Venezuela ein Bezirk der Belluccis organisierte, betrat einzeln den Raum und verschränkte die Arme hinter seinem Rücken.

„Sie hat ihn aufgespürt" Die Information verließ Zazos ehrlichen Mund. Die Uhr an meiner Wand tickte leise vor sich hin. Mitternacht wurde zu meiner Lieblingszeit, denn anstelle von schlaflosen Wimpernschlägen genoss ich ihren ruhigen tiefen Atemzug neben meinem Kopf.

Nur nicht heute.

„Und getötet"

Meine mutige Kommissarin.

„Izàn. Wieso zeigst du keine Reaktion? Sie hat ihren Onkel getötet. Gerade eben", beschwerte sich Zazo.
„Sie hat unsere Sicherheitsmänner, die ihn hier bewachten, aus dem Weg geräumt, drei von ihnen sind gerade auf dem Weg ins Krankenhaus"

Der Zeiger deutete auf die nächste Minute.

„Woher weiß sie, dass wir ihn hier in Venezuela halten? Woher weiß sie, wo wir ihn festgehalten haben? Izàn. Er ist tot"

Zazos Verwirrung und Überforderung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Deswegen hatte sein Vater, Francesco Bellucci, ihn nie zum Consigliere ernannt. Zazo war durchschaubar, einfach, zu schwach.

„Wie hat sie ihn getötet?"

Zazos Augen weiteten sich. „Mit dreizehn Messerstichen" Die folgende Stille legte sich über den Raum, wie eine warme Decke in einer eisigen Nacht.

Sie war gut.

„Weißt du, was das absolut Kranke an der Geschichte ist?"
Mein Verstand wusste mehr, als Zazo jemals in seinem Leben lernen könnte, aber ich ließ ihm den Spaß, nickte und forderte ihn damit zum Weiterreden auf.

„Ihren Vater hat sie ebenfalls mit dreizehn
Stichen getötet" Zazo fuhr sich schnaufend übers Gesicht. „Capo, ich weiß nicht, was für eine Frau du uns in die Familie geschleppt hast, aber sowas hat sich noch keine Frau bei einem so bedeutsamen Mann erlaubt"

Erneutes Ticken der Uhr erfüllte die Wände meines Büros.

„Hast du es ihr erlaubt? Durfte sie ihn töten?" Zazo realisierte nicht, dass eine Frau, wie Ivana Rouge nicht nach einer Erlaubnis fragte.

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