So sehr er sich auch einzureden versuchte, dass dem nicht so war- dass er schlicht derjenige war, den der gesamte Rest der Zaubererwelt in ihm sah. aber sie kannten nur die Halbe Wahrheit- sie kannten ihn nicht. Nicht so, wie Gellert es getan hatte. Die Stille zwischen ihnen wurde lediglich von einer Muggel-Kellnerin unterbrochen, die zu ihnen an den Tisch trat, und eine dampfende Tasse vor Gellert abstellte. Mit beinahe irrationalem Ärger blickte er der Frau nach- ein kleiner Teil in seinem Unterbewusstsein wusste, dass sie keine Schuld an der momentanen Situation trug. Dass sie nichts für die Richtung konnte, in die ihre Gespräch sich entwickelte- für seinen eigenen Schmerz, in diesem Moment. Doch der Großteil von ihm war es egal. Sie war eine von ihnen. Sie war genau so, wie alle von ihnen. Und das reichte schon aus. Waren das wirklich die Leute, deren Seite Albus wählen wollte? Die er ihm vorzog? Die er über ihn stellte? Sein Verstand weigerte sich, dies zu akzeptiere Ren. Er weigerte sich, es zu akzepetierern.er konnte es nicht akzeptieren.
" Kannst du es riechen?" Fragte er nach einer Weile. " Den Gestank." Es war eine übertriebene Aussage, selbst für ihn, und er wusste, dass er nicht wirklich dazu beitrug, dieses Treffen irgendwie zu retten. Aber die Enttäuschung saß dieses Mal einfach zu tief. der Verrat, den er bei dem Gedanken empfand, dass Albus den Pakt lediglich an sich genommen hatte, um ihn zerstören zu können. Um ihr Band endgültig zerstören zu können. Dass diese Treffen von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen war, weil Albus vorhatte, sich gegen ihn zu stellen. Bei Merlin. er war ein Seher. Seine Visionen gaben kaum einen Augenblick seines Lebens wirklich Ruhe, und manchmal hatte er das Gefühl, sein Verstand würde regelrecht von ihnen heimgesucht werden. es gab so viel was sie ihm zeigten- so viel, was er sah. Nicht alles davon trat ein- doch dieses eine Erlebnis, das tatsächlich eingetreten war, das jetzt gerade eintrat, hatten sie ihm nicht gezeigt. Selbst seine Fähigkeit, die Zukunft sehen zu können, hatte ihn nicht hierdrauf vorbereiten können. " Hast du wirklich vor, deinesgleichen den rücken zu zukehren?" Fragte er weiter, ehe Albus zu einer Antwort Ansätzen konnte. Hast du wirklich vor, mir den Rücken zu kehren? "Für diese Tiere?"
Auch das könnte, wie einige behaupten würden als übertrieben angesehen werden- aber wie sonst, sollte man all die Zerstörung nennen, die seine Visionen ihm seit jeher zeigten, wenn nicht barbarisch? Wie könnte irgendwer, der gesehen hatte was er gesehen hatte etwas Anderes über sie denken, bei all der sinnlosen Vernichtung, die sie mit sich bringen würden? Bei all dieser rohen, stumpfen Gewalt der Kriege, die ihn früher als Kind bis ins Mark erschüttert hatte? Er mochte eine gewisse Stumpfheit gegenüber seinen heutigen Visionen entwickelt haben- es konnte durchaus sein, dass er ihnen gegenüber um einiges weniger empfindlich war als einst. Und das war auch gut so. Es kam zwar durchaus vor, dass sie ihm den Schlaf raubten, dass sie ei regelrechtes Durcheinander in seinem Kopf schufen, und sich manchmal so sehr mit der Gegenwart zu vermischen scheinen, dass es manchmal schwer zu sagen war, was genau zur Realität, und was zu seinen Visionen gehörte- aber er wusste damit umzugehen. Das musste er. es kam durchaus vor, dass sie es ihm nahezu unmöglich machten, in der Gegenwart zu leben, während sein Unterbewusstsein weiter und weiter Szenarien hervor brachte, und ihm vor Augen führte. Dinge, die vielleicht und vielleicht auch nicht eintreten würden. Visionen, die sich mal kontrollieren ließen, und ein andere Mal über ihn herein brachen wie eine Sturmflut. Letzteres war insbesondere in seiner frühen Kindheit zu oft der Fall gewesen.
Früher, als er sie noch nicht richtig einordnen konnte. Früher, als sie insbesondere im schlafenden Zustand vorgekommen waren, so dass er sie anfangs für Albträume gehalten hatte- bis seine Eltern ihn eines Besseren belehrt hatten. Eine Weile hatten sie es bei seiner Erklärung belassen- eine Wiele hatten sie ihn weiterhin glauben lassen, dass es sich bei seinen Visionen um Albträume handelte, vielleicht weil sie fürchteten, dass er die Wahrheit noch nicht verstehen würde. Dann hatte sein Vater ihn eines Tages zur Seite genommen- der Schwarzmagier könnte sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wie alt genau er damals gewesen sein könnte- und hatte es sich zur Aufgabe gemacht, seinem Sohn die Wahrheit zu erzählen. Er hatte seine Worte mit Bedacht gewählt- vielleicht auch ein wenig vereinfacht, zumal er zu jenem Zeitpunkt schlicht mit einem kleinen Kind gesprochen hatte- aber letzten Endes hatte er seinem Sohn beigebracht, dass die keine einfache Albträume waren. Dass es Visionen waren, Ereignisse der Zukunft, die er sehen konnte ,und er eine Gab geerbt hatte, die seit mehreren Generationen in ihrer Familie lag. Zwar wurde sie nicht direkt von einer Generation zur nächsten vererbt- viel mehr hatte sie die Angewohnheit, mehrerer Generationen zu übersprangen- es hieß, es kämen eigentlich nur alle drei Generationen vor. Sein Vater, der selbst kein Seher gewesen war, obgleich es ihm, und der gesamten Familie wohl einiges erspart hätte, wenn er es gewesen wäre, hatte ihm gesagt, dass jene Gabe ein Geschenk wäre. Dass sie ihn besonders, einzigartig machte.
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The Enemy // Grindeldore
Fanfic~ If I could make you the enemy, I would ~ Es wurde schwerer, Orte für ihre Treffen zu finden-Albus war nicht naiv genug, als dass er dies nicht merken würde. Es wurde schwerer, mit jedem Mal, das Gellerts Name in den Schlagzeilen des Tagespropheten...
