" Würdest du mich nach draußen begleiten?" Brachte er schließlich hervor, nicht willig, den Seher einfach zurück zu lassen, doch ebenso wenig willig, hier drinnen sitzen zu bleiben. Vielleicht würde ein wenig kühle Luft helfen, seine Gedanken zu klären, diese unangenehme, erstickende Hitze zu vertreiben, sich wieder zu sammeln. Vielleicht wäre er draußen, fernab all der zu viel sehenden Augen der anderen Gäste eher in der Lage, dieses Gespräch zu führen. Zu seinem Glück nickte Gellert ohne weitere Fragen zu stellen- ein Schatten von dem stummen Verständnis, das einst zwischen ihnen geherrscht hatte. Der ehemalige Durmstrang Schüler griff lediglich nach seinem Mantel, der über diese Stuhllehne hing, und streifte ihn sich über, ehe er dem Älteren bedeutete, voraus zu gehen.
Draußen dämmerte es bereits, und die kühle Brise, die über die nackte Haut seines Gesichts und seiner Hände streifte, schien im ersten Moment tatsächlich ein wenig zu helfen. Sie schien die Haut zu kühlen- doch in gewisser Weise schien dieses Gefühl sich sogar bis unter die haut auszubreiten- ihm ein einig der Anspannung zu nehmen. Seine Lungen weiteten sich ein wenig, während er die kühle Frühlingsluft einatmete, und die Hände in den Taschen seines eibenen Mantels vergrub- eine kurzen Augenblick lang, fühlte er sich gar versucht, die Augen zu schließen. Die Ketten, die seinen Oberkörper bisher zusammen gedrückt hatten lösten sich, seien Schultern sanken leicht herab, obgleich er sich nicht daran erinnern konnte, sie angezogen zu haben. Selbst der Kloß in seinem Hals schien sich zu lösen- zumindest ein kleines bisschen, zumindest in so weit, dass er seine Stimme wieder zu finden schein, als Gellert schließlich in dessen dunklen Mantel neben ihn trat.
" Aberforth und ich- ", setzte er schließlich an, "Wir haben es nach dem Sommer nie geschafft, unser Verhältnis wieder vollständig herzustellen", fuhr er leise fort, und vermied es, seinem Gegenüber in die Augen zu sehen, unsicher, ob er bereit für das war, was er dort finden würde. Unsicher, ob er wissen wollte, was für einen Ausdruck er dort vorfinden würde. " Erst wütend auf mich, und ich weiß nicht, ob er mir jemals wirklich verzeihen wird. ", er fuhr sich müde durch die Haare, während die hellblauen Augen die dunklen Pflastersteine auf dem Biden betrachteten. Er schluckte schwer, ehe er fortfuhr, konnte Fast spüren, wie sein Brustkorb sich zusammen zog, wie der Kloß in seinem Hals größer und größer wurde, während er die Temperatur des Cafés gleichzeitig als unangenehm warm und so kalt wahrnahm, dass sich eine leichte Gänsehaut auf seiner Haut breit machte. " Und ich bezweifle, dass sich ihm einen Vorwurf dafür machen kann. Er macht mich verantwortlich für", er stockte. Nicht willentlich, doch einen Augenblick lang war es, als würden die Worte ihm regelrecht im Hals stecken bleiben. Als wäre er schlicht unfähig, einen Satz zu vervollständigen, ohne an den Worten ersticken zu müssen. All die Jahre, und Ariana, und alles, was ihn an sie erinnerte brannte noch immer stärker als Salz in einer Wunde. All die Jahre, und es fiel ihm noch immer schwer, über sie, über einen Sommer zur reden- all die Jahre, und mit jedem Gedanken an sie, hatte er noch immer das Gefühl, in den Schuldgefühlen, die ihn überkamen ertrinken zu müssen. " Ariana."
Gellert öffnete den Mund, um etwas zu entgegnen- schloss ihn wieder, als wüsste er zumindest im ersten Moment nicht, was er dazu sagen könnte. Er trat ein wenig näher an ihn heran, berührte in leicht am Arm, r, als würde er beinahe automatisch die Nähe zu dem Älteren suchen. Es erinnerte ihn fast ein wenig an früher- an Zeiten, in denen es fast zu seinem Alltag gehört hatte, sich Gellert mit solchen Dingen anzuvertrauen. An früher, wenn er ihm zu oft davon erzählt hatte, dass er wieder einmal mit seinem Bruder gestritten hatte. An früher, in dem er sämtliche solcher Sorgen mit ihm geteilt hatte. sei es wegen der Zukunft seiner Geschwister oder seiner eigenen, oder seiner verstorbenen Mutter. Sein gegenüber hatte ihm immer zugehört- selten hatte er ihn dabei unterbrochen. Eine weitere Eigenschaft, die Albus damals besonders an ihm wertgeschätzt hatte. es war ein wenig überraschend gewesen, dass der blonde dabei fast eine Engelsgeduld aufgewiesen hatte- doch mit Trösten hatte er sich schon immer ein wenig schwer getan. Es war eine der wenigen Sachen gewesen, mit denen er sich schwer getan hatte, bei denen er manchmal fast schon ein wenig unbeholfen gewirkt hatte. Yes hatte ihn nicht davon abgehalten, es zu versuchen, es zu tun, so gut es ihm eben möglich war, doch das gelegentliche Zögern, die unterschwellige Verunsicherung war dem Gryffindor nie wirklich entgangen.
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The Enemy // Grindeldore
Fanfiction~ If I could make you the enemy, I would ~ Es wurde schwerer, Orte für ihre Treffen zu finden-Albus war nicht naiv genug, als dass er dies nicht merken würde. Es wurde schwerer, mit jedem Mal, das Gellerts Name in den Schlagzeilen des Tagespropheten...
