Seven ( Part 4)

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Die Erleichterung , die sich in ihm breit machte war beinahe peinlich. Er fühlte sich, als hätte er die letzten paar Minuten ein  Korsett getragen, das sich jetzt endlich von ihm löste, seinen Lungen Platz gab sich zu weiten. Das ihm wieder die Möglichkeit gab, atmen zu können. Er war noch da. Noch könnte er sich erklären. Noch hatte er noch nicht alles zerstört- im selben Moment, in dem diese Gedanken ihm durch den Kopf gingen, ärgerte er sich darüber. Er sollt das hier nicht tun. Er sollte nicht versuchen, sein vorheriges Verhalten wieder gut zu machen, nichts tun, was einer Versöhnung gleich kommen würde. Er sollet nicht auf den anderen zugehen, im Gegenteil. Er sollte Abstand zwischen ihnen schaffen- denn was brachte ihnen das bisschen Zeit, was er ihnen jetzt womöglich beschafft hatte? Was brachte all das, wen es am Ende ohnehin drauf hinaus laufen würde, dass sie einander im Kampf gegenüber stehen  würden? Wenn er Gellert nur etwas weniger lieben würde, hätte er ihn gehen lassen. Wäre er der Blutpakt noch in Takt und hätte er ihn noch bei sich, würde er diesen jetzt wohl spüren- das, was man wohl beinahe als dessen Zorn bezeichnen könnte. Und ein kleiner Teil von ihm dachte, dass er dies für das, was ihm soeben durch den Kopf gegangen war verdient hätte. 

Dafür, was er soeben gedacht hatte. Dafür, wie egoistisch jener Gedanke eigentlich war- und die Art, wie er Gellert bereist seit einiger Zeit von sich stieß, fast ungeachtet dessen, wie er ihn damit zu verletzen schien. Dafür, dass ein kleiner Teil von ihm vielleicht soagr hoffte, dass er Gellert verletzen würde- ihn genug verletzten würde, damit er ihn zu hassen lernen würde. Damit die Briefe aufhören würden, die noch immer bei ihm ankamen, und die zu ignorieren ihn sämtliche Kraft kostete. Damit der Schwarzmagier loslassen würde, aufhören würde, ihn sehen zu wollen. Aufhören würde, ihn an seiner Seite zu wollen. Wollet er das wirklich? Wollet er, dass diese Leere, die der Andere in seinem Leben hinterlassen hatte ihn komplett einholen würde? Dass Gellert komplett aus seinem Leben verschwinden würde?  Innerlich glaubte er die Antwort zu kennen. Wenn es wirklich so fiel leichter wäre, warum ging er dann noch auf die Briefe des Anderen ein? Längst nicht auf alle- im Laufe der Jahre hatte sich einiges an Briefen angehäuft, die noch immer darauf warteten, beantwortet zu werden. 

Aber dennoch hatte er es bereits zu oft getan als er sollte. Dennoch handelte er noch immer gegensätzlich zu dem, was er sagte. Zu dem, was er sich vornahm- und es würde ihn nicht wundern, wenn Gellert dies bemerkt hatte. Merlin, viel mehr würde es ihn überraschen, wenn er es nicht bemerkt hatte. Vermutlich war es mit ein Grund, warum der Schwarzmagier überhaupt noch auf jene Treffen bestand, warum er ebenso wenig in der Lage war loszulassen wie Albus selbst. Weil die wenigen, beantworteten Briefe, die wenigen Treffen, zu denen Albus doch zustimmte ihm verrieten, dass er ihm nicht egal war. Dass Albus noch immer etwas an ihm lag. etwas zu viel. Er konnte sich vornehmen, dass er die Briefe ignorieren, Gellert vergessen würde. Dass er den Jüngeren nie wieder sehen wollte, nicht auf diese Wiese. Dass diese Treffen ihm nicht wirklich etwas bedeuteten, weil die Chance, ihr Verhältnis zu reparieren nun endgültig vorbei war. Aber letzten Endes waren all das leere Behauptungen. Behauptungen, die nur aussagen würden, dass er wirklich hervorragend darin war, sich selbst etwas vorzuheucheln. . Aber versuchte man nicht Alles um sich eine Situation erträglicher zu machen? Außerdem war es nicht so, als hätte er eine Wahl. Nicht wirklich. 

 Albus war sich nicht sicher, ob dies von dem jüngeren Zauberer beabsichtigt war, doch er fühlte sich erneut wie bei einem Verhör vor dem gesamten Ministerium. In die Ecke gedrängt, während man von ihm erwartete, dass er sich rechtfertigen würde. Während er noch nach den richtigen Wortens suchte, zu einer Antwort anzusetzen versuchte, und irgendwie ließ ihn  dies erneut an früher denken. früher, als die Dinge zwischen ihnen noch so viel weniger kompliziert, viel unbeschwerter gewesen waren. Früher, als er gerade in Gellerts Anwesenheit nie das Gefühl gehabt hatte, seine Worte so genau abwägen zu müssen. Im Gegenteil- Gellert war eben die Person gewesen, in deren Anwesenheit er dies nie als nötig empfunden hatte, die ihn verstanden akzeptiert hatte. Die einzige Person, bei der er das Gefühl gehabt hatte, er selbst sein zu können. Was zur Hölle hatten sie getan, das hierhin geführt hatte? Wie waren sie an diesem Punkt angelangt, an dem eine Konversation sich manchmal anfühlte, als würde man einen reißenden Fluss auf eine morschen Brücke überqueren, stets mit dem Hintergedanken im Kopf, dass diese jederzeit unter einem nachgeben könnte, wenn man einen falschen Schritt tat?

The Enemy // GrindeldoreWo Geschichten leben. Entdecke jetzt