Ob er sich erinnerte? Als ob er es jemals vergessen könnte- es war schwer gewesen, zu versuchen zu vergessen, selbst zu einem Zeitpunkt, zu dem er dies mehr als alles Andere gewollt hatte. Während ein teil von ihm sich nach jenem Sommer gesehnt hatte, eben jene zwei Monate zu vergessen, sie zu verdrängen, schien ein anderer, winziger teil in seinem Inneren sich dagegen geweigert. Hatte nicht vergessen wollen, hatte sich geradezu verzweifelt an den schönen Momenten, der Zeit bevor alles zu Bruch gegangen war festzuhalten. Er erinnrte sich gerade zu gut daran, wie er dem blonden Jungen eines nachts- es war eine jener Nächte gewesen, in denen Gellert nach einer besonders verstörenden Vision bei ihm aufgetaucht war, und ihn mit einer so untypischen Verunsicherung gefragt hatte, ob er heute bei Albus schlafen könnte, dass es dem eben Genannten fast die Kehle zugeschnürt hatte- zu von Hogwarts, von den vier Häusern erzählt hatte. Gellert hatte wach neben ihm gelegen- das Bett des Älteren war zu schmal gewesen, um einen allzu großen Abstand zwischen den beiden jungen Zauberern zu ermöglichen, doch eigentlich hatte das niemanden der beiden je sonderlich gestört- am aller wenigsten an Abenden wie diesem. An jenem Abend war er froh über die Nähe gewesen, und auch wenn Gellert sich vermutlich unendlich schwer damit getan hätte, es tatsächlich in Worten zuzugeben, war ihm anzumerken, das es ihm ebenso ging.
Der Gryffindor hatte einen Arm um den Blonden gelegt, und trotz dessen, dass Hochsommer gewesen, und das Zimmer alles Andere als kalt gewesen war, hatte er spüren können, wie sein Gegenüber gezittert hatte. Nicht stark, eigentlich kaum merklich, aber doch zu sehr, als dass es einem in diese Position entgehen konnte. Es war der ehemalige Durmstrang Schüler gewesen, der ihn nach einigen Minuten Stille gefragt hatte, ob er ihm von Hogwarts erzählen könnte- ursprünglich vermutlich, weil er abgelenkt werden wollte. Weil er seine Gedanken etwas Anderem als der Vision zuwenden wollte, die ihn wieder einmal aus dem Schaf gerissen hatte. Letzten Endes schien es wohl geklappt zu haben- denn dieser abwesende, verstörte Ausdruck, der in den ungleichen Augen gelegen hatte, war allmählich einem klareren, aufmerksamen Ausdruck gewichen. Die Nervosität, die Anspannung waren aus dem Körper des größeren Jungen gewichen, und auch wenn Albus nicht mit Sicherheit sagen könnte, n wie weit die Gedanken an die Vision verschwunden gewesen waren, so war doch klar gewesen, dass deren Schatten sich ein wenig zurück gezogen hatte. Gellert hatte nach einer Weile geradezu neugierig gewirkt- und irgendwann hatte er ihn gefragt in welches Haus er wohl am ehesten passen würde, wenn er ebenfalls auf Hogwarts gewesen wäre.
Albus hatte nach einigem Überlegen Slytherin genannt- es war nicht sonderlich schwer, zu jenem Schluss zu gelangen. Der Ehrgeiz des Jüngeren, der scheinbar schon damals unermüdlich gewesen war. Den Albus zum teil ebenfalls besaß, und der wie ein Motor war, der ihre Recherchen zu den Heiligtümern immer weiter antrieb. Der allerdings auch gelegentlich zu Ungeduld führen konnte- der gelegentlich fasts schon ein wenig besorgniserregend erschien. ebenso wie die Entschlossenheit, was seine Zeile anging- ihre gemeinsame Entschlossenheit, sich durch ihre Ziele zu verändern, etwas zu ändern, weiterzumachen. Die Welt zu einem besseren Ort zu machen, wie sie damals naiver Weise geglaubt hatten- passte kaum zu einem anderen Haus. Man könnte meinen, dass dessen Intelligenz vielleicht auch auf eine Tendenz zu Ravenclaw hindeuten könnte, doch letzten Endes war dies wohl eine Eigenschaft, die die beiden Häuser sich mehr oder weniger teilten. Es mögen zwei verschiedenen Ausprägungen derselben Eigenschaft sein, doch letzten Endes ähnelten sie einander doch mehr, als man denken würde. Er war charmant, jetzt wie damals. Auf die Art, dass er vermutlich so ziemlich jeden von seinen Worten überzeugen könnte. Fast jeden. Auf die Art, dass seine Anhänger ihm auch jetzt vermutlich bis in den tob folgen würden. Auf die Art, dass er fast immer zu wissen schien, wie er mit anderen umzugehen hatte, um sie auf seine Seite zu bekommen. Dass er sie geradezu anzuziehen schien, wozu manchmal nur ein paar Worte nötig zu sein schienen.
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The Enemy // Grindeldore
Fanfiction~ If I could make you the enemy, I would ~ Es wurde schwerer, Orte für ihre Treffen zu finden-Albus war nicht naiv genug, als dass er dies nicht merken würde. Es wurde schwerer, mit jedem Mal, das Gellerts Name in den Schlagzeilen des Tagespropheten...
