Für Samstag um zehn Uhr hatte Jonathan die Gryffindor-Quidditchmannschaft sowie Ginny aufs Quidditchfeld bestellt. Er wollte testen, ob Ginny tatsächlich so gut war, wie Harry es ihm versprochen hatte. Bisher bestand die Mannschaft aus drei Mädchen und vier Jungs. Jonathan war Hüter, Lisa Reading aus der fünften und Brandon McKenzie aus der sechsten spielten als Treiber.
Eine kleine schwarzhaarige Viertklässlerin namens Allison, genannt Allie Rodriguez war Sucherin. Als Jäger spielten bisher die Drittklässlerin Sophie Steward, ihr Bruder Kevin aus der fünften sowie Joe Croaker aus der sechsten Klasse. Joe war allerdings nur mit halbem Herzen dabei und nachdem Jonathan ihm gesagt hatte, dass er vielleicht ersetzt würde, war er gar nicht mehr auf dem Quidditchfeld erschienen.
So war es eigentlich nur noch Formsache, dass Ginny in die Mannschaft aufgenommen wurde. Dennoch ließ Jonathan die drei Jäger zusammen trainieren und gegen ihn als Hüter antreten, während Lisa und Brandon Klatscher auf die drei abfeuerten. Sophie und Kevin harmonierten sehr gut miteinander, es war deutlich, dass sie schon von Kindesbeinen an zusammen gespielt hatten. Bald schon fügte sich auch Ginny in das Zusammenspiel ein, sie erahnte die Pässe der anderen, wich schnellen Klatschern aus und hämmerte den Quaffel durch die Ringe.
Sowohl Jonathan als auch die anderen waren begeistert von ihrem neuen Teammitglied. Nun ließ Jonathan die drei Jäger gegen Lisa, Brandon und Allie antreten, die jetzt die gegnerische Jägerreihe darstellten. Wieder gelang es Ginny zusammen mit Sophie und Kevin mühelos, durch scharfe Pässe und geschickte Flugmanöver, an ihren Gegnern vorbeizukommen und zu treffen. Nach der Trainingseinheit, war Jonathan zuversichtlich, dass sie doch noch eine Chance im Kampf und der Quidditchpokal hatten Es wäre das erste Mal seit fünf Jahren. Das erste Spiel gegen Hufflepuff hatten sie verloren, das nächste gegen Ravenclaw würde im März stattfinden. Bis dahin wollten sie noch fleißig trainieren.
Am Sonntagabend erhob sich Albus vor dem Abendessen von seinem Platz, um eine Ansage zu machen.
"Liebe Schüler! Vor jetzt gut drei Wochen ist unser geschätzter Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, Professor Mellow, im Kampf gegen Voldemort gefallen. Seitdem war ich auf der Suche nach jemandem, der seine Stelle übernehmen kann. Und ich freue mich, euch mitteilen zu können, dass es mir nun gelungen ist. Bitte begrüßt Professor Remus Lupin, euren neuen Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste!"
Remus trat nun aus der Tür in die Halle und zu seinem Stuhl. Er hob die Hand zum Gruß und setzte sich. Harry, Ron, Hermine und Ginny klatschten begeistert Beifall, auch Julia, Oliver und Sam applaudierten laut. Die meisten anderen spendeten den üblichen Höflichkeitsapplaus, den jeder neue Lehrer erhielt. Nach dem Essen liefen Hermine, Harry, Ginny und Ron sofort zu Remus, um ihm zu gratulieren. Er bedeutete ihnen, ihm zu folgen und so gingen sie zu fünft in sein neues Büro.
"Ich muss mich bei dir bedanken, Harry", sagte Remus als erstes, nachdem sie sich gesetzt hatten.
Harry winkte ab. "Da nicht für, Remus. Ich freue mich, dass du die Stelle angenommen hast."
Remus nickte lächelnd. "Das habe ich. Aber nur unter einer Bedingung, die es so wohl noch nie gegeben hat in Hogwarts. Ich werde jeden Abend nach dem Unterricht in den Hundezwinger zurückkehren und erst morgens wieder nach Hogwarts kommen."
"Wegen Teddy", vermutete Hermine.
"Richtig", bestätigte Remus. "Ich als sein Vater muss und will mich um ihn kümmern. Tagsüber passt Lily auf ihn auf, aber abends will ich für ihn da sein." Die vier Freunde nickten verstehend.
"Puh! Das wird auch nicht einfach für Lily", sagte Ginny, "Sich um drei Kinder im Alter von zehn Monaten bis zweieinhalb Jahre gleichzeitig zu kümmern. Und das in ihrem hochschwangeren Zustand."
Daran hatte Harry noch gar nicht gedacht. Sofort überkam ihn das Gefühl, seine Mutter im Stich zu lassen, indem er hier zur Schule ging. "Das ist wohl wahr", bestätigte Remus. "Aber James macht seine Ausbildung ja nur halbtags, um Lily zu unterstützen. Und auch Sirius will sooft er kann vorbeikommen. Auch Alice Longbottom hat angekündigt, ab und zu Lily zu besuchen, nachdem sie nun auch nicht mehr als Aurorin arbeiten darf. Außerdem hat Sirius Kreacher aufgetragen, Lily nach Kräften zu unterstützen. Du brauchst dir also keine Vorwürfe zu machen, Harry."
Harry schaute überrascht auf. "War das so offensichtlich?"
Remus lachte. "Mittlerweile kenne ich dich ein bisschen, Harry. Und das erste, was ich gemerkt habe, war, dass du dich für alles und jeden in deiner Umgebung verantwortlich fühlst." Jetzt konnte Harry nicht mehr anders, als zu grinsen.
Hermine wechselte jetzt das Thema. "Weißt du schon, was du im Unterricht mit uns machen wirst?"
Remus nickte. "Albus hat mir die Unterlagen von Professor Mellow zukommen lassen, damit ich weiß, welche Klasse auf welchem Stand ist. Ich denke, dass euch die nächsten Stunden gefallen werden. Aber ich will euch ja nicht die Überraschung verderben."
So unterhielten sie sich noch eine ganze Weile, bis Remus auf die Uhr sah. "Oh, schon halb elf! Nun aber ab mit euch, sonst muss ich euch noch Punkte abziehen." Er zwinkerte ihnen zu und erhob sich. "Wenn ich es richtig mitbekommen habe, führt Professor McGonagall heute Aufsicht in den Fluren. Ihr wisst aber ja, wie man unbemerkt zum Gryffindorturm kommt." Wieder zwinkerte er ihnen zu. Tatsächlich schafften sie es mithilfe der Karte des Rumtreibers, ohne von einem Lehrer erwischt zu werden, in ihren Gemeinschaftsraum zu kommen.
Am Dienstag hatten sie zum ersten Mal Verteidigung gegen die dunklen Künste bei Remus. Der Kurs war ziemlich gut besucht. Neben Harry, Hermine, Ron und Ginny waren Robert, Ravi, Karen, Emily und Laura aus Gryffindor, Julia, Sam und Oliver sowie drei andere aus Ravenclaw, fünf Hufflepuffs und fünf Slytherins dabei. Harry erkannte unter den Slytherins mindestens drei wieder, die die Zweitklässler überfallen hatten. In ihren Gesichtern war deutliche Abscheu zu lesen, was Harry mit einem kühlen Blick erwiderte.
In diesem Moment begann Remus mit seinem Unterricht. "Guten Morgen! Ich habe in den letzten Tagen die Unterlagen durchgesehen, die Professor Mellow hinterlassen hat. Und diesen Unterlagen habe ich entnommen, dass sie zuletzt die Frage abschließend behandelt haben, wie man sich wirksam gegen Inferi zur Wehr setzt. Ist das korrekt?" Zustimmendes Gemurmel war die Antwort und Remus fuhr fort. "Nun, das nächste Thema auf Professor Mellows Liste war - und ich stimme bei dieser Schwerpunktsetzung vollkommen mit ihm überein - das Erlernen des Patronus-Zaubers."
Er ließ die Worte ein paar Sekunden wirken und wie er erwartet hatte, zeigte sich auf den Gesichtern von Harry, Ron, Ginny und Hermine ein zufriedenes Grinsen. "Kann mir einer von Ihnen sagen, was ein Patronus ist und wozu er eingesetzt wird?", fragte er dann. Einige Hände hoben sich, unter anderem alle vier seiner Freunde. Er wollte jedoch zunächst anderen eine Chance geben, also zeigte er auf ein Mädchen aus Hufflepuff. "Bitte, Miss ...?" "Gwyneth Lloyd, Sir", antwortete sie. "Ein Patronus ist eine Art Schutzmacht, die man gegen Dementoren einsetzt. Die Formel lautet 'Expecto Patronum' und man muss sich dabei auf ein sehr glückliches Ereignis konzentrieren."
"Eine zutreffende Beschreibung", erwiderte Remus und verlieh ihrem Haus fünf Punkte. "Haben Sie denn schon einmal einen Patronus heraufbeschworen?", erkundigte er sich neugierig bei Gwyneth.
"Ähm ... ich habe es ein paarmal versucht, aber mein Patronus hat noch keine feste Gestalt erreicht", antwortete sie und errötete leicht.
Remus winkte ab. "Das macht überhaupt nichts, dafür sind wir ja hier. Und auch ein ungestaltlicher Patronus kann schon einen sehr wirksamen Schutz gegen eine Vielzahl von Bedrohungen bewirken. Weiß jemand noch eine weitere Verwendungsmöglichkeit für den Patronus? Miss Granger?"
Hermines Hand war schon nach oben geschossen, bevor Remus die Frage beendet hatte und nun sprudelte sie wie üblich los. "Nicht nur gegen Dementoren, auch gegen Lethifolds ist der Patronus die einzig wirksame Verteidigung. Zudem bietet ein Patronus die Möglichkeit, Nachrichten zu verschicken, die sicher sind und nicht abgefangen werden können."
"Völlig richtig", bestätigte Remus. "Zehn Punkte für Gryffindor. Nun, mit der Patronus-Kommunikation werden wir uns vielleicht später beschäftigen, das hängt davon ab, wie schnell wir vorankommen."
Er wandte sich an den Rest der Klasse. "Wir werden nun als erstes den Zauberspruch üben. Wie schon erwähnt, lautet er 'Expecto Patronum'. Vorweg gesagt, es wird sehr schwierig sein, hier in einem vollen und unruhigen Klassenzimmer sich stark genug konzentrieren zu können. Daher wird es Ihre Hausaufgabe sein, den Patronus zu üben. Aber nichtsdestotrotz werden wir es jetzt versuchen. Denkt an ein glückliches Erlebnis. Konzentriert euch auf das glücklichste Erlebnis, das euch einfällt und sprecht dann die Worte."
Nach und nach holten alle ihre Zauberstäbe heraus, hoben ihn und murmelten "Expecto Patronum!" Einige schlossen die Augen, um sich besser zu konzentrieren, aber bei all dem Gemurmel in der Umgebung war es fast aussichtslos, zumindest für die, die den Patronus noch nicht konnten. Harry, Ginny, Hermine und Ron hielten sich bewusst zurück, da sie nicht gleich in der ersten Stunde mit einem perfekten Patronus aufwarten wollten. Auch einige der Slytherins sprachen die Formel ohne richtige Überzeugung und mit verächtlichem Gesichtsausdruck. Sie strengten sich nicht wirklich an und hatten daher auch keinen Erfolg.
Remus bemerkte es, ignorierte es aber zunächst. "Ich werde hier niemanden zwingen, den Patronus zu lernen", dachte er bei sich. Bei einigen Schülern, unter anderem bei Julia, Oliver und Gwyneth erschien jetzt ein silberner Nebelschleier vor ihren Zauberstäben. Remus bemerkte es erfreut und vergab jeweils fünf Punkte dafür. Am Ende der Stunde gab er ihnen, wie bereits angekündigt, auf, den Patronuszauber zu üben. Er empfahl ihnen, sich dazu allein in einen Raum zu begeben, damit sie sich besser konzentrieren konnten.
"Ähm, Professor?", fragte ein Junge aus Ravenclaw, als Remus gerade die Stunde beenden wollte. "Könnten Sie ..." Es schien ihm etwas peinlich zu sein, zu fragen, aber er stellte die Frage dennoch. "Ich habe noch nie einen gestaltlichen Patronus gesehen, Sir. Könnten Sie uns zeigen, wie so einer aussieht?"
Remus lächelte. "Aber natürlich." Er hob schon seinen Zauberstab, hielt dann jedoch inne. "Wobei - wenn ich es mir recht überlege, könnte das auch einer von Ihnen übernehmen. Wer von ihnen ist bereits in der Lage, einen gestaltlichen Patronus zu erzeugen?"
Harry, Ginny, Ron und Hermine meldeten sich, letztere allerdings zögerlich. Noch immer hatte sie mit dem Patronus ab und zu Probleme. Noch zwei weitere Hände hoben sich, Robert Kensington und eine Hufflepuff, bei der ein Schulsprecherabzeichen auf dem Umhang schimmerte. Mit einem Lächeln nahm Remus Harry dran. "Mr. Potter, bitte seien Sie so freundlich."
Harry hob den Zauberstab. Er brauchte nicht lange nachzudenken, um ein glückliches Ereignis zu finden. In den letzten Wochen war so viel passiert, worüber er froh war, dass sein Kopf mit glücklichen Gedanken prall gefüllt war. Er konzentrierte sich auf das Naheliegendste: Ginny, die neben ihm stand. Mit ihrem Gesicht vor Augen sprach er die Formel "Expecto Patronum!" und ein gewaltiger silberner Hirsch brach aus der Spitze seines Zauberstabs hervor. Ein Raunen ging durch die Klasse, als der Hirsch in großen Sprüngen quer durchs Klassenzimmer galoppierte. Er drehte eine Runde, blieb dann vor Ginny stehen und stupste mit seinen Nüstern gegen ihre Hand. er ließ sich von ihr den Hals tätscheln, drehte sich um, senkte den Kopf vor der Klasse und verblasste.
"Hervorragend!", rief Remus begeistert und viele aus der Klasse applaudierten. "15 Punkte für Gryffindor! Zehn für den gestaltlichen Patronus und noch einmal fünf dafür, dass Sie ihn so gut beherrschen." Nach dieser kurzen Vorstellung waren sie entlassen und die Klasse verließ den Raum in Richtung Große Halle zum Mittagessen.
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Halloween Time Travel
FanfictionHarry, Ron, Hermine, Ginny und Teddy besuchen nach dem Krieg an Halloween 1998 Lilys und James' Grab. Plötzlich reisen sie in der Zeit zurück und landen im Wohnzimmer der Potters - ausgerechnet an Halloween 1981. Können sie gemeinsam Voldemorts Angr...
