Einige Tage nach der Schlacht fand auf den Ländereien eine zentrale Trauerfeier für die vielen Toten statt. Man hatte beschlossen, ihnen zu Ehren ein großes Denkmal auf den Ländereien aufzustellen. Nun saßen hunderte, tausende Zauberer aus ganz England und weit darüber hinaus hier, um den Gefallenen die letzte Ehre zu erweisen. Harry j. erkannte unter anderem Madame Maxime und einige Schüler aus Beauxbaton und auch Viktor Krum und einige seiner ehemaligen Mitschüler.
Kingsley Shacklebolt, der provisorische Zaubereiminister hielt jetzt eine Rede zu Ehren der Toten. Zu jedem einzelnen sagte er einige persönliche Worte, er hatte zuvor mit allen Angehörigen gesprochen. Zum Schluss seiner Rede forderte er alle Hexen und Zauberer auf, ihre Welt gemeinsam wieder aufzubauen und nie wieder zuzulassen, dass die Welt in solch ein Chaos gestürzt werden könnte. Viele erhoben sich und spendeten Kingsley Applaus.
Jetzt erhob sich Harry j., um eine Rede zu halten. Er hatte kein großes Interesse daran, erneut im Mittelpunkt zu stehen, aber er hatte das Gefühl, er sei es den Gefallenen schuldig.
"Liebe Freunde,
euch alle, die ihr mit mir gekämpft habt, mir zur Seite gestanden habt oder auch nur im Kleinen Widerstand gegen die Grausamkeiten des Todesserregimes geleistet habt, betrachte ich als solche.
Oft wurde ich in den vergangenen Tagen gefragt, ob ich jetzt nicht erleichtert und unendlich glücklich sei, dass ich Voldemort besiegt habe. Zu allererst: Unzählige Personen haben entscheidenden Anteil daran, dass Voldemort vernichtet wurde, allen voran Albus Dumbledore. Ohne seine Hilfe und die Hilfe von zahllosen anderen hätte ich gar nichts gegen Voldemort ausrichten können. Nur weil mein Beitrag am meisten Aufsehen erregte, ist er nicht der bedeutendste. Zum anderen Teil der Frage: Ja, ich bin erleichtert, dass er besiegt ist. Ich bin erleichtert, dass wir nun in Frieden leben und die Kinder von heute in Frieden und ohne Angst aufwachsen können. Aber zugleich bin ich von tiefer Trauer erfüllt, wenn ich daran denke, wie viele meiner Freunde, wie viele wunderbare Menschen gestorben sind, um diesen Frieden zu ermöglichen. Mr. Shacklebolt hat eben zu jedem einzelnen derer, die hier in der Schlacht gestorben sind, einige persönliche Worte gesagt. Ich kannte nicht alle von ihnen persönlich, daher hoffe ich, dass Sie mir verzeihen, dass ich nur zu denen etwas sage, denen ich selbst nahe stand. Einer von ihnen heißt Fred Weasley, den man eigentlich nur zusammen mit seinem Zwillingsbruder George kennt. Er hatte immer den Schalk im Nacken und konnte in jeder Situation die Stimmung aufhellen. Selbst im Angesicht seines eigenen Todes hat er noch einen Scherz gemacht. Er hat uns Schülern von Hogwarts das Leben unter Umbridge zum Widerstand motiviert und ihre Ordnung gestört. Er hat zusammen mit George seinen Kindheitstraum verwirklicht und einen Scherzartikelladen eröffnet. Und er war immer ein mutiger und loyaler Freund, er hat nicht eine Sekunde gezögert, für seine Freunde und seine Familie sein Leben zu riskieren. Eine andere heißt Nymphadora Tonks, die stets ausgerastet ist, wenn man sie bei ihrem Vornamen nannte. Ich lernte sie vor knapp drei Jahren kennen. Auch sie vermochte jede Situation aufzulockern, sei es durch ein kleines harmloses Missgeschick, das ihr häufiger unterlief oder aber durch ihre Fähigkeit als Metamorphmagus. Lange Zeit versuchte sie, Remus Lupin zu überzeugen, seinen Gefühlen für sie nachzugeben, doch er hatte große Angst, sie zu verletzen. Im vergangenen Sommer dann haben die beiden geheiratet und vor vier Wochen ist ihr Sohn Ted zur Welt gekommen, dessen Pate ich bin. Nicht zuletzt Remus Lupin. Remus war in der Schule ein guter Freund meines Vaters. Als kleiner Junge ist er von einem Werwolf gebissen worden und seitdem litt er unter Ausgrenzung, Diskriminierung und seiner ständigen Furcht, andere zu verletzen. Vor vier Jahren war er hier Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste und er war der beste Lehrer, den ich je hatte. Er hat mir beigebracht, einen Patronus zu beschwören und wurde mir zu einem väterlichen Freund. Nach langem Zögern hat er Tonks letzten Sommer geheiratet. Als vor vier Wochen ihr Sohn zur Welt kam, eilte er zu dem Haus, in dem ich mich aufhielt und fragte mich freudestrahlend, ob ich Teddys Pate sein wolle. Mit großem Stolz übernahm ich das Patenamt und ich schwöre euch, Remus und Tonks, ich werde alles dafür tun, dass Teddy sicher und glücklich aufwachsen kann. Ich werde ihm ein ebenso guter Pate sein, wie du es für mich gewesen wärst. Vieles wird in der nächsten Zeit über diese Helden dieser Schlacht noch gesprochen und geschrieben werden. Ihre Namen werden für immer für den aufrechten Widerstand gegen Voldemort stehen. Ich möchte aber auch an einige Personen erinnern, die nicht unbedingt im Gedächtnis geblieben sind. Da ist zu allererst mein Pate Sirius Black. Einige von Ihnen glauben noch immer, er sei ein Anhänger Voldemorts gewesen, aber ich kann Ihnen versichern, das war niemals der Fall. Er hatte es von zuhause her nicht leicht, seine Familie unterstützte Voldemorts Ziele und war dem Wahn von reinem Blut verfallen. Sirius aber hat diese Gedanken immer verabscheut. Er war zu Hogwartszeiten der beste Freund meines Vaters, sie waren beinahe Brüder. Um ihrem Freund Remus Lupin bei seinen Werwolf-Verwandlungen beizustehen, wurden mein Vater, Sirius sowie Peter Pettigrew Animagi. Mein Vater ein Hirsch, Sirius ein Hund und Peter eine Ratte. Nach der Schule dann hat er sich dem Orden des Phönix angeschlossen und Voldemort bekämpft. Als Voldemort anfing, meine Eltern zu jagen, haben sie sich versteckt. Als Voldemort sie schließlich fand, glaubten alle, Sirius hätte sie verraten. Verraten hatte sie aber Peter Pettigrew. Als Sirius ihn stellen wollte, tötete Pettigrew 12 Muggel und täuschte seinen eigenen Tod vor, indem er sich in eine Ratte verwandelte und verschwand. Sirius kam als vermeintlicher Verräter und Massenmörder nach Askaban. Nachdem er von dort geflohen war, hat er alles daran gesetzt, mich zu beschützen. Vor zwei Jahren dann ist er beim Versuch, mich zu beschützen im Kampf gegen Todesser von seiner eigenen verhassten Cousine Bellatrix Lestrange getötet worden. Sirius hatte ein grausames Schicksal und dennoch hat er niemals zuerst an sich, sondern immer an die anderen gedacht. So ist er nur aus einem Grund aus Askaban geflohen: Um mich vor großem Unheil zu beschützen. Solange er konnte, war er der beste Pate, den ich mir hätte wünschen können. Ein anderer, an den sich wohl niemand erinnert, ist Regulus Arcturus Black, Sirius Bruder. Regulus schloss sich gleich nach der Schule ganz im Sinne seiner Eltern den Todessern an. Bald jedoch verstand er, mit welcher Rücksichtslosigkeit, Grausamkeit und Brutalität Voldemort nicht nur mit seinen Feinden, sondern auch mit seinen Anhängern umging. Er wandte sich von Voldemort ab und beschloss, auf seinen Sturz hinzuarbeiten. Er wusste jedoch, dass Voldemort nicht einfach getötet werden konnte. So hat er sich freiwillig geopfert, um Voldemorts Gegnern die Möglichkeit zu geben, ihn zu besiegen. Er hat lieber den Tod gewählt, als Voldemorts Terror weiterhin hinzunehmen. Eine weitere Person, die eher als Todesser notiert ist, ist Professor Severus Snape. Ich weiß, was ihr alle denkt: Snape, das ist doch Dumbledores Mörder und Voldemorts jahrelanger Spion. Doch dem ist nicht so. Er hat die letzten Jahre immer für Dumbledore und gegen Voldemort spioniert und er hat Professor Dumbledore nur aus einem einzigen Grund getötet: weil Dumbledore ihm dies befohlen hatte. Severus Snape war tatsächlich einmal ein Todesser. Als er Hogwarts verließ, hat er sich ihnen angeschlossen. Dann jedoch hat Voldemort beschlossen, meine Eltern und mich zu jagen und an diesem Tag hat Snape sich endgültig von ihm abgewandt. Severus Snape hat meine Mutter geliebt, schon seit der Schulzeit. Als Voldemort nun Jagd auf sie machte, hat Snape alles dafür getan, um meine Mutter und auch mich zu schützen. Doch meine Eltern wurden verraten und getötet und Voldemort verschwand. Die Liebe zu meiner Mutter blieb weit über ihren Tod hinaus, bis zu seinem eigenen Tod vor wenigen Tagen. Severus Snape war außer sich vor Verzweiflung und spätestens seit diesem Tag stand er in unerschütterlicher Treue zu Professor Dumbledore. Als Voldemort vor drei Jahren zurückkehrte, begann Snape wieder, unter Lebensgefahr zu spionieren. Vor zwei Jahren dann zog sich Professor Dumbledore eine Verletzung zu, die mit absoluter Sicherheit innerhalb eines Jahres zum Tode geführt hätte. Dumbledore wollte die Schüler von Hogwarts auch über seinen Tod hinaus beschützen und dies war nur mit Snape als Schulleiter einigermaßen möglich. Dazu aber musste Snape Voldemorts unerschütterliches Vertrauen gewinnen und um dies zu erreichen, befahl Dumbledore Snape, ihn bei Gelegenheit zu töten. Professor Snape kam diesem Befehl nur mit größtem Abscheu nach, doch der Plan war aufgegangen: Voldemort setzte Snape als Schulleiter ein. Während des vergangenen Jahres hat Professor Snape entscheidend dazu beigetragen, dass ich zusammen mit meinen Freunden unsere Mission gegen Voldemort erfüllen konnte. Professor Snape hat es jahrelang in Kauf genommen, von beiden Seiten als Verräter betrachtet zu werden. Auch ich war bis zuletzt davon überzeugt, dass er Voldemort treu ergeben sei, doch ich wurde eines besseren belehrt. Er war einer der mutigsten Männer, die ich je gekannt habe. Ohne die Mitwirkung von Professor Snape wäre Voldemorts Vernichtung niemals möglich gewesen."
Harry j. machte eine kurze Pause und trank einen großen Schluck Wasser aus dem bereitgestellten Glas, dann sprach er weiter.
"Meistens, wenn von Helden und Schurken großer Konflikte gesprochen wird, werden nur Hexen und Zauberer genannt. Nichtmenschliche Wesen, werden, wenn überhaupt, nur als Schurken genannt und Hauselfen wurden nie für wichtig genug erachtet, irgendwo lobend oder tadelnd erwähnt zu werden. Dass dies diesen häufig missachteten Wesen nicht gerecht wird, haben wir alle vor wenigen Tagen gesehen, als alle Hauselfen von Hogwarts sich in die Schlacht stürzten und zahlreiche Todesser besiegt haben. Ich möchte von einem ganz besonderen Hauselfen berichten, dem ich viel zu verdanken habe. Es ist beinahe 6 Jahre her, dass ich Dobby zum ersten Mal traf. Er besuchte mich bei mir zuhause und warnte mich, nicht nach Hogwarts zurückzukehren, da es dort eine Verschwörung gebe. Ich hielt das zunächst für einen Scherz und kehrte dennoch nach Hogwarts zurück. Bald musste ich aber feststellen, dass Dobby mit seiner Warnung recht hatte: Die Kammer des Schreckens wurde geöffnet. Zum Ende des Schuljahres konnte ich Dobby mit einem Trick aus der Herrschaft seiner unmenschlichen Besitzer befreien. Wer glaubt, dass keine Hauselfe frei sein will, der irrt. Dobby war überglücklich über seine neugewonnene Freiheit und seitdem war er mir in unerschütterlicher Loyalität und Freundschaft verbunden. In meinem fünften Schuljahr war er entscheidend an der Gründung von Dumbledores Armee beteiligt. Den Raum der Wünsche, in dem auch im vergangenen Jahr viele verfolgte Schüler Zuflucht gefunden haben und in dem wir uns auf Kämpfe mit Todessern vorbereiteten, hätte ich ohne Dobbys Hilfe niemals gefunden. Auch einige Monate später, als die DA aufgeflogen war und Umbridge alle verhaften wollte, hat Dobby uns trotz eindeutigen Verbots seitens Umbridge gewarnt und somit vor dem Rauswurf aus Hogwarts bewahrt. Vor einigen Wochen dann saßen meine Freunde und ich echt in der Klemme. Wir steckten in einem appariergeschützten Keller, aus dem es keinen Ausweg gab. Todesser hatten uns gefangen genommen und ihren Meister gerufen und wir wussten, dass Voldemorts Ankunft und damit unser Tod nur noch wenige Augenblicke bevorstand. Plötzlich tauchte Dobby auf, der als Hauselfe trotz des Apparierschutzes dort hinein und hinausgelangen konnte. Auch dies ist ein Fehler von Voldemort und seinen Todessern. Sie verachten andere Geschöpfe, interessieren sich nicht für sie und unterschätzen daher ihre Fähigkeiten. Dobby tauchte also auf, packte uns bei den Händen und disapparierte mit uns. Leider warf eine Todesserin, Bellatrix Lestrange, in genau diesem Moment ein Messer nach uns. Als wir an unserem sicheren Zufluchtsort angekommen waren, steckte das Messer in Dobbys Brust und er starb noch in meinen Armen. Er ist ein Held! Er ist ein Held, genau wie all die anderen, genau wie Fred, Remus, Tonks, Sirius und wie sie alle heißen. Er gab sein Leben, um seine Freunde zu schützen und zu retten. Denn das waren wir, Freunde. Er half mir nicht, weil er durch die Zauber, die auf seiner Art liegen, dazu gezwungen war, sondern weil er es wollte. Er war ein freier Elf und ist als solcher in Freiheit und für die Freiheit gestorben. Denkt an ihn, denkt an Dobby, den freien Elf. Denkt an ihn, wenn ihr einem Hauselfen begegnet, egal, ob zuhause, hier in Hogwarts oder woanders. Denkt daran, dass es Lebewesen mit ebenso starken Gefühlen wie Menschen sind. Sie sind weit mehr als nur Sklaven. Damit meine ich nicht, dass man alle Hauselfen zwangsweise befreien sollte, die meisten wollen das nicht. Aber jeder Hauself hat das Recht, dass man ihm mit Respekt begegnet und ihn nicht als untergeordnetes Wesen ansieht."
Wieder trank Harry j. einen Schluck Wasser, sammelte sich kurz und sprach weiter.
"Ich merke, ich bin ein wenig vom Thema abgeschweift und ich möchte auch nicht mehr allzu lange eure Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Ich möchte euch allen, jedem einzelnen, der an meiner Seite gegen Voldemort gekämpft hat, danken. Ohne euch wäre diese Welt jetzt ein düsterer Ort unter Voldemorts Herrschaft. Ich möchte die ehren, die ihr Leben im Kampf für eine bessere Welt gelassen haben. Wir werden stets das Gedenken an diese tapferen Krieger hochhalten und sie sollen uns eine Mahnung sein, nie wieder eine Terrorherrschaft wie die Voldemorts zuzulassen.
Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit!"
Harry j. ging langsam vom Pult zurück zu seinem Platz und wurde von stehenden Ovationen begleitet.
"Wow", bemerkte Remus leise und leicht lächelnd. " Das war eine tolle Rede. Du solltest Redenschreiber werden und nicht Auror." Sirius kicherte.
Harry hob die Schultern. "Ich habe nur das gesagt, was mir gerade in den Sinn gekommen ist."
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Halloween Time Travel
FanfictionHarry, Ron, Hermine, Ginny und Teddy besuchen nach dem Krieg an Halloween 1998 Lilys und James' Grab. Plötzlich reisen sie in der Zeit zurück und landen im Wohnzimmer der Potters - ausgerechnet an Halloween 1981. Können sie gemeinsam Voldemorts Angr...
