Gryffindor gegen Ravenclaw

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Die nächsten Tage und Wochen verliefen für Harry und seine Freunde so unbeschwert wie noch nie in Hogwarts. Allerdings merkten sie in einigen Fächern schon, dass ihnen einige Monate Schulstoff fehlte. So mussten sie in Verwandlung, Kräuterkunde und auch Zaubertränke reichlich nacharbeiten. Mit den Lehrern kam Harry gut zurecht, selbst mit Snape. Der hatte zwar wie immer sehr hohe Ansprüche und sparte nicht mit Kritik, doch anders als der alte Snape legte er es nicht darauf an, Harry zu demütigen. Zudem erinnerte sich Harry bei verschiedenen Trankrezepturen an Anmerkungen aus dem Buch des Halbblutprinzen und so hatte er recht häufig gute Resultate.


In Verteidigung übten sie auch die nächsten Wochen den Patronus. Ihre Mitschüler aus Gryffindor hatten die vier Zeitreisenden gebeten, ihnen Tipps zu geben und diesem Wunsch waren sie gerne nachgekommen.

"Denkt an das glücklichste Erlebnis oder die glücklichste Vorstellung eures Lebens", erklärte Harry, als er und Ginny zusammen mit Ravi, Laura und Emily aus ihrem Haus sowie mit Julia und Oliver in den Raum der Wünsche gegangen waren, um zu üben.
"Fühlt diese glücklichen Gedanken mit eurem Körper. Lasst euch davon durchströmen, lasst das Glück in jede Faser eures Körpers vordringen!" Harry ließ die sechs sich konzentrieren, zunächst ohne die Zauberformel zu sagen. Er hatte für eine ruhige Atmosphäre gesorgt, das Licht war gedämpft und die einzigen Geräusche kamen von einem knisternden Kaminfeuer. Alle saßen auf Stühlen mit Blick zur Wand, sodass sie sich nicht gegenseitig ablenkten. Nachdem er ihnen einige Minuten Zeit gegeben hatte, sich zu konzentrieren, forderte er sie auf, nun ihre Patroni zu beschwören.
Jeder von ihnen schaffte zumindest einen kräftigen silbernen Nebel. Bei Oliver und Laura erschien eine verschwommene Gestalt. Olivers Patronus schien ein recht großes Tier zu werden, ein Bär oder ähnliches, während Lauras Patronus anscheinend ein kleiner Vogel war, der im Raum umherschwirrte und dann verblasste. Julia dagegen schaffte es, eine scharf umrissene silberne Gestalt durch den Raum springen zu lassen. Es war ein großer Hund mit zotteligem Fell, der Harry deutlich an die Gestalt eines gewissen Animagus erinnerte.

In der nächsten Verteidigungs-Stunde schafften sie es alle, zumindest eine verschwommene Gestalt zu erzeugen. Auch die übrigen Schüler hatten große Fortschritte gemacht, nur einige der Slytherins schienen dieser höchsten Kunst der hellen Magie nach wie vor mit Verachtung zu begegnen. Remus dagegen erlangte in der Schülerschaft rasch große Beliebtheit, da er die Themen anschaulich erklärte, auf jeden Schüler einging und sein Unterricht einen sehr hohen Praxisanteil enthielt. So lernten schon die Zweitklässler den Entwaffnungszauber sowie einfache Schildzauber.
So neigte sich der Februar zu Ende. Da Remus den Wolfsbanntrank immer nachmittags frisch gebraut zu sich nehmen musste, hatte Lily das Rezept an Snape weitergeleitet. Er braute nun diesen komplizierten Trank in seinem Büro und Remus war ihm sehr dankbar dafür.

Am 1. März dann hatte Ron Geburtstag. Schon am Morgen flatterten drei Eulen zu ihm an den Frühstückstisch. Zum einen Altheda mit einem Brief von Lily und James, zum zweiten Sirius' Eule Adhara, die auch einen großen Beutel mit Süßigkeiten aller Art mitschleppte und zum dritten Errol. Errol war hier keineswegs altersschwach, im Gegenteil. Er schien jung und kräftig zu sein und brachte Ron ein riesiges Paket mit Geschenken von seinen Eltern.
Am Abend wurde dann im Gemeinschaftsraum der Gryffindors eine Geburtstagsparty gefeiert, bei der auch einige aus Hufflepuff und Ravenclaw anwesend waren. Bis weit nach Mitternacht wurde gefeiert, bis irgendwann Professor McGonagall verärgert durch das Porträtloch in den Gemeinschaftsraum kletterte und die Schüler ins Bett schickte. Glücklicherweise hatten sich Julia, Sam und Oliver wenige Minuten zuvor verabschiedet; die anderen Schüler aus Ravenclaw oder Hufflepuff wurden allesamt mit Punktabzug und Strafarbeiten bedacht.

Eine gute Woche später, am 10. März, wurde Remus 22. Da jedoch in der Nacht zuvor Vollmond war, sollte der Geburtstag erst am folgenden Wochenende gefeiert werden. Zwar war die Belastung der Verwandlung für Remus durch den Wolfsbanntrank deutlich geringer geworden, aber dennoch war er am Tag vor und an den beiden Tagen nach Vollmond zu erschöpft, um unterrichten zu können. In der Verteidigungs-Stunde am Dienstag vertrat ihn Albus und setzte seinen Unterricht über Patroni fort.
Am Samstag nach Remus' Geburtstag kamen Lily, James und Sirius nach Hogwarts, mit Sondergenehmigung von Albus. Lily und James kamen unter dem Vorwand einer Schwangerschaftsuntersuchung zusammen mit den drei Kindern ins Schloss und auch Sirius schloss sich dieser Erklärung an. Es war jedoch sehr deutlich, dass Remus der eigentliche Grund für den Besuch war. Am Abend lud Remus neben Harry, Ginny, Ron und Hermine auch Julia, Sam und Oliver in sein Büro ein, worüber sich besonders Sirius sehr freute. Er und Julia begrüßten sich mit einem langen Kuss, als hätten sie sich jahrelang nicht gesehen.

Auch Harry freute sich natürlich, nach einem Monat seine Eltern und auch seinen Paten wieder zu sehen. Ohne Scheu blickte er auf den Bauch seiner Mutter, der sich nun schon weit nach vorn wölbte, schließlich war sie bereits im siebten Monat. Dass nicht nur eines, sondern zwei Kinder in ihr heranwuchsen, trug natürlich ebenfalls dazu bei. Hocherfreut nahmen sie alle zur Kenntnis, dass die Untersuchung am Nachmittag ergeben hatte, dass mit den Babys alles in Ordnung war.
Inzwischen hatten Lily und James auch die beiden weiteren Kinderzimmer in der Löwenhöhle für die Zwillinge eingerichtet. Wie ein Klischee von werdenden Eltern waren sie stundenlang von einem Babygeschäft zum nächsten gelaufen (oder appariert) und hatten neben Wiege, Gitterbettchen, Wickelkommode und Kleiderschrank (jeweils in doppelter Ausführung) auch bergeweise Babykleidung gekauft. Das war aber auch nötig, da die Kleidung, die Klein-Harry in den ersten Wochen und Monaten getragen hatte, in der zerstörten Ruine in Godric's' Hollow begraben lag und mittlerweile halb vermodert war.

Remus freute sich sehr über seine Überraschungsgäste und wurde reich beschenkt. Wer ihn beschenken wollte, lag mit einem Buch eigentlich immer richtig und so stapelten sich nicht weniger als acht Bücher auf seinem Tisch. Zudem hatten sowohl Klein-Hermine als auch Klein-Harry ein Bild für Remus gemalt, auch wenn bei dem von Klein-Harry nur ein paar Striche zu sehen waren. Remus bewunderte die Bilder natürlich ausgiebig und bedankte sich bei den Kindern.

Eine Woche später fand für Gryffindor das zweite Quidditchspiel der Saison statt. Das erste gegen Hufflepuff hatten sie verloren, nun mussten sie gegen Ravenclaw unbedingt gewinnen, um noch eine Chance auf den Pokal zu haben. Ravenclaw wiederum hatte das erste Spiel gewonnen und nun die Chance, durch einen Sieg Platz eins in der Tabelle zu erobern. Bereits eine Woche zuvor hatte Slytherin gegen Hufflepuff gewonnen, die aber noch immer an der Spitze standen.

Harry, Ron und Hermine gingen mit den anderen Gryffindors zu den Tribünen, mit rot-goldenen Schals um die Hälse geschlungen. Es war für Harry ein merkwürdiges Gefühl nur zuzusehen, während Gryffindor spielte. Bisher hatte er nur ein Spiel von der Tribüne aus verfolgt und das war, als die widerliche Umbridge ihm Quidditchverbot erteilt hatte. Jetzt sah er zu, wie unten auf dem Rasen Ginny mit ihrer Mannschaft aufs Feld lief und sich gegenüber der Ravenclaws aufstellte. Joe, der Kapitän und Hüter, schüttelte Matthew Parker die Hand und alle Spieler bestiegen ihre Besen.

Das Spiel war relativ ausgeglichen. Ginny, Kevin und Sophie harmonierten sehr gut als Jägerreihe, doch die gegnerischen Treiber machten ihnen das Leben extrem schwer. Zudem verstand auch Oliver Ross als Hüter sein Handwerk und so stand es nach einer halben Stunde 100:70 für Ravenclaw. Dass die gegnerischen Treiber sich auf die Jägerreihe der Gryffindors konzentrierte hatte allerdings den Vorteil, dass Allie Rodriguez relativ ungestört nach dem Schnatz Ausschau halten konnte, während Julia immer wieder Klatschern ausweichen musste, die Lisa und Brandon auf sie abfeuerten.
Harry erkannte aus der Ferne, dass Allie ein großes fliegerisches Talent hatte. Sie war sehr zierlich, aber damit auch sehr wendig auf dem Besen. Einmal war sie urplötzlich in einen Sturzflug gegangen. Julia, die gerade einem Klatscher auswich, glaubte, Allie hätte den Schnatz gesehen und jagte ihr hinterher. Erst in letzter Sekunde erkannte sie, dass Allie nur geblufft hatte und konnte einen Absturz vermeiden.

Zehn Minuten später ging Allie wieder in einen Sturzflug und diesmal sah auch Julia den Schnatz kurz über der Grasnarbe schimmern. Sie jagte ihrer Konkurrentin hinterher und holte mit ihrem schnelleren Besen auf. Beide waren gleichauf, als ein Klatscher, von Lisa geschlagen, Julia schmerzhaft in die Seite traf und ihren Besen ins Schlingern brachte. Sie konnte einen Sturz vermeiden, doch Allie hatte wieder einen großen Vorsprung und fing den Schnatz. So gewann Gryffindor das Spiel schließlich mit 250:150 Punkten. Damit lagen sie aber noch immer nur auf Rang drei der Tabelle, da jetzt jede Mannschaft einen Sieg für sich verbuchen konnte. Somit war vor dem letzten Spieltag noch alles im Kampf um den Quiddtichpokal offen.
Matthew Parker schüttelte Joe fair, aber mit sehr unzufriedener Miene die Hand. Lisa fragte Julia, ob sie schwer verletzt sei, doch die schüttelte mit zusammengebissenen Zähnen den Kopf und verließ, auf Oliver und Matthew gestützt, das Quidditchfeld in Richtung Krankenflügel. Die Gryffindors feierten unterdessen ihren Sieg und die ganze Meute bewegte sich hinauf zu ihrem Gemeinschaftsraum, wo eine Party steigen sollte.

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