[•Celést•]
Müde rieb ich mir die Augen. „Was zum Kuckuck?" murmelte ich und vergrub meinen Kopf in die weichen Kissen. Mein Kopf fühlte sich an, als würde er gleich explodieren. Blinzelnd richtete ich mich langsam auf und schaute mich verwirrt um. Wo war ich?
„Álvaro?" rief ich unsicher. Keine Antwort. „Álvaro!" schrie ich lauter, als mir einfiel, warum ich so starke Kopfschmerzen hatte.
Sofort ging die Tür auf, und er trat ein. „Mi amor, ist alle—" Bevor er den Satz beenden konnte, warf ich ihm ein Kissen ins Gesicht. „Du Bastard! Wie kannst du es wagen, mich zu betäuben?!" schrie ich wütend. „Mi amor—"
,,Dein 'mi amor' kannst du dir sonst wohin stecken!" zischte ich und lief an ihm vorbei. Doch kaum machte ich einen Schritt nach draußen, riss ich die Augen auf.
Die Sonne blendete mich so stark, dass ich für einen Moment nichts sah – außer Wasser. Überall nur Wasser. Keine Insel, kein Hafen, kein Land. Nichts. Nur endlose Weite.
Sprachlos stieg ich die zwei Treppenstufen hinunter und drehte mich im Kreis.
„Álvaro Martínez..." begann ich gefährlich ruhig. Ganz entspannt, nur mit seiner Anzughose bekleidet, stand er vor der Zimmertür. „Ist das dein scheiß Ernst?!" schrie ich und fuhr mir sauer durch die Haare. „Oh Dios mío, eres un maldito idiota, te odio!" (Oh mein Gott, du bist so ein verdammter Idiot, ich hasse dich!) fluchte ich und lief im Kreis.
„Beruhig dich."
„¿Cómo debo calmarme?" (Wie soll ich mich beruhigen?!) fauchte ich ihn an. Wenn ich gestresst oder wütend bin, fange ich automatisch an, auf Spanisch zu reden und natürlich war ich wütend. Ich war stink wütend! Ich wollte mit ihm reden, ihm erklären, warum ich nicht mit ihm verreisen will, aber er hört mir nicht zu. Stattdessen kippt er mir Betäubungsmittel ins Getränk und schleppt mich irgendwo ins Nirgendwo.
Er hat mich jetzt schon zwei verdammte Male entführt! Zwei Mal! Er ist eine verdammte Schlange! Einfach ein Messer in den Rücken, so fühlt sich das an. „Ich werde mich ertränken." Ich spürte, wie er hinter mir stand. „Celést-" „Nichts Celést!" schrie ich und wirbelte herum. „Zuerst zwingst du mich, dich zu heiraten – okay, das haben wir gemacht, jetzt trage ich diesen beschissenen Namen Martínez! Dann willst du mich auch noch zwingen, in die Flitterwochen zu fahren. Ich sage Nein, aber du hörst ja nicht! Stattdessen –wie das scheiß Monster, das du bist– betäubst du mich und bringst mich hierher." Ich atmete tief durch, mein ganzer Körper bebte vor Wut.
„Du hast mich zwei Mal entführt, Álvaro! Zwei verdammte Male! Nicht nur einmal!" sagte ich hysterisch. Ohne ihm eine Chance zu geben, etwas zu erwidern, lief ich an ihm vorbei, stürmte ins Zimmer und schlug die Tür hinter mir zu. Ich wollte ihn nicht sehen. Nicht mit ihm reden. Ich wollte einfach nur bei meinen Freunden sein, mit ihnen Karaoke-Nächte machen oder irgendetwas anderes, irgendetwas, das mich von diesem Albtraum ablenkt. „Ich schwöre dir, wenn du reinkommst, sorge ich dafür, dass du keine Kinder mehr zeugen kannst!" rief ich und setzte mich mit einem genervten Seufzen aufs Bett.
Ich hasse ihn.
Ich ließ mich zurückfallen und starrte an die Decke. Meine Gedanken rasten – über ihn, über mein Leben, über alles. Ich begann, alles infrage zu stellen.
Wieso ist der Himmel eigentlich blau?
Ich versuchte, mich mit belanglosen Fragen abzulenken, nur um nicht an Álvaro denken zu müssen. Doch natürlich schweiften meine Gedanken wieder zu ihm. Zum Beispiel: Wieso hat dieser verdammte Idiot mich umgezogen? Wie konnte er es wagen, mir einfach die Kleidung auszuziehen, ohne meine Erlaubnis? Und da war es wieder. Mein Kopf drehte sich nur noch um Álvaro, genau das wollte ich vermeiden. Ich kann mit ihm einfach nicht alleine sein. Die Angst, mich in ihn zu verlieben, ist viel zu groß. Ich bin naiv, ich verliebe mich viel zu schnell und ich weiß es. Ich spüre es sogar schon jetzt, wie ich mich immer mehr in seinen himmelblauen Augen verliere. Ich könnte ewig in sie starren, für immer und ewig und mir würde nicht langweilig werden. Noch nicht einmal eine Woche bin ich mit ihm verheiratet und ich fange schon an, mich in diesen Mann zu verlieben.
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Amor a la Mafia
Jugendliteratur𝐌𝐚𝐟𝐢𝐚 𝐑𝐨𝐦𝐚𝐧𝐜𝐞 Band 1 𝐶𝑒𝑙𝑒́𝑠𝑡 𝑦 𝐴́𝑙𝑣𝑎𝑟𝑜 🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎ Kapitel: 15 Ich habe eindeutig zu viele Filme gesehen, und genau deshalb will ich nicht, dass er meine Haare zur Seite streicht, mir langsam die Kette umbi...
